Das waren bei der Haushaltsberatung gute Nachrichten: Als es im Gemeinderat um die Eigenbetriebe der Stadt ging, berichtete Kämmerer Jürgen Fischer für den Eigenbetrieb Breitbandversorgung, dass sie bis 2023/24 einen Bedarf von elf Millionen Euro hätten, mehrere Millionen weniger als ursprünglich angenommen. „Wir werden das alles kreditfinanzieren, im Moment zahlen wir noch Defizitzinsen an den Eigenbetrieb.“

Sieben Millionen Euro Zuschüsse

Ein Meilenstein 2020 war der Anschluss im Achdorfer Tal. Nach acht Monaten Bauzeit werden die Gemeinden Achdorf, Aselfingen, Eschach, Opferdingen und Überachen an das kommunale Glasfasernetz angeschlossen. Dabei handelt es ich nicht nur um das erste mit Bundesfördermitteln fertiggestellte Projekt des Zweckverbands Breitbandversorgung, sondern, nach Informationen des Büros Atene Kom, auch um das bundesweit erste betriebsbereite Projekt aus dem sechsten Förderaufruf von 2018, teilt der Zweckverband mit.

Blumberg übernahm zehn Prozent

Die Stadt Blumberg musste für das Ortsnetz noch rund zehn Prozent der Kosten übernehmen. Laut dem Förderantrag lagen die Kosten bei 2,4 Millionen Euro. 701.000 Euro betrafen das Backbone zwischen Blumberg und Achdorf, die beantragte Förderung lag bei 368.000 Euro, die restlichen 333.000 Euro kommen auf den Schwarzwald-Baar-Kreis und die Stadt zu. Von den 1,7 Millionen Euro für das Ortsnetz übernehmen laut Förderantrag der Bund 850.000 Euro und das Land 680.000 Euro, die restlichen 170.000 Euro bleiben bei der Stadt.

Im Achdorfer Ortsteil Aselfingen ging der Glasfaserausbau im Juli dem Ende entgegen, die restliche Kabelrolle kann woanders verwendet werden. Bild: Bernhard Lutz
Im Achdorfer Ortsteil Aselfingen ging der Glasfaserausbau im Juli dem Ende entgegen, die restliche Kabelrolle kann woanders verwendet werden. Bild: Bernhard Lutz | Bild: Lutz, Bernhard

Kämmerer Fischer teilte mit, der Zweckverband habe bereits die Hälfte des Betrags für die Talgemeinden abgerechnet. Für die nun anstehenden Anschlüsse von Fützen, Kommingen, Riedöschingen und Hondingen rechneten sie mit einer Förderquote von 60 Prozent.

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Bürgermeister Markus Keller erklärte dazu im Gemeinderat, „mit jedem Teilort, den wir erschließen, steigt die Qualität.“ Er sei froh, dass die Stadt nun auch Fützen, Kommingen, Riedöschingen und Hondingen miteinbeziehen könne, dort fehlt noch der Anschluss vom Verteiler bis in die Wohnhäuser, auf diesem Abschnitt liegt bisher noch Kupferkabel. Der Bürgermeister äußerte sich auch froh, das Blumberg als eine der ersten Kommunen im Schwarzwald-Baar-Kreis den wirtschaftlichen Schritt mit dem Eigenbetrieb gemacht habe.

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Stadtrat Dieter Selig (CDU) wies darauf hin, dass in der ersten Aufstellung des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar für Blumberg ein finanzieller Aufwand von 18 Millionen Euro gestanden habe. Jetzt seien es nur noch elf Millionen Euro, dank der Zuschüsse von Bund und Land, das habe der Stadt gut getan.

Fast 1,3 Millionen Euro für Investition

Für das nächste Jahr stehen 1,287 Millionen Euro für den Anschluss Fützens im Investitionsplan, dort ist zugleich der Zusammenschluss der Glasfaser-Netze des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar mit dem Glasfasernetz des Landkreises Waldshut vorgesehen. 30.000 Euro sind für den Anschluss von Nachzüglern vorgesehen, weitere 20.000 Euro stehen als Reserve für die Schlussabrechnung.

Riedböhringen

Blumbergs größter Stadtteile hat den Nachteil, dass er nach den Richtlinien der Förderkulisse bislang nicht als unterversorgt gilt, da bereits ein Kabelanschluss existiere und zwei Anbieter zugange seien. Nach derzeitigem Stand würden sie keinen Euro Zuschuss erhalten, erklärte Bürgermeister Markus Keller. Denkbar sei aber, dass sich die Kriterien bei der Unterversorgung noch einmal ändern.

Breitband in Blumberg

  • In den Jahren 2011/12 erhielten Riedböhringen, Hondingen, Riedöschingen, Kommingen und Fützen als erste fünf Stadtteile den Glasfaseranschluss bis zum Verteilerkasten, von dort geht es bisher noch über Kupferleitungen in die Gebäude. Diese Strecken sollen nun durch Glasfaser ersetzt werden, in diesem Jahr ist Fützen vorgesehen, weil der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar dort auch sein Glasfasernetz zwischen den Gemeinden (Backbone) mit dem Netz des Landkreises Waldshut verbinden will.
  • In den Jahren 2015/16 erhielt der Großteil der Kernstadt (drei von fünf Abschnitten, darunter Zollhaus) den Breitbandanschluss, dann schon ins Haus.
  • In den Jahren 2017/18 erhielten die Stadtteile Epfenhofen sowie Nordhalden mit Neuhaus und der Ortsteil Randen den Glasfaseranschluss ins Haus. Danach erfolgte der restliche Ausbau in der Kernstadt.
  • Achdorfer Tal: Als einzige der fünf Achdorfer Ortsteile erhielt Eschach im Herbst 2017 den Breitbandanschluss im Zuge der Backbone-Verlegung von Riedböhringen nach Mundelfingen. (blu)