Wenn Ulla Hilgard vor der leeren Leinwand steht, hat sie nicht unbedingt ein Motiv im Sinn. Sie versucht loszulassen, das rationale Denken auszuschalten und ihren inneren Impulsen zu folgen. „Was da in mir entsteht, versuche ich so schnell wie möglich in Malerei umzusetzen“, erklärt Ulla Hilgard. Die Bildidee entstehe oft erst während des Malens. So scheint sich ihr Innerstes in Farben und Formen mal in harmonisch heiterem Einklang, aber auch in kräftigen aufgewühlten Pinselstrichen Ausdruck zu verschaffen.

Frauen sollen eine größere Rolle in der Gesellschaft spielen

Beim Thema „Frau“ hat sie ganz konkrete Vorstellungen: „Ich würde mir wünschen, dass Frauen eine größere Rolle in der Gesellschaft einnehmen und ihre Fähigkeiten auch einbringen“, bezieht sie sich auf ihr Bild „Seejungfrau“ in der Stadtgartengalerie. Die sei aus dem Bad gestiegen, habe alle Attribute abgelegt und in neue Energie verwandelt, die sie für sich selbst nutzt. Die Seejungfrau stehe symbolisch für Selbstbewusstsein und Selbstverantwortlichkeit, Initiative und Empathie.

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Susanne Sterk malt eine Hommage an Venedig – und die Zeit vor Corona

Auch Susanne Sterk möchte in ihrer Malerei Gefühle darstellen. Sie malt hauptsächlich Portraits von Menschen, wobei sie als Vorlage auch mehrere Fotos nutzt. Beim Malen beschönigt sie nichts, Spuren des Lebens wie Falten und Narben hält sie fest. Ihr Bild „Serenissima“ ist das Portrait einer Stadt und eine Hommage an Venedig: „Der Zauber der Stadt versetzt mich in eine andere Zeit und inspiriert mich immer wieder aufs Neue“, sagt Susanne Sterk. Vor der Corona-Krise gemalt, könne es symbolisch für die Menschen in der Zeit vor Corona stehen.

Venedig ist für Susanne Sterk immer wieder Inspirationsquelle: Ihr Bild „Serenissima“ steht für den Zauber der Stadt, in der die Zeit ihre Spuren hinterließ.
Venedig ist für Susanne Sterk immer wieder Inspirationsquelle: Ihr Bild „Serenissima“ steht für den Zauber der Stadt, in der die Zeit ihre Spuren hinterließ.

Experimentierfreudig geht die Künstlerin auch neue Wege. Um in ihren großformatigen Portraits von Menschen extreme Gefühlsregungen herauszuarbeiten, setzt sie selbst Spuren in die Gesichter: In Ausschnitten näht sie Fäden mit der Nähmaschine auf die Leinwand, wobei manche Fäden als Spuren, die sich verlieren, freischwebend hängen bleiben. „Man schaut genauer hin und es wirkt wie ein Blick durch ein Vergrößerungsglas“, sagt Susanne Sterk.

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