Tanja Intlekofer nimmt an der Winter-Universiade im russischen Krasnojarsk teil. Vom 2. bis 12. März kämpft die Abfahrtsläuferin mit weiteren 3000 Athleten aus 50 Ländern in Sibirien um Medaillen. 23 Studierende bilden die deutsche Nationalmannschaft. Die 18-Jährige aus Wittlekofen ist eine der vier Abfahrtsläufer, die im Slalom, Riesenslalom und Super-G ihr Können beim internationalen Vergleich unter Beweis stellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Soziologiestudentin der Universität Konstanz wird sich warm anziehen müssen. Die Millionenstadt Krasnojarsk liegt 4000 Kilometer östlich von Moskau. Minusgrade im zweistelligen Bereich sind dort keine Seltenheit. Für aktive Wintersportler stellt das gleichwohl kein Problem dar. Zumal Tanjas Eltern Werner und Monika Intlekofer mit dem Kauf hochwertiger Merino-Unterwäsche vor der Abreise nach Sibirien dafür Sorge getragen haben, dass die Tochter vernünftig eingepackt ist.

Wettkämpfe schon vor der Schulzeit

Die Universiade ist die vorläufige Krönung einer langjährigen Skikarriere. Bereits vor der Einschulung nahm Tanja als jüngste von vier Geschwistern einer durch und durch skibegeisterten Familie an Wettkämpfen teil. „Benni Angst und Helmut Kienzle haben uns überhaupt erst zum Skifahren gebracht“, erinnert sich Werner Intlekofer. „Wenn die Familie auf die Skier ging, musste Tanja halt von Anfang an mit.“ Im hiesigen Skiclub wurde das junge Talent denn auch entsprechend gefordert und gefördert.

Bernhard Angst und Wolfgang Woll waren Tanjas erste Trainer, Stadt-, Bezirks- oder Schülermeisterschaften ihre ersten Wettkämpfe. Die Aufnahme in den Jugendkader des Schwarzwälder Skiverbands war nur eine Frage der Zeit, allerdings von kurzer Dauer. Im Verlauf der vergangenen zwölf Jahre sammelte Tanja Intlekofer mehr als einen Schrank voller Pokale und Medaillen.

Das könnte Sie auch interessieren

Früh lernte Tanja Intlekofer, selbstständig zu sein. „Wenn die Kinder mit acht oder neun Jahren ins Gletschertraining fuhren, mussten sie lernen, allein auf sich zu achten. Da war keine Mama dabei, die Handschuhe oder Mütze hinterherträgt“, erzählt Monika Intlekofer. Und gibt zu, dass sie manchmal schon auch ein bisschen Angst um ihre Kinder hatte und hat, wenn die sich in halsbrecherischem Tempo steile Berge hinabstürzen. Der Radius für das junge Skitalent wurde immer größer, Wettkämpfe überall in den Alpen ausgetragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Vater Werner Intlekofer stöhnt nach wie vor, wenn er an die Kosten denkt, die all das bedingte. „Da mussten wir alle auf manches andere verzichten, auf manche Urlaubsreise, die wir gerne gemacht hätten. Auch die eigene Skiausrüstung musste immer hinter der der Kinder zurückstehen“, fasst der Hobbyschafzüchter zusammen. Sechs Paar Skier und dreierlei Stöcke braucht Tanja derzeit. An preisreduzierte Auslaufmodelle ist dabei nicht mal zu denken. „Ohne den Skiclub wäre freilich vieles nicht möglich gewesen. Da wurden wir immer unterstützt, vor allem was die Startgelder bei den Wettkämpfen anbelangt“, würdigt Werner Intlekofer die Förderung durch den Verein.

Mountainbike und Krafttraining

Wer solche Erfolge anstrebt, muss sich das ganze Jahr über fit halten. Tanja Intlekofer fährt Mountainbike oder macht Krafttraining. Im Sommer war sie eigens zum Mountainbiketraining in Norwegen. Früher kickte sie bei den Damen des TuS Bonndorf mit. Bevor sie nun in das Team der Universiade aufgenommen wurde, musste sie sich in etlichen FIS-Wettkämpfen (Fédération Internationale de Ski) beweisen, den FIS-Code lösen und bestimmte Normen erfüllen. Ende Januar landete sie in Bernau bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften im Riesenslalom als Vizemeisterin auf dem Treppchen, Anfang Februar siegte sie im Super-G beim Städte-FIS-Rennen im italienischen Bardonecchia.

Im März wird’s ernst

Vor dem Abflug nach Sibirien präsentiert sich Tanja Intlekofer mit dem deutschen Team noch im einheitlichen Mannschaftsdress vor der Presse. Ein bisschen aufgeregt ist die ansonsten recht coole Frau doch. Die Sportler werden in Krasnojarsk in einem Sportlerdorf wohnen, ähnlich einem olympischen Dorf. 100 000 Zuschauer werden bei den Wettkämpfen erwartet. So eine Kulisse hatte die Studentin aus Wittlekofen noch nie, und wohl auch nie zuvor jemand anders aus dem Dorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Am 3. März startet Tanja Intlekofer im Super-G, am 7. März im Riesenslalom. Im Parallel-Team geht sie außerdem am 9. März an den Start und im Slalom am 10. März. Da Hochschulsport in anderen Ländern einen höheren Stellenwert als in Deutschland genießt, wird sich Tanja Intlekofer harter Konkurrenz stellen müssen. Eurosport wird die Universiade in Sibirien im Fernsehen übertragen, allerdings müssen die Zuschauer sechs Stunden Zeitverschiebung berücksichten.