Einige Regionen der Gemeinden Küssaberg und Hohentengen sind bekanntlich sehr betroffen vom Flugverkehr Zürich/Kloten. Beiden Gemeinderäten wurde jetzt das neue Projekt, ein Pilotassistenzsystem namens „Low Noise Augmentation System“ (LNAS) von Skylab Foundation, der Eidgenössischen Material- und Forschungsanstalt Empa, sowie der Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum DLR vorgestellt.

Das System ist dafür da, „damit der Pilot den Anflug akustisch optimieren kann“, fassten Jean Marc Wunderli/Empa und Martin Gerber/Skylab Foundation kurz den Zweck der Messungen zusammen.

Wie soll das funktionieren?

Wir alle kennen es von unseren Autos: Vorausschauendes Fahren, wie Schalten im richtigen Moment oder Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten, minimiert die Lautstärke von fahrenden Autos. Ähnlich soll es bei den Flugzeugen sein. Hier liegt der ein Teil des Fokus ebenfalls auf der Geschwindigkeit. Weiter haben auch Höhe und Konfiguration Auswirkungen auf den Lärm während des Anflugs auf den Flughafen Zürich/Kloten.

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Was passiert, wenn zum Beispiel die Fahrwerke nicht früher als nötig ausgefahren werden, soll voraussichtlich im September anhand zwei Messstationen, die beide auf der Gemarkung Küssaberg liegen, dokumentiert werden. Weitere fünf Messpunkte befinden sich in der Schweiz. Wichtig bei der Wahl der Standorte war, dass die Messgeräte möglichst hoch und möglichst ruhig gelegen sind, sodass kaum Nebengeräusche das Ergebnis beinträchtigen.

Lösung des Fluglärmstreits?

Fazit beider Gemeinderäte war, dass dieses Projekt wohl nicht die nötige Minderung des Fluglärms bringen wird. In Hohentengen möchte man unbedingt weitere Schritte unternehmen, um dem Problem irgendwann Herr werden zu können. Auch war für einige Mitglieder des Hohentengener Gemeinderates die Wahl der Standorte nicht optimal, da der Fluglärm durch die Tallage der Gemeinde im Ort selbst lauter und störender ist.

„Es steckt sehr viel Physik dahinter“, erklärte Jean Marc Wunderli vom Institut Empa die Entscheidung. In erster Linie geht es in dieser Phase des Projekts um das System, das getestet werden soll, nicht um die verschiedenen Stadien der Lärmbelästigung. Prinzipiell waren sich beide Gemeinderäte einig, dass man für eine Teilnahme beziehungsweise eine Begleitung des Projekts sei.

„Jede Maßnahme, die den Fluglärm eingrenzt, ist zu begrüßen“ war das Fazit des Küssaberger Gemeinderatsmitglied Jürgen Fesser. Der Hohentengener Bürgermeister Martin Benz sagte abschließend „wir nehmen jeden kleinen Tropfen“ – und machte so die Dringlichkeit einer Lösungsfindung noch mal deutlich.