Die eigenständige Wasserversorgung der Gemeinde und deren zukünftige Sicherung war eines der Haupthemen in der jüngsten Sitzung des Niedereschacher Gemeinderates. Dazu legte Dominik Bordt von den BIT Ingenieuren im Beisein von Wassermeister Reiner Schütz der Ratsrunde ein umfangreiches Strukturgutachten vor, erläuterte den Ist-Zustand und blickte in die Zukunft, was seitens der Gemeinde zu tun ist, damit der Eigenbetrieb Wasserversorgung auch weiterhin so reibungslos wie bisher funktionieren kann.

Versorgung langfristig sicherstellen

Bürgermeister Martin Ragg hatte vor Beginn der Ausführungen von Bordt darauf hingewiesen, dass der Klimawandel in aller Munde sei und auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben werde. Die zunehmenden trockenen Sommer stellen auch die Frage, inwieweit man seitens der Gemeinde die Wasserversorgung für die Bürger sicherstellen könne. Deshalb habe man das Strukturgutachten in Auftrag gegeben, so Ragg.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Wasserversorgung Niedereschach habe bisher glücklicherweise noch nie ein Versorgungsproblem gehabt, einzig beim Sturm Lothar 1999 musste in Fischbach kurzfristig das große Notstromaggregat installiert werden, so ein umfassender Rückblick von Dominik Bordt. Unabhängig davon habe der sehr trockene Sommer 2018 vielen Versorgern in Deutschland ihre Grenzen aufgezeigt. Deshalb habe das Land Baden-Württemberg allen Versorgern empfohlen, im Rahmen eines Strukturgutachtes zu beleuchten, welche Maßnahmen langfristig für die Wasserversorgung sinnvoll sind und welche Ersatzversorgungsmaßnahmen im Notfall ergriffen werden können.

Längetalquellen als Ersatz

Die einzige bisher vorhandene Ersatzversorgungsmöglichkeiten im Ort seien die Quellen im Längental, die seit nunmehr 25 Jahren nicht mehr genutzt werden. Das Schutzgebiet für die Quellen wurde aber nach wie vor aufrechterhalten, was die Nutzung von Erweiterungsflächen einschränkt. Ein direkter Einsatz der Quellen in der Versorgung sei jedoch technisch aktuell gar nicht mehr möglich.

Gemeinde sollte auf Nachwuchssuche gehen

Bordt erläutert die wichtigsten Zahlen, Fakten und technischen Daten und zeigte sich mit den technischen Einrichtungen und den Leitungen und allem, was rund um die Wasserversorgung Niedereschach notwendig ist, sehr zufrieden. Es gehe jedoch darum, den Blick bis ins Jahr 2040 zu richten und diesbezüglich stünden für Niedereschach auch wichtige Entscheidungen im Raum. Mit Blick auf die notwendige fachliche Qualifikation des Wassermeisters und dem Alter von Wassermeister Reiner Schütz riet Bordt der Gemeinde zudem, sich eventuell auch einmal um das Thema Nachwuchs zu kümmern.

Behälterkapazität zu gering

Klar sei auch, dass der Hochbehälter in der Dauchinger Straße viel zu klein sei. Er schlage deshalb vor, an anderer Stelle die besser dafür geeignet ist und auch vom Gefälle her optimaler wäre, als Ersatz für den Hochbehälter Dauchinger Straße einen Hochbehälter mit größerem Fassungsvermögen zu erstellen.

Kooperation mit Nachbarn angeregt

Zudem könnte er sich vorstellen, dass man im Rahmen eines interkommunalen Projektes eventuell mit der Nachbargemeinde Königsfeld -Neuhausen, mit Dauchingen oder mit Deißlingen im Bereich der Wasserversorgung für noch mehr Sicherheit sorgt. Eine solche Lösung könnte unter Umständen für Niedereschach und auch für die beteiligten Gemeinden von großem Vorteil sein. Diesbezüglich gebe es sogar aktuell sehr gute Möglichkeiten, an Zuschüsse durch das Land zu kommen.

Was die Wassermengen und Wasserqualität angeht, habe Niedereschach eine vergleichsweise sehr gute Wasserversorgung zu bieten. Das Hauptleitungsnetz ist 64 Kilometer lang. Um dieses immer auf dem laufenden Stand zu halten, wären laut Bordt jährliche Wasserleitungsverlegungsarbeiten in einer Größenordnung von 1,3 Kilometer notwendig.