Villingen-Schwenningen – Sie war noch nicht richtig da, da war sie auch schon dicht belagert. Der erste öffentliche Auftritt von OB-Kandidatin Marina Kloiber-Jung lockte am Mittwoch die Neugierigen an. Die Betriebsleiterin der Technischen Dienste wurde zwei Stunden lang mit Fragen gelöchert und mit Sorgen konfrontiert. Eine Antwort hatte sie immer, viele waren zufrieden, manche hüllten sich aber auch in sibyllinisches Schweigen.

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Bernhard Scherer fragte die Mutter von zwei Kindern, ob sie eigentlich wisse, dass Villingen früher Kneippstadt gewesen sei. "Wieso wird jetzt nicht das Kneippbad umbenannt", witzelte er und hatte dann einen Vorschlag dabei, den die Bewerberin um die Kubon-Nachfolge beeindruckte: Die Kneippstelle beim Freibad sei zugeschüttet und er wolle eine kostengünstige Nachfolgelösung an der Brigach bei der Paradiesgasse vorschlagen. "Das kostet nicht viel, eine kleine Treppe, ein Geländer im Bach und etwas zum Hinsitzen – fertig". Marina Kloiber-Jung freute sich sichtlich über so viel Bürgerinitiative und sagte: "Das finde ich klasse."

Herbert Goger klagte, das Parkhaus am Klinikum sei "viel zu schwierig zu befahren". Man könne da aber wohl nichts machen, da es ja privat geführt sei. "Doch, doch", meinte Kloiber-Jung. Über die Klinikum-GmbH müsse man da "klar Druck machen". Generell meint sie zur Situation zwischen V und S: "Wir brauchen da mehr Parkplätze." Und weil Herbert Goger gemeint hatte, das Parkhaus sei vor allem Für autofahrende Frauen eine Herausforderung, ulkte Marina Kloiber-Jung dem Fragesteller entgegen: Och. Also ich habe meinen Führerschein mit Bravour bestanden."

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Tina Bender regte als Mutter an, dass doch "vor allem im Winter in Villingen ein Kindercafé gut wäre, als Begegnungsstätte und als Platz zum Aufwärmen. Die OB-Kandidatin machte aus ihrer Zustimmung für diese Anregung keinen Hehl: "Da bin ich auch dafür."

Wie wäre es mit einem Villinger City-Café? Tina Bender (rechts) schlägt genau dies hier Marina Kloiber-Jung vor.
Wie wäre es mit einem Villinger City-Café? Tina Bender (rechts) schlägt genau dies hier Marina Kloiber-Jung vor. | Bild: Fröhlich, Jens

Werner Kaufmann kam als Gegensprecher zu einem kritischen Leserbrief von Gottfried Schmidt, Kreisvorsitzender der CDU-Sozialausschüsse, an den Stand. Darin hatte es geheißen, dass eine Alleinerziehende mit zwei kleinen Kindern nicht Oberbürgemeisterin sein könne, das sei nicht zum Wohle der Kinder. Werner Kaufmann machte klar, dass er das genau gegenteilig sieht. "Natürlich geht das – wenn man es gut organisiert". Zum Leserbriefschreiber meinte er: "In welchem Jahrhundert lebt der Herr denn?"

Marina Kloiber-Jung.
Marina Kloiber-Jung. | Bild: Fröhlich, Jens

Hochschulrektor Rolf Schofer schlenderte mit seinem Sohn herbei und packte die Gelegenheit beim Schopfe: "Wie bekommen wir die Studierenden noch mehr mit der Bevölkerung zusammen", wollte der HFU-Chef wissen. Kloiber-Jung schlug vor, man müsse das Hochschul-Leben "mehr mit den VS-Jugendlichen koppeln", Kulturangebote eigneten sich dafür, die "Studis dürfen aber auch nicht im stillen Kämmerlein sitzen", appellierte sie.

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Dorit Steinhäuser fragte, wo Kloiber-Jung für den Fall ihrer Wahl ihre Schwerpunkte setzen will. Die Bewerberin ums Amt sagte, "Infrastruktur, das vor allem." Sie ergänzte: "Straßen, Pflegeheime, Kitas, Schulen." Weiter die Kandidatin: "Die Verwaltung darf ihre Verantwortung dabei nicht auf andere abwälzen."

Jenny Staudenmeyer führte ein Beispiel aus Marbach an. Das schöne und mit viel Liebe ausgebaute Geschäft im alten Bahnhof könne sich nicht ungehindert entwickeln. "Den Betreibern werden viele Steine in den Weg gelegt", kritisierte sie die Ortspolitik. Marina Kloiber-Jung hörte staunend zu und versicherte: "Das muss man natürlich prüfen."

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Ingo Steinger forderte pauschal "von allen Kandidaten", der neue OB müsse "vor allem Kontakte nach außen haben" und meinte damit vor allem die Parlamente in Stuttgart, Berlin und Brüssel. "Mit der bisherigen Besetzung sei VS ja in diesem Punkt nicht gut vertreten gewesen", ergänzte er enttäuscht.

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