Vor kurzem wurde in Rheinheim der vom Beton- und Kieswerk Tröndle angelegte Barfußpfad eingeweiht und somit für die Öffentlichkeit freigegeben. Aus einer eher unansehnlichen Ecke ist eine wunderschön anzusehende und naturnahe neue Freizeitmöglichkeit geworden.

Was vor einem Jahr noch eine wirklich unattraktive Ecke in Rheinheim war, ist heute ein wunderschönes Areal.
Was vor einem Jahr noch eine wirklich unattraktive Ecke in Rheinheim war, ist heute ein wunderschönes Areal. | Bild: Tina Prause

Barfußwege sollen ein besonderes Erlebnis sein und zudem das körperliche Wohlbefinden fördern. Also hat sich die Autorin auf einen Selbstversuch eingelassen und den Weg intensiv ausprobiert.

Ohne Schuhe und Strümpfe: Tina Prause testet den Barfußweg in Rheinheim und berichtet über ihre Erfahrungen.
Ohne Schuhe und Strümpfe: Tina Prause testet den Barfußweg in Rheinheim und berichtet über ihre Erfahrungen. | Bild: Tina Prause

Gleich bei meinem ersten Versuch muss ich, während ich mir auf den Gabionen-Bänken gemütlich die Schuhe ausziehe, an die Erklärungen von Betriebsleiter Matthias Leute im Rahmen der Einweihung denken: Der hier verwendete Kies ist ein sogenannter Muräne-Kies und fand mit der letzten Eiszeit – also vor etwa 115.000 Jahren – seinen Weg an den Hochrhein.

Großspurig: Füße aus Beton gegossen weisen den Weg auf dem Barfußpfad.
Großspurig: Füße aus Beton gegossen weisen den Weg auf dem Barfußpfad. | Bild: Tina Prause

Da sich hier in der Region vor vielen Jahren auch römische und keltische Lager befanden, kann ich also davon ausgehen, dass einige von ihnen über die gleichen Steine gegangen sind. Sicher waren die Füße damals noch nicht so verwöhnt, wie es zumindest meine heute sind, und der römische und keltische Gang sah etwas sportlicher aus als mein Versuch über die verschiedensten Beläge zu laufen.

Römischer Wetterstein

Vielleicht auch, um Neulinge auf dem Weg etwas von dem ungewohnten Gefühl an den Fußsohlen abzulenken, hat sich Matthias Leute mit seinem Team die eine oder andere Ablenkung einfallen lassen. Den Anfang macht der „Römische Wetterstein“, der mir bei jedem Besuch versicherte, dass ich richtig liege mit meiner Wettereinschätzung. Ist der Stein nass, hat es geregnet. Fühlt er sich warm und trocken an, scheint die Sonne. Prima.

Ich habe immer versucht, mich bei jedem Besuch bewusst auf meine Füße zu konzentrieren und die verschiedensten Beläge immer wieder ausprobiert. Nach wie vor ist der Sand mein Favorit. Er erinnert mich an einen Strand und wenn ich ganz ehrlich bin, drückt dort einfach nichts in die Fußsohlen rein.

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Mittlerweile allerdings kann ich stolz sagen, dass mein Gang über Kies und Holz wirklich etwas eleganter geworden ist und das ungewöhnliche Gefühl bei den groben Steinen auch fast weg ist. Dennoch, gerade jetzt bei unseren hochsommerlichen Temperaturen sind die dadurch aufgeheizten Steine, die sich aufgrund dessen so gar nicht nach Eiszeit anfühlen, nicht immer angenehm. Bei anhaltend hohen Temperaturen über 30 Grad wurde es mir auch schon mal etwas zu heiß an den Fußsohlen.

Buckel-Kratzer

Etwas weiter gelaufen, mache ich gerne eine kleine Pause am keltischen Buckel-Kratzer, der mittlerweile fast mein Lieblingspunkt an dem Barfußweg ist. Die Möglichkeit, den Füßen und dem Rücken gleichzeitig etwas Gutes zu tun, finde ich grandios.

Der Buckelkratzer rundet das Wohlbefinden ab.
Der Buckelkratzer rundet das Wohlbefinden ab. | Bild: Tina Prause

Und dann wartet kurz danach schon die Himmelsliege auf mich. Hier eine kleine Pause zu machen, lohnt sich unbedingt, allein um die schöne Umgebung mit den restlichen Sinnen aufzunehmen. Der Barfußweg ist wirklich zu empfehlen. Es lohnt sich, ihn als kleine Auszeit zu nutzen. Egal ob zum Feierabend, vielleicht nach einer Joggingrunde um den Füßen noch etwas Gutes zu tun oder einfach so, weil man gerade Lust darauf hat.

Eine Pause auf der Sonnenliege sollte jede Besucherin und jeder Besucher unbedingt einplanen.
Eine Pause auf der Sonnenliege sollte jede Besucherin und jeder Besucher unbedingt einplanen. | Bild: Tina Prause

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