In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt startet das Schwarzwald-Baar Klinikum eine Aufklärungskampagne zum Thema „Diabetes bei Kindern“. Viele Eltern wissen nicht, wie die Symptome von Diabetes Typ 1 aussehen. Dabei erkranken pro Jahr 32 000 Kinder und Jugendliche an dieser Autoimmunerkrankung, die besonders bei Kleinkindern schnell tödlich verlaufen kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird.

Die Krankheit ist schnell zu erkennen, wenn man die Symptome erkennt

Dabei ist es einfach, die Krankheit schnell zu erkennen und zu diagnostizieren. Die Patienten trinken auf einmal viel mehr als sonst üblich und müssen auch häufiger zur Toilette. Weitere Begleiterscheinungen sind eine Gewichtsabnahme und stetige Müdigkeit. Im Gegensatz zur Diabetes Typ 2 hat diese Erkrankung auch rein gar nichts mit einer falschen Ernährung zu tun. Vielmehr kann diese Krankheit jeden ereilen. Die Ursachen sind bis heute trotz intensiver Forschung immer noch nicht bekannt, vermutet wird eine Virus-Erkrankung im Vorfeld.

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Und diese Krankheit nimmt vor allem bei Kindern zu, „jedes Jahr haben wir etwa fünf Prozent mehr Patienten“, erläutert Oberarzt Kai Lichte. Kinderkrankenschwester und Diabetesberaterin Elke Bettecken ist es ein großes Anliegen hier durch entsprechende Aufklärung das schlimmste zu verhindern. „Wenn die erkrankten Kinder zu spät zu uns kommen, dann kommt es unweigerlich zu einer bedrohlichen Stoffwechselentgleisung, der diabetischen Ketoazidose und die wiederum kann tödlich enden“, erklärt Bettecken.

Den Start der Präventionskampagne des Schwarzwald-Baar Klinikums gegen Diabetes präsentieren Marianne Brunner, Kai Lichte, Elke Bettecken, Matthias Henschen, Joachim Spitz und Rainer Müldner.
Den Start der Präventionskampagne des Schwarzwald-Baar Klinikums gegen Diabetes präsentieren Marianne Brunner, Kai Lichte, Elke Bettecken, Matthias Henschen, Joachim Spitz und Rainer Müldner. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Nicht heilbar, aber behandelbar

So ist es auch Dr. Matthias Henschen, dem Direktor des des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, wichtig zu betonen, dass diese Krankheit derzeit leider zwar immer noch nicht heilbar ist, wohl aber sehr gut behandelbar. „Allerdings macht es einen großen Unterschied, ob die Kinder durch eine zu späte Diagnose ins Koma fallen und so gleich auf der Intensivstation eingeliefert werden oder frühzeitig durch eine entsprechende Insulin-Behandlung therapiert werden können“, erläutert der Mediziner.

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Gerade bei kleinen Kindern kann sich die Lage schnell zuspitzen

Und gerade bei kleinen Kindern kann der Krankheitsverlauf unter Umständen sehr schnell eskalieren. Wo es sonst mehrere Wochen sein können geht es hier nur um wenige Tage. „Uns ich wichtig, dass gerade junge Eltern um diese Krankheit wissen und auf die Symptome achten um schnell darauf reagieren zu können“, sagt Elke Bettecken.

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Flyer und Plakate sollen vor allem junge Eltern informieren

Für Rainer Müldner, Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft VS und Joachim Spitz, Vorsitzender des Stiftungsrats der Prokids-Stiftung war es eine kurzentschlossene Selbstverständlichkeit, hier sofort mitzumachen. Dank ihrer finanziellen Unterstützung können nun die Aufklärungsflyer und Plakate gedruckt und an Schulen, Kindergärten, Arztpraxen, Apotheken und anderen Orten verteilt werden. Auch Geschäfte die sich hier engagieren möchten können mit dem Material ausgestattet werden.

Forum in der Neuen Tonhalle befasst sich mit dem Thema

Elke Bettecken und Kai Lichte haben das Material von der Olga-Klinik aus Stuttgart bekommen, wo man dank dieser Informationskampagne die Krankheitsrate innerhalb kürzester Zeit von 28 auf 16 Prozent senken konnte. Die beiden werden ihre Ketoazidose-Präventionskampagne auch im Rahmen des Forum „gesund und vital“ des Gesundheitsnetzwerkes Schwarzwald-Baar am Sonntag, 3. November, in der Neuen Tonhalle in Villingen präsentieren.