Ob sie Über-Übermorgen tatsächlich alle Künstler und Künstlerinnen sind, soll dahingestellt bleiben. Heute jedoch zeigen die Oberstufen-Schülerinnen und Schüler der Gymnasien aus Radolfzell, Singen, Konstanz und Stockach, wie viel künstlerisches Potenzial in ihnen steckt.

Benjamin Thaler, Kunstpädagoge am Friedrich-Wöhler-Gymnasium in Singen, der mit seiner Frau Dinah seit gut einem Jahr „SAGA – Kunst in der Kaserne„ übernommen hat, lud Kollegen ein, die Werke ihrer Schüler auszustellen. Dem folgten Martina Kölsch vom Nellenburg-Gymnasium in Stockach, Kristina Stachon und Norman Plaga vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Konstanz, Matthias Bendau und Robert Endredi vom Friedrich-Hecker-Gymnasium in Radolfzell gerne.

Stillleben und Zeitgeist

Immerhin 86 Schülerarbeiten birgt die Ausstellung. Die Themenstellungen orientieren sich an den abiturrelevanten Aufgaben im Fach Kunst. So zeigen viele Arbeiten Stillleben, aber neben dem genauen Abbild soll auch die Idee, also welcher Zeitgeist im Stillleben herauszulesen ist, sichtbar sein.

Stillleben mit Störungen. Ein Werk aus dem Friedrich-Wöhler-Gymnasium Singen
Stillleben mit Störungen. Ein Werk aus dem Friedrich-Wöhler-Gymnasium Singen | Bild: Veronika Pantel

Sehr detaillierte und präzise beobachtete Naturstudien bergen diese Bilder, manche irritieren durch bewusst gesetzte Störungen, andere prangern mit Schweinsköpfen den hohen Fleischkonsum der Gesellschaft an. Die Antike war Vorbild für Bilder, die den idealisierten menschlichen Körper zeigen. So wurden antike Plastiken nachgestellt und abgezeichnet oder unbekleidete Körperpartien in Buntstiftzeichnungen dargestellt.

Porträts und ihre Abwandlungen

Um Selbstdarstellung und Verwandlung geht es in Porträts und ihren Abwandlungen. Barocke Pendants stehen in ausdrucksvollen Fotografien neben Alltags-Inszenierungen.

Porträtfotos von Schülern des Friedrich-Hecker-Gymnasiums Radolfzell im Vergleich mit ihrem barocken Vorbild
Porträtfotos von Schülern des Friedrich-Hecker-Gymnasiums Radolfzell im Vergleich mit ihrem barocken Vorbild | Bild: Veronika Pantel

Der Kurs von Benjamin Thaler schuf großformatige Porträts zum Thema „Much too Much“: aufgerissene Augen, Schmollmünder oder aufreizende Farbigkeit, mit forschem Strich aufgetragen, zeugen von Übersteigerung des Selbstbildnisses. Form und Raum schließlich sollen Architekturzeichnungen in Bleistift auf Papier einfangen. Die Ausstellung ist bis 26. April geöffnet.

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