Aus forstlicher Sicht sind die Zeiten höchst unerfreulich. Dies machte der Leiter des Kreisforstamtes, Helge von Gilsa, in der Gemeinderatssitzung am Montag in Häusern deutlich. Unter anderem die schlechte Lage auf dem Holzmarkt und die zunehmende Käferproblematik führen zu dieser Einschätzung. Und zum 1. Januar 2020 steht auch noch die Forstreform an. „Nach zehn guten Jahren haben wir zehn schlechte Jahre vor uns“, zeigte sich von Gilsa pessimistisch. Die Lage auf dem Holzmarkt sei desaströs, da viel zu viel Holz auf dem europäischen Markt angeboten werde, erläuterte der Leiter des Kreisforstamtes im Landratsamt Waldshut.

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Die Waldgenossenschaft Südschwarzwald sei gerade noch zum richtigen Zeitpunkt gegründet worden, ohne sie hätte man wahrscheinlich große Probleme. Und Helge von Gilsa nannte Zahlen: Im ersten Jahr des Bestehens der Waldgenossenschaft sei der Verkauf von 100 000 Erntefestmetern geplant gewesen, tatsächlich hätten aber 180 000 Festmeter verkauft werden können. Aber man müsse kämpfen, um noch schwarze Zahlen zu schreiben.

Vom Käfer überrollt

Und noch etwas macht „riesengroße Sorgen“: der Borkenkäfer. Wegen des Sturms im vergangenen Winter habe das Holz nicht rechtzeitig aufgearbeitet werden können, man sei vom Käfer „überrollt“ worden, sagte von Gilsa. Bis zu vier Käfergenerationen statt zwei bis drei habe es 2018 gegeben. Wenn man jetzt die erste Käfergeneration nicht in den Griff bekomme, sitze man in der zweiten Reihe und gucke zu. Die Folge wären Riesenverluste. Inzwischen wurde eigens eine Borkenkäfermanagerin eingestellt, um die Maßnahmen zu koordinieren.

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Revierförster Roland Behringer ergänzte, das Problem liege vor allem im Privatwald, da die Privatwaldbesitzer teilweise beratungsresistent seien. Von Gilsa brachte dennoch die Hoffnung zum Ausdruck, mit einem „blauen Auge“ davonkommen zu könne.

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Gemeinderätin Monika Schwinkendorf stellte die Frage nach dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Raum. Diesen wollte von Gilsa nicht grundsätzlich ausschließen, Pflanzenschutzmittel seien aber die Ultima Ratio, wenn andere Maßnahmen erfolglos blieben, betonte der Amtsleiter.

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Zum 1. Januar 2020 tritt die Forstreform in Kraft, der Staatswald werde dann eigene Wege gehen, berichtete Helge von Gilsa den Gemeinderäten, Kommunal-und Privatwald müssten neu organisiert werde. Angedacht sei ein Forstverbund mit der Stadt St. Blasien mit zwei Revierförstern. Und noch etwas werde sich ändern, kündigte der Amtsleiter an: Die Verkehrssicherungspflicht entlang der Straßen obliege künftig nicht mehr den Förstern, sondern den Kommunen, die die Aufwendungen auch zu tragen haben.