Ein Großbrand eines dreiteiligen Gebäudekomplexes im Zeller Ortsteil Gresgen hat am Sonntagnachmittag ein Großaufgebot von Feuerwehr und weiteren Rettungskräften ausgelöst. Zwei Wohnhäuser mit Ferienwohnungen und Ökonomieanteil am Ortsausgang Richtung Tegernau sind nahezu vollständig niedergebrannt.

„Um 13.41 Uhr wurde ein Großbrand in Gresgen gemeldet“, berichtet Thomas Roth, Einsatzleiter und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zell im Wiesental. 149 Feuerwehrangehörige kämpften den ganzen Nachmittag bis in den Abend gegen die Flammen an.

Mit Atemschutzgerät bekämpften die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Flammen bei einem Großbrand in Zell-Gresgen.
Mit Atemschutzgerät bekämpften die Einsatzkräfte der Feuerwehr die Flammen bei einem Großbrand in Zell-Gresgen. | Bild: Peter Umstetter

„Geschockt von dem zweiten Großfeuer, welches innerhalb von zwei Wochen im Zeller Bergland bewältigt werden musste“ ist auch Peter Palme, Bürgermeister von Zell im Wiesental. Er ist zum Einsatzort gekommen, um sich selbst ein Bild zu machen. „Beides Mal waren es traditionell ehemalige landwirtschaftliche Anwesen mit sehr, sehr hohem Sachschaden“, sagt Palme. Er selbst ist auch persönlich betroffen, da es sich um ein Haus in der direkten Nachbarschaft handelt. „Wenn man so einen Brand vom Balkon aussieht, trifft einen dies nochmals viel härter“, sagt der Bürgermeister.

Großes Lob des Bürgermeisters an die Einsatzkräfte

Zum zweiten Mal seien gut 200 Einsatzkräfte im Einsatz gewesen, die ihre extreme Leistungsfähigkeit zur Schau stellten und den Brand auch innerhalb kürzester Zeit in den Griff bekommen haben, so der Bürgermeister weiter. Die Feuerwehren vom gesamten Umkreis bis nach Lörrach waren vor Ort.

Zwei Feuerwehrmänner kämpfen gegen den Großbrand von Gresgen an. Ein voller Hackschnitzelbunker unterstützte das Großfeuer.
Zwei Feuerwehrmänner kämpfen gegen den Großbrand von Gresgen an. Ein voller Hackschnitzelbunker unterstützte das Großfeuer. | Bild: Peter Umstetter

„Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Notlagezentrum aufgebaut“, wie Bürgermeister Peter Palme berichtet. Das DRK hatte sich vorbereitet, falls es Verletzte gibt.

Die starke Rauchentwicklung hat den gesamten Ort umhüllt, so dass die Anwohner darum gebeten wurden Fenster und Türen geschlossen zu halten. Verletzt wurde jedoch niemand.

So schildert ein Anwohner die Vorfälle

„Es ging rasend schnell, wie das Feuer sich ausgebreitet hat“, berichtet Oliver Keller ein Anwohner, der die Feuerwehr alarmiert hat. „Ich sah starken Rauch und da rief ich die Feuerwehr“, sagte er. Sekunden später stand das gesamte Gebäude im Vollbrand. Von einem in der Nähe stehender Baum konnte nur noch Asche am Boden gefunden werden. Ein voller Hackschnitzelbunker hat das Großfeuer noch unterstützt.

Dieser wurde im Rahmen der Löscharbeiten ausgeräumt, wie die Polizei mitteilt. Im Rahmen der Ermittlungsarbeiten wurde auch eine Schweiss-Gasflasche gefunden. Die von Nachbarn im Gebäude vermuteten Benzin- und Ölkanister konnten nicht entdeckt worden.

Die Feuerwehren kämpften mit 146 Einsatzkräften gegen die Flammen an.
Die Feuerwehren kämpften mit 146 Einsatzkräften gegen die Flammen an. | Bild: Peter Umstetter

Im Einsatz waren gesamthaft 146 Feuerwehrkräfte, vier der sieben Zeller Abteilungen Gresgen, Adelsberg Zell und Riedichen. Die anderen drei Abteilungen wurden bereitgestellt, um die Grundsicherung zu halten. Des Weiteren waren die Freiwillige Feuerwehr Schopfheim, die Führungsgruppe oberes Wiesental, sowie die Feuerwehr kleines Wiesental mit den drei Abteilungen Tegernau, Wieslet und Salneck im Einsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Christoph Glaisner, Kreisbrandmeister vom Landkreis Lörrach war auch vor Ort, sowie die Drohne des Feuerwehr-Fernmeldezugs vom Landkreis Lörrach, um aktuelle Bilder des Einsatzortes aus der Luft zu liefern.

„Das DRK war mit 22 Kräften vor Ort, um die Eigensicherung der Atemschutztruppe zu gewährleisten“, wie die Feuerwehr mitteilt. Auch das Technische Hilfswerk Ortsverein Schopfheim (THW) wurde mit 15 Mann hinzugezogen. Von seitens der Polizei waren fünf Beamten im Einsatz vor Ort. Ebenso auch das Landratsamt und der Energieversorger.

Es wurde eine Brandwache eingerichtet

Um rechtzeitig reagieren zu könnten falls das Feuer erneut aufflammt, wurde eine Brandwache eingerichtet, wie die Polizei mitteilt. Gegen 22.30 Uhr heulten die Sirenen des Gemeindealarms auf, da das Feuer erneut aufloderte, wie Anwohner berichten. Dieses Mal wurde die Feuerwehr Pfaffenberg zum Löschen alarmiert. Am Morgen des 6. Mai war nun eine gesamte Anzahl von 250 Einsatzkräften gezählt worden.

Da das Gebäude seit einer Woche bereits verkauft und der Notartermin auf Montag, 6. Mai, bestellt war, wie der Bürgermeister bestätigt, wirft es bei der Polizei viele Fragen auf, so dass ein Brandsachverständiger hinzugezogen werden müsse. Das Gebäude war zum Zeitpunkt des Brandes unbewohnt. Die Besitzer, ein älteres Ehepaar, wohnen derzeit in Lörrach.