Wie in den Jahren zuvor, informierte Revierleiter Berthold Schmid im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatsitzung über die Situation im Wald, bevor der Bewirtschaftungsplanentwurf 2020 und die Brennholzpreise im Gremium besprochen wurden. Ebenfalls zu der Besprechung anwesend war Stefan Rehm von der Waldgenossenschaft Südschwarzwald, bei der die Gemeinde Küssaberg Gründungsmitglied ist.

Neben dem massiven Borkenkäferbefall „ist das Wasser das Hauptproblem“ informierte Berthold Schmid das Gremium. Trockenschäden seien deutlich bei Tanne, Buche und der Kiefer festzustellen. Der genaue Schaden sei heute noch nicht abzusehen. Weiter erläuterte Stefan Rehm die momentanen Absatzwege und Möglichkeiten für den Verkauf von Käferholz.

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„Die anfallenden Mengen an Käferholz überschreiten bei weitem die regionalen Absatzmöglichkeiten“ und die Preise seien „auf einem historischen Tief“ erläuterte er zunächst, bevor er die neuen Vertriebswege vorstellte. Ein Problem hierbei sei die Erreichbarkeit möglicher Neukunden außerhalb des Landkreises, auch wirtschaftlich gesehen.

„Wir haben sogar die Sauschwänzebahn reaktiviert“, erläuterte Schmid die Kreativität der Mitarbeiter, um Absatzmöglichkeiten für das viele Holz im Landkreis zu finden. Und in diesem Zusammenhang erwähnte der Revierleiter auch, dass ein Teil des Küssaberger Waldes nach Korea und China verkauft werden konnte.

Nach wie vor stabil seien die Preise für Laubholz. Hier könnten, trotz einem „vorsichtigen Agieren“, wie Bürgermeister Manfred Weber es beschrieb, die Stammkunden bedient werden. Zu diesem Punkt merkte Dieter Tritschler an, das Fällen von gesunden Bäumen aus monetären Gründen sei „nach wie vor der falsche Ansatz“.

Erst im Frühjahr wurde von ihm beantragt, dass aufgrund der schweren Situation im Wald „kein gesunder Baum geschlagen werden sollte“. Vorsichtig gerechnet, geht man im kommenden Jahr von einem Verlust von 60.000 Euro aus. Mit einer Gegenstimme folgte der Gemeinderat dem Vorschlag für den Bewirtschaftungsplan 2020.

Zu den Brennholzpreisen schlug die Gemeinde vor, die seit 2015 unveränderten Preise für Nadel- und Laubholz beizubehalten. Der Vorschlag, mögliche Anreize zum Kauf von Nadelholz zu schaffen, wurde wieder verworfen. „Wer Buche zum Heizen nimmt, wird auch nicht aufgrund des Preises zur Fichte wechseln“, sagte Stefan Rehm.

Weiter informierte er, dass das Beibehalten der Preise landkreisweit empfohlen werde, auch um einen möglichen Holztourismus der Bürger gemeindeübergreifend zu vermeiden. Mit zwei Enthaltungen folgte der Gemeinderat auch hier der Empfehlung der Verwaltung.

Gemeindewald

Der Gemeindewald hat eine Holzbodenfläche von 616 Hektar und geht quer durch Küssaberg. Seit vielen Jahren legt die Gemeinde den Fokus auf einen Mischwald. Aktuell sind gut 71 Prozent Laubholz und 29 Prozent Nadelholz. Um die Trocken- und Käferschäden wieder aufforsten zu können, wurden unter anderem bereits jetzt 1000 Setzlinge der Douglasie vorbestellt.