Die Wanderer des Blumberger Schwarzwaldvereins sind in Kürze wieder unterwegs – und zwar im Corona-Modus. Da die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden müssen, konnte nicht einfach wieder der unterbrochene Wanderplan aufgenommen werden. Deshalb entschieden sich die Vorsitzende und ihr Stellvertreter, Monika und Lothar Recktenwald, zunächst einmal nur solche Wanderungen anzubieten, die auf breiten Pfaden verlaufen und für die keine Auto-Fahrgemeinschaften gebildet werden müssen – also Rundwanderungen ab und um Blumberg.

Der Längewald ist im Juli Wanderziel des Blumberger Schwarzwaldvereins. Das Luftbild zeigt die im Februar 2018 gerodete Stelle für den Windpark Länge.
Der Längewald ist im Juli Wanderziel des Blumberger Schwarzwaldvereins. Das Luftbild zeigt die im Februar 2018 gerodete Stelle für den Windpark Länge. | Bild: Klaus Meilhammer

„Es ist der Wahnsinn, wie viele Autos mit auswärtigen Kennzeichen da rumstehen. Wenn ich jetzt in der Wutachschlucht wandern wollte, dann würde ich morgens um 7 Uhr losmarschieren“, sagt Monika Recktenwald. Ihre Beobachtung betrifft den Parkplatz an der Wutachmühle. Ganz offensichtlich verspüren sehr viele Menschen nach Wochen und Monaten, in denen sie coronavirusbedingt ihre Freizeitaktivitäten einstellten, einen Frischluft-Nachholbedarf. Den lebten sie vor allem in bekannten Wanderregionen und auf Premium-Wanderwegen aus, so Recktenwald, die seit zehn Jahren der Ortsgruppe Blumberg vorsteht. Diese zertifizierten und viel beworbenen Wander-Routen seien in der Regel sehr gut beschildert und machten es Ausflüglern leicht, sich zu orientieren. „Viele Menschen können heutzutage keine Wanderkarte mehr lesen und sind verloren, wenn ein Hinweisschild mal fehlt“, sagt Recktenwald.

Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldvereins: „Es ist ein kurioser Aspekt der Corona-Krise, dass einerseits viele Menschen in Zeiten der Pandemie das Wandern in der Heimat wiederentdecken und andererseits die Wandervereine ihre Angebote in diesem Frühjahr absagen mussten.“
Meinrad Joos, Präsident des Schwarzwaldvereins: „Es ist ein kurioser Aspekt der Corona-Krise, dass einerseits viele Menschen in Zeiten der Pandemie das Wandern in der Heimat wiederentdecken und andererseits die Wandervereine ihre Angebote in diesem Frühjahr absagen mussten.“ | Bild: Scherrer, Aurelia

Erst dreimal in diesem Jahr haben die Mitglieder des Schwarzwaldvereins, die sich immer über neue Gesichter freuen, ihre Trekkingschuhe geschnürt: für eine Fackelwanderung auf dem Fürstenberg, eine Winterwanderung in Rothaus und für die Bezirkswinterwanderung in Riedböhringen. Dann der Corona-Lockdown, der zur Absage der Jahreshauptversammlung führte und dem anschließend elf Wandertermine zum Opfer fielen, darunter so attraktive Angebote wie eine Etappenwanderung auf dem Wasser-Welten-Steig (siehe Infokasten) oder die Gaisshölle Sasbachwalden. Umso glücklicher ist Monika Recktenwald, dass es in Kürze wieder losgeht – im besten Sinne des Wortes. Manche Freizeitaktivitäten hatten sich ja zuletzt ins Internet verlagert. Virtuell mit den Augen wandern geht zwar und man bekommt davon auch keinen Muskelkater: Doch ein richtiger Ersatz für das alle Sinne ansprechende Wandern ist das nicht. „Wir werden wohl die meisten Wanderziele, die dieses Jahr nicht stattfinden konnten, im nächsten Jahr nachholen“, so Monika Recktenwald.

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Eine Gruppe darf gemeinsam wandern, wenn dabei eine Perlenkette-Formation gebildet wird. Das heißt: Personen aus zwei Haushalten dürfen ohne Mindestabstand wandern. Nach einem Mindestabstand von 1,5 Metern dürfen wieder Personen aus zwei Haushalten wandern. Bei der Wanderungen muss kein Gesichtsschutz getragen werden, der würde den Teilnehmern ja den ganzen Spaß nehmen. Auch Recktenwald und ihr Bruder werden als Wanderführer ohne Mund- und Nasenschutz unterwegs sein, denn sie erzählen ja viel Wissenswertes über Fauna und Flora. Das geschieht natürlich an Stellen, an denen die Mitwanderer genügend Abstand voneinander halten können. Außerdem ist die Gefahr, dass man sich infiziert, in der freien Natur laut erfahrenen Virologen deutlich geringer als in Innenräumen.

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Der Schwarzwaldverein wird mit dem Saisonstart der Museumsbahn an diesem Donnerstag wieder die geführten Wanderungen auf dem Sauschwänzlebahnweg betreuen. Unter Schusters Rappen wird die „Schlechtwettervarainte“ genommen. Es geht also nicht über den Felsenweg, sondern über den Unteren Flüheweg – weil dort die Pfade breiter sind und der Abstand besser eingehalten werden kann.

Termine: Sonntag, 12. Juli, Wanderung im Rothauser Land, Treffpunkt 10.30 Uhr am Stadtbrunnen Blumberg zwecks Fahrt in eigenen Pkws (keine Fahrgemeinschaften) nach Glashütten; Mittwoch, 22. Juli, Wanderung im Längewald. Treffpunkt 14 Uhr am Wanderparkplatz Schächer. Bei beiden Wanderungen wird eine Teilnehmerliste erstellt mit Kontaktdaten. Menschen mit Covid19-Symptomen und mit Kontakt zu Infizierten dürfen nicht mitwandern. Anmeldungen bei Monika Recktenwald, Telefon 0 77 02/47 78 55.

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