Frau Zimmermann, Sie haben sich entschlossen, sich der Wahl zur ersten Bierkönigin Baden-Württembergs zu stellen. Eine Frage vorab: Trinken Sie gerne Bier?

Ja, natürlich. Bier ist ein herrliches Genussmittel.

Wie und warum sind Sie darauf gekommen, sich zu bewerben?

Unser erster Braumeister Bernhard Vötter hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass eine Bierkönigin gesucht wird. Auch habe ich mich dazu entschlossen, da es mir wichtig ist, das Klischee, nur Männer trinken Bier – Frauen höchstens Radler, aus der Welt zu schaffen. Bier ist nicht nur ein Getränk, sondern ein Stück Kultur und Lebensart, das man in seiner Reinheit genießen sollte.

Sie machen ja derzeit eine Ausbildung zur Brauerin. Wann haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen?

Ich habe zuvor meinen Abschluss zur biotechnischen Assistentin an der Justus-von-Liebig-Schule in Waldshut gemacht. Da diese Ausbildung nicht überall anerkannt ist, habe ich mich entschlossen, noch die Brauerlehre dranzuhängen. Wichtig war mir dabei, dass das kein Bürojob ist.

Warum ausgerechnet eine Brauerlehre. Das ist doch eigentlich eher ein typischer Männerberuf?

Ich finde es wahnsinnig spannend, dass man aus vier verschiedenen natürlichen Zutaten derart viele verschiedene Biere herstellen kann. Das zu erlernen hat mich gereizt. Außerdem ist der Beruf mit den körperlichen Belastungen früherer Zeiten nicht mehr zu vergleichen. Also warum sollen ihn nicht auch Frauen erlernen? Grundsätzlich finde ich es schade, dass viele, vor allem auch Frauen, keinen handwerklichen Beruf mehr erlernen wollen.

Wie sehen Sie ihre Chancen, Bierkönigin zu werden?

Ich habe gegenüber den anderen Kandidatinnen den Vorteil, dass ich aus dem Beruf komme und über ein fundiertes Wissen über das Bier verfüge. Schließlich soll die Bierkönigin das Naturprodukt Bier in all seinen Facetten vermitteln und repräsentieren können.

Im Falle der Wahl, kollidieren dann nicht ihre Verpflichtungen als Bierkönigin mit dem Beruf?

Die Auftritte werden ja zumeist an den Wochenenden stattfinden. Sollte ich dann irgendwann einmal keine Zeit haben, würde eine der beiden Prinzessinnen, die auch gewählt werden, für mich einspringen.

Wie sieht es im Betrieb aus? Was sagen Ihre Kollegen dazu?

Also die Brauer und anderen Kollegen stehen alle voll hinter mir und würden sich freuen, mich gewinnen zu sehen.

Sind Sie nervös?

Auf jedem Fall. Aber ich freue mich auf das Finale und bin gespannt, wie‘s ausgeht. Toll, dass mich viele meiner Kollegen nach Stuttgart begleiten werden.

Sina Zimmermann verkostet zusammen mit ihrem Kollegen Stefan Müller im Keller der Brauerei vor den Lagertanks das Bier.
Sina Zimmermann verkostet zusammen mit ihrem Kollegen Stefan Müller im Keller der Brauerei vor den Lagertanks das Bier. | Bild: Claus Bingold