Der Kameramann, Fotograf und Journalist Rainer Jörger hatte für seine Multimediareportage „Bad Säckinger Stadtgeschichten“ schon die verschiedensten Protagonisten vor seiner Kamera: Unter anderem Ärzte, Balletttänzer, Musiker sowie Vierbeiner. Für die fünfte Ausgabe der „Bad Säckinger Stadtgeschichten“, die die Stadt Bad Säckingen und das Amt für Tourismus und Kultur am Samstag, 6. April, 19 Uhr, und Sonntag, 7. April, 16 Uhr, im Kursaal in Bad Säckingen präsentieren, besuchte er nun Bühnenschauspieler.

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Dabei handelt es sich um elf junge Darsteller im Alter zwischen 13 und 16 Jahren, allesamt noch Schüler, sie sind das Ensemble des Jungen Theaters der Festspielgemeinde Bad Säckingen. Es wurde 2016 als Jugendabteilung der Festspielgemeinde von den beiden ausgebildeten Theaterpädagogen Corina Gerspach und Stefan Meier aus Bad Säckingen gegründet.

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Gerspach und Meier haben eine vierjährige Ausbildung als Theaterpädagogen absolviert, deren Abschlussarbeit aus einer theaterpädagogischen Aufführung bestanden hatte. Diese wiederum hatte beide zu der Idee eines Jungen Theaters inspiriert, denn die einzige Möglichkeit für Jugendliche, zu schauspielern, boten bis dahin die Theater-AGs an den Schulen.

Die beiden Stücke

Sein Debüt feierte das Junge Theater im April 2017 mit „Voll den Blues“, einem Theaterstück über Partys, erste Liebe und Drogen, das vom Publikum begeistert gefeiert wurde. Mit dem zweiten Theaterstück „Monster“ im vergangenen Jahr servierte das Junge Theater schwer verdauliche Kost über das Dilemma des Erwachsenwerdens, das ebenso bejubelt wurde.

Die Mitglieder des Jungen Theaters der Festspielgemeinde Bad Säckingen und die beiden Theaterpädagogen Corina Gerspach (vorn, rechts) und Stefan Meier (vorn, links) sind ebenfalls als Protagonisten bei den fünften „Bad Säckinger Stadtgeschichten“ im Bad Säckinger Kursaal zu sehen.
Die Mitglieder des Jungen Theaters der Festspielgemeinde Bad Säckingen und die beiden Theaterpädagogen Corina Gerspach (vorn, rechts) und Stefan Meier (vorn, links) sind ebenfalls als Protagonisten bei den fünften „Bad Säckinger Stadtgeschichten“ im Bad Säckinger Kursaal zu sehen. | Bild: Marion Rank

Die Darsteller sind bei ihren Theaterstücken ganz auf ihre Stimme, Gestik und Mimik angewiesen, denn Requisiten werden nur sparsam eingesetzt. Sie flirten, flüstern, schreien und stampfen zornig auf den Boden. Sie geben den Macho, die Lesbe, die Drogenabhängige und zeigen Gefühle wie Verzweiflung, Liebe und Ängste. „In die Theaterpädagogik fließen viele Aspekte mit ein: „Körpersprache, Musikgefühl, in andere Rollen schlüpfen. Theaterspiel kann verängstigten, schüchternen Menschen Selbstbewusstsein schenken“, erklärt Stefan Meier. Die Darsteller lernen, ein Körperbewusstsein zu entwickeln, sich zu trauen, sich zu öffnen und die Stimme zu erheben.

Sein und Schein

Beim Drehtag durfte Rainer Jörger Theaterluft schnuppern. Die elf Darsteller und ihre Regisseure proben bereits für ihr neues Stück „Double Bind – Anders als du denkst“, in dem es um Sein oder Schein geht. Aufgeführt wird das Theaterstück im Oktober. Wer nicht so lange warten möchte, kann das Junge Theater bei den „Bad Säckinger Stadtgeschichten“ am Samstag und Sonntag, 6. und 7. April, im Kursaal in Bad Säckingen kennenlernen.