Ein weiteres millionenschweres Anbau- und Sanierungsprojekt an der Gemeinschaftsschule Eschach-Neckar steht in den Startlöchern. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten Fee Möhrle und ihr Vater Karl-Peter von der mit den Planungen beauftragten Arbeitsgemeinschaft MoRe Architekten aus Freiburg den Entwurf zur Erweiterung vor. Vorgesehen sind drei Klassenräume, außerdem enthalten eine Analyse, Optimierung und Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Maßnahmen, Termine und Kosten wurden den Räten präsentiert.

Rektor Peter Singer und Konrektor Rainer Morschl im naturwissenschaftlichen Fachraum, für den die Gemeinde Niedereschach über 400 000 Euro investiert hat. Ein weiteres millionenschweres Anbau- und Sanierungsprojekt steht bereits in den Startlöchern.
Rektor Peter Singer und Konrektor Rainer Morschl im naturwissenschaftlichen Fachraum, für den die Gemeinde Niedereschach über 400 000 Euro investiert hat. Ein weiteres millionenschweres Anbau- und Sanierungsprojekt steht bereits in den Startlöchern.
  • 231 000 Euro Mehrkosten: Der Knackpunkt, der auch für kontroverse Diskussionen im Rat sorgte, waren die Mehrkosten. Nach der neuen optimierten Planung schlägt der 3. Bauabschnitt nach den Berechnungen des Architektenbüros mit stolzen 231 052 Euro Mehrkosten gegenüber der Kostenabschätzung aus dem Jahr 2018 zu Buche. Dies sei dadurch bedingt, dass der ursprünglich geplante Aufzug wohl ungünstig positioniert war und als neuer Aufzugsanbau geplant werden musste. Für die hohen Mehrkosten, so die Architekten, sorgen auch die gesamten Versorgungsleitungen aus der Zentrale, an die die neuen Bauabschnitte angehängt werden müssen. Die Leitungen seien, so haben die Untersuchungen ergeben, zum Großteil komplett durchgerostet, weshalb von der Zentrale bis zu den neuen Bauabschnitten neue Leitungen verlegt werden.
  • Kostensteigerung wird hinterfragt: Dass Kostensteigerungen bei solchen Projekten anfallen, sei ja fast normal, so Michael Asal. Ein Anstieg der Kosten von 110 000 auf 271 000 Euro allein bei den technischen Anlagen sei jedoch extrem. Asal wollte wissen, worin diese Kosten begründet seien. Und Peter Engesser befürchtete sogar, dass die Summe wohl nicht ausreichen werde. Denn kaum dass die Gewerke einmal vergeben sind, kämen auch schon die weiteren Nachträge, so kenne er es aus Erfahrung. „Da wird die Kämmerin Melanie Cziep noch Augen machen.“ Dazu betonte Karl Peter Möhrle, dass die Kostenabschätzungen von 2018 nicht von seinem Büro stammten.
  • Komplett neues Leitungssystem nötig: Eine Prüfung habe ergeben, dass die Versorgungsleitungen wie Heizung, Trinkwasser und teilweise auch Elektroinstallation und Abwasserleitungen durch Kriechgänge laufen, die nur teilweise zugänglich seien, erklärte das Architekten-Duo. Darin zu arbeiten, sei nicht machbar und auch für niemanden zumutbar, deshalb müssen die Kriechgänge neu erschlossen werden. Das koste Zeit und Geld. Auch Ortsbaumeister Hartmut Stern betonte, dass es wichtig sei, die neuen Bauabschnitte nicht an die alten Leitungen anzuschließen.
  • Zeitplan für die Bauabschnitte: Starten sollen die Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit dem zweiten Bauabschnitt im kommenden Monat, bedingt durch den Termin für die Förderungsmaßnahmen mit Abgabeschluss im März. In den Sommerferien könne dann mit den Rohbauarbeiten zum dritten Bauabschnitt begonnen werden. Bis zum Jahresende folge dann der Innenausbau der zweite Ebene mit Anbau an die Erweiterung, Einbau der Brandschutzelemente, den Fassadenarbeiten und den Dacharbeiten, so die zeitliche Planung des Architektenbüros.
  • Die Ratsentscheidung: Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Umsetzung der optimierten Planung für den Neubau sowie für den Standort des Aufzuges bei Mehrkosten für den dritten Bauabschnitt (Neubau) von 20 000 Euro und für den zweiten Bauabschnitt (Sanierung) von 40 000 Euro. Auf die Frage von Markus Dietrich, was es denn nun mit den 231 000 Euro an Mehrkosten auf sich habe, antwortetet ihm Bürgermeister Martin Ragg, dass es sich dabei um die derzeit angenommenen gesamten Mehrkosten für den dritten Bauabschnitt handle und diese noch nicht zur Abstimmung stünden.