Die Rüßwihler Chrutschlämpezunft hat ein neues Ehrenmitglied: Lydia Frommherz, seit 46 Jahren für das Anpflanzen von Mangold (Chrutschlämpe) verantwortlich. Sie war dabei, als am 16. November 1974 die Zunft aus der Taufe gehoben wurde. „Lydia Frommherz ist sehr pflichtbewußt“, sagte Oberzunftmeisterin Maria Höfler an der Hauptversammlung am Samstag im Gasthaus Lamm, „was sie für die Zunft gemacht hat, ist eine Leistung“.

Weitere Ehrungen gab es vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte für 22 Jahre Treue zur Zunft. Christian Dannenberger, Thomas Eschbach, Manuela und Xaver Lüttin erhielten von Narrenvogt Axel Pitschuch und Vizenarrenvogt Marco Hipfel den Verbandsorden in Silber. Die Teilwahlen des Vorstandes ergaben wenig Änderungen: Maria Höfler bleibt Oberzunftmeisterin, Sophia Lüttin bleibt Kanzellarin. Martin Matt agiert weiterhin als Zeremonienmeister. Xaver Lüttin gab sein Amt als erster Beisitzer ab, dieses übernahm Bianca Eschbach. Zweiter Beisitzer bleibt Nico Engelsmann.

Die Grußworte und den Dank der Gemeinde Görwihl für das vielfältige Engagement der Zunft richtete Bürgermeisterstellvertreter Matthias Eschbach aus. Auch Narrenvogt Axel Pitschuch stellte der Zunft ein gutes Zeugnis aus. „Sie ist sehr aktiv“, sagte er, nachdem Sophia Lüttin den umfangreichen Jahresbericht 2019/2020 vorgetragen hatte. Er nehme an erst der zweiten Hauptversammlung von insgesamt 80 Zünften, die zum Verband Oberrheinischer Narrenzünfte gehören, teil, sagte Pitschuch. „Wie es weitergeht, wissen wir nicht“, fügte er mit Blick auf Corona hinzu.

In dem Zusammenhang erklärte Maria Höfler: „Wir können uns vorstellen und sind bestrebt, die Fasnachtseröffnung am 11. November durchzuführen.“ Diese würde jedoch ohne Guggenmusik stattfinden. Was danach geschehen wird, ließ sie offen. Nur so viel: „Wir planen mit unseren Veranstaltungen im Ort“, so Höfler. Ein Teil der externen Veranstaltungen sei bereits abgesagt, „vom Rest nehmen wir, was kommt“. Zunftmeisterin Mareike Wagner bestätigte: „Von vielen Umzügen gibt es Absagen.“

Maria Höfler bedankte sich bei den drei Hauptsponsoren aus den eigenen Reihen der Zunft. Ihr Dank galt auch der Familie Rüd vom Gasthaus Lamm für deren Unterstützung, „wir sind froh, dass wir sie haben“. Höfler stellte klar, dass ihr das Erscheinungsbild der Zunft an der Fasnacht wichtig ist, „da sind wir ein Blickfang“. Und: „Dubiose Utensilien gehören nicht in unsere Reihen.“ Xaver Lüttin, weiterhin als Narrenrat tätig, appellierte an die männlichen Mitglieder, sich mehr im Vorstand einzubringen. Dieser bestehe nun aus sieben Frauen und zwei Männern. Das Ungleichgewicht rühre daher, „weil unsere jungen Männer keine Verantwortung übernehmen wollen“, so Lüttin.

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