Gegründet vor 99 Jahren als Radfahrverein Victoria, aufgelöst um die Jahrtausendwende und wiederbelebt vor sechs Jahren: der Radfahrverein in Weiler gehört mit zu den unkompliziertesten Vereinen im Landkreis. Wer Lust auf eine Tour in geselliger Runde hat, entnimmt dessen Angebot dem Amtsblatt und kommt mit dem Rad und ohne Anmeldung zum Treffpunkt an den Narrenschopf.

Radfahrern fehlt die Geselligkeit

Alteingesessene, Neubürger und Weggezogene schätzen die zehn bis 15 Kilometer langen Fahrradtouren durch die Natur ohne Zwang zu einer Mitgliedschaft. So trifft sich einmal pro Monat am Wochenende eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von fünf bis 20 Personen, die gemeinsam Spaß am Radfahren haben und am Reiseziel oder unterwegs einkehren, ein Museum besuchen oder Betriebe besichtigen. Und weil die Geselligkeit im Verein beliebt ist, lassen sich sogar drei Mitglieder im Alter von über 80 Jahren mit dem Auto an die Zielorte bringen.

Den rund 30 Vereinsmitgliedern und lose assoziierten Radfahrern fehlen seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Touren in die nähere Umgebung sowie die winterliche Einkehr im Vereinsheim. Im vergangenen Sommer veranstaltete der Verein lediglich einen kleinen Ausflug. Die Radfahrer begegnen sich seit den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eher zufällig im Dorf oder kommunizieren über eine Whatsapp-Gruppe.

Zunächst keine Einkehr

„Die Menschen machen sich jetzt schon Gedanken, was man in der Zeit nach Corona machen könnte“, vermutet der zweite Vorsitzende, Martin Bürgel. Beim einzigen Treffen zwischen den Lockdowns habe es ein reges Interesse gegeben. Bürgel ist deshalb sicher, dass auch nach dem zweiten Lockdown wieder viele Radfahrer kommen werden.

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Weil im Verein ältere Radfahrer sind, wollen die Verantwortlichen vorsichtig sein: „Wir warten lieber zwei bis vier Wochen nach den Lockerungen ab, ehe wir etwas über das Knie brechen“, so der Vorsitzende Ralf Wiedemann. Auf eine Einkehr wolle er am Anfang verzichten.