Auf dem Herrischrieder Friedhof wird es langsam eng. Vor allem steigt die Nachfrage nach Bestattungen im anonymen Urnengrabfeld. Die Art der Bestattung einer halbanonymen Urnenbestattung erlangt immer größere Bedeutung. Herrischried möchte dem Rechnung tragen und ein solches Grabfeld anlegen. Für die alte St.-Zeno-Glocke wird es auf dem Friedhof allerdings keinen Platz geben.

Im Herbst letzten Jahres wurde innerhalb der Verwaltung über Lösungen der Umgestaltung des Friedhofs diskutiert. Tamara Sibold, zuständig für die Friedhofsverwaltung in der Gemeinde, stellte den Gemeinderäten in der Sitzung am Montagabend eine Bestandsaufnahme und Möglichkeiten für eine zukünftige Friedhofskonzeption vor.

Tamara Sibold berichtete: „Eine Tendenz zur Urnenbestattung ist zu erkennen.“ Vor allem die Anzahl der Bestattungen, mit jährlich sieben bis zehn, sei im bereits bestehenden anonymen Grabfeld relativ hoch. In 2019 wurden insgesamt 31 Beerdigungen vollzogen. 24 davon waren Urnenbestattungen und davon wiederum zehn auf dem anonymen Grabfeld. Das führe zu gewissen Engpässen im bestehenden Ruhefeld, betonte Tamara Sibold.

Ursprünglich war geplant, das neu anzulegende halbanonyme Grabfeld neben dem bestehenden anonymen Grabfeld einzurichten. Im Zuge einer größer angelegten Neukonzeption wurde den Gemeinderäten nun die Platzierung auf einem nahezu abgeräumten Grabfeld im oberen Beriech des Friedhofs vorgeschlagen. Die Namen der Verstorbenen sollen auf einer Stele angebracht werden. Die Gemeinderäte stimmten sowohl der Einrichtung eines halbanonymen Grabfeldes, wie auch der Erstellung der Stele einstimmig zu.

Diskussion über Stelengestaltung

Allerdings gab es hinsichtlich der Art der Beschriftung auf der Stele Diskussionsbedarf. So fand FW-Gemeinderätin Hannelore Thiel, dass wie vorgeschlagen, die in den Stein eingravierte Namen überhaupt nicht lesbar seien und zudem die Stele dazu immer wieder zum Steinmetz gebracht werden müsse. Sie schlug die Beschriftung mittels einer Platte vor.

Allerdings ist die Ausgestaltung derzeit noch kein Thema. Über die genauen Modalitäten wird der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Auch müssten demnächst die Friedhofssatzung und die Einteilung des Friedhofs als solche vom Gemeinderat überarbeitet werden, mahnte Bürgermeister Christof Berger an.

Die Installation der alten St.-Zeno-Glocke auf dem geplanten halbanonymen Urnengrabfeld in Kombination mit der Stele, fand bei den Gemeinderäten keine Zustimmung.

Mit nur drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung wird die Glocke nun weder im Bereich des Urnenfeldes noch in einem anderen Bereich des Friedhofs einen Platz bekommen. Zur Stele brauche es nicht auch noch die Glocke, zumal die Eisenhartgussglocke nicht in einem guten Zustand sei, denn sie habe Löcher und sei rostig, erläuterte Hannelore Thiel.

Auch Manfred Krüger (FW) hielt die Glocke für überflüssig. Bürgermeister Christof Berger gab zu bedenken, dass es ein Wunsch aus der Bevölkerung gewesen sei, die Glocke aufzustellen. Diesbezüglich fand bereits eine Suche nach einem möglichen Standort statt.

Die Kirchengemeinde machte der Gemeinde das Angebot, die Glocke unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, jedoch würde sie keine Kosten für die Einrichtung auf dem Friedhof übernehmen.