Blumberg – Für viele ist sie ein Segen, die Werkrealschule in Blumberg. Anfang der 1990er vom damaligen Schulleiter Robert Bornhäuser an der Scheffelschule eingeführt, hat sie sich längst etabliert. Viele Schüler legten auf diesem Weg die Mittlere Reife ab, und begannen dann einen erfolgreichen Berufsweg.

  • Seit die verbindliche Grundschulempfehlung im Jahr 2012 wegfiel, gehen die Schülerzahlen und Anmeldungen auf der Werkrealschule zurück. Waren es im Schuljahr 2011/2012 noch 211 Schüler, sind es aktuell 135 Schüler.
  • Viele Eltern schicken ihre Kinder nun auf die Realschule. Im Gemeinderat wurde am 26. April intensiv über die Werkrealschule diskutiert. Anlass war ein Antrag der CDU-Fraktion mit der Folge, dass sich letztlich der gesamte Gemeinderat einhellig hinter die Werkrealschule stellte und sich für ihren Verbleib aussprach.
  • In der Öffentlichkeit tritt die Schule nicht so sehr in Erscheinung. Das mag auch daran liegen, dass die frühere Scheffelschule und die Eichbergschule in Blumberg seit dem Schuljahr 2016/17 unter dem Namen "Grund- und Werkrealschule Eichberg" einen Schulverbund mit derzeit insgesamt 370 Schülern bilden. Was macht die Werkrealschule aus, wo sind ihre Stärken, welche Vorteile bietet sie? Der SÜDKURIER sprach mit Schulleiter Sven Schuh und Konrektorin Laila Siebel.
  • "Es macht Spaß, auch wenn die Zeiten besser sein könnten", beginnt Schulleiter Sven Schuh. Derzeit besuchen neun Fünftklässler die Schule, sie werden in einer Klasse mit den Sechstklässlern unterrichtet. Für das kommende Schuljahr hat die Werkrealschule schon zwölf Anmeldungen. Und es wird wieder eine zehnte Klasse geben.
  • Was macht diese Schule aus? Sven Schuh und Laila Siebel: "Wir sind eine Werkrealschule, trotzdem sind das Klientel die Hauptschüler, die den Abschluss nach Klasse neun machen und über die zehnte Klasse den mittleren Bildungsabschluss machen können." Und sie ergänzen: "Wir unterrichten auf dem grundlegenden Niveau, die Realschule unterrichtet in den Klassen fünf und sechs auf dem mittleren Niveau".
  • Als Vorteil der Werkrealschule nennen Siebel und Schuh: "Wir bieten kleine Klassen an mit Fördermöglichkeiten." Dadurch entstehe eine familiäre Atmosphäre. Sie schauen auch, dass die Lehrer, besonders die Klassenlehrer, eine Klasse in mehreren Fächern unterrichten. Sie pflegten das Klassenlehrerprinzip, "damit die Schüler eine Bezugsperson haben." Der Klassenlehrer habe eine stärkere Position.
  • "Wir können eher individuell auf den einzelnen Schüler eingehen", schildert Laila Siebel. Im Fach Mathematik erhielten die schnelleren Schüler andere Aufgaben und die langsameren Schüler mehr Hilfestellung. Sven Schuh ergänzt: Bei 16 Schülern in einer Klasse habe er den einzelnen Schüler mehr im Blick. Und die Fünft- und Sechstklässler nehmen die Hilfe gerne an.
  • Ein weiterer Vorteil ist der Schulverbund: "Wir haben mehrere Lehrkräfte, die an der Grund- und an der Werkrealschule unterrichten." So kennen die Grundschüler, die danach die Werkrealschule besuchen, bereits einige Lehrer. "Diese Mischung ist sehr wertvoll."
  • Schulsozialarbeit: Große Unterstützung erfährt das Lehrerkollegium durch Schulsozialarbeiterin Heike Schempp. Den Fünftklässlern biete sie Sozialtraining an, die Schüler kämen aus verschiedenen Schulen und müssten zusammenwachsen. Wertvoll sei, dass die Schulsozialarbeiterin eine Person sei, die von außen auf die Schüler und die Schule blicke.
  • Prävention: In den Klassen fünf, sechs und sieben stehen Prävention durch die Polizei an, Ende Juni gehe es um Mobbing und Cyber-Mobbing, kürzlich zeigte der Weimarer Kulturexpress in der Scheffelschule ein Thema über Drogen (wir berichteten).
  • In der Klasse 8 beginne die Berufsorientierung. Neben Praktika biete die Schule zusammen mit der Agentur für Arbeit eine Berufseinstiegsberatung an. Die Barmer Ersatzkasse und Firmen wie Metz Connect bieten Bewerbertraining an und den Knigge, sprich Antwort auf die Frage: Wie verhalte ich mich richtig im Praktikum?
  • Der Kontakt zur Wirtschaft wird durch Bildungspartnerschaften mit Metz Connect, der Firma Straub Verpackungen und dem Schwarzwaldhof sowie gemeinsame Veranstaltungen wie das Forum "Berufe live", das am 16. Juni wieder von 9 bis 12.30 Uhr an der Scheffelschule stattfindet, gepflegt. Im Vorfeld bietet die Schule zusammen mit Firmen am Mittwoch, 13. Juni, ein Elternforum an.
  • Die Eltern wissen die Arbeit des Kollegiums der Werkrealschule zu schätzen, berichten der Schulleiter und die Konrektorin. Das hätten die Eltern erst vorige Woche wieder auf der Elternversammlung deutlich gemacht.
  • Anmeldungen: Vor den Anmeldeterminen im Frühjahr bietet die Schulleitung den Eltern der Viertklässler Beratungstermine an. "Unser Schwerpunkt ist die Förderung," erklärt Sven Schuh, "wir zeigen, wie wir die Schüler individuell unterstützen können."
  • Kontakt: Über das Sekretariat unter Telefon 07702/38 04 sowie per E-Mail: sven.schuh@gws-eichberg.de, oder an laila.siebel@gws-eichberg.de.

Zur Person

Sven Schuh ist seit 1. Februar 2004 an der Scheffelschule, wie die Werkrealschule früher hieß, und seit 1. Februar 2013 als Rektor. Er studierte die Fächer Deutsch, Heimat- und Sachkunde sowie Katholische Religion, er unterrichtet aber auch andere Fächer.

Laila Siebel ist seit 2015 an der Werkrealschule, seit dem Schuljahr 2016/17 ist sie Konrektorin des damals neu gebildeten Schulverbunds Grund- und Werkrealschule Eichberg. Sie studierte die Fächer Mathematik, Heimat- und Sachunterricht sowie Biologie und unterrichtet ebenfalls auch alle anderen Fächer. (blu)

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