Leere Becher, alte Pizzakartons und aufgerissene Tüten – Überbleibsel der vergangenen Nacht liegen kurz und quer am Herosé verteilt. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch am Hörnle, an der Schmugglerbucht oder an anderen öffentlichen Plätzen in Konstanz.

Immer wieder veröffentlichen Anwohner aus Konstanz Bilder davon in den sozialen Netzwerken und ärgern sich über die Rücksichtslosigkeit anderer. Aber liegt es wirklich daran, dass die Menschen ihren Abfall einfach so auf den Boden geworfen haben?

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Das Problem sei, dass die Leute ihren Müll neben die vermeintlich vollen Container stellen, erklärt Henry Rinklin, Abteilungsleiter der Stadtreinigung bei den Technischen Betrieben Konstanz (TBK). Die Ursache sei aber nicht, dass es zu wenig Mülleimer gibt oder diese zu klein sind, merkt Rinklin an.

Henry Rinklin, Abteilungsleiter der Stadtreinigung bei den Technischen Betrieben Konstanz.
Henry Rinklin, Abteilungsleiter der Stadtreinigung bei den Technischen Betrieben Konstanz. | Bild: Chris Danneffel

„Es liegt daran, dass die Leute unsachgemäß, sperrige Dinge, wie Pizzakartons oder Fast Food-Tüten, kreuz und quer in den Müllcontainer stecken und somit der Eindruck entsteht, dass dieser voll wäre“.

Die anderen würden ihren Müll dann nur daneben legen, so Rinklin. „Was viele nicht wissen: Unter dem unscheinbaren Einwurfrohr ist ein Unterflurtank mit 650 Liter Volumen installiert“, ergänzt der Leiter der Stadtreinigung.

Unter dem vermeintlich kleinen Abfallbehälter befindet sich ein sogenannter Unterflurtank, der weitaus mehr Müll aufnehmen kann, als von außen vermutet.
Unter dem vermeintlich kleinen Abfallbehälter befindet sich ein sogenannter Unterflurtank, der weitaus mehr Müll aufnehmen kann, als von außen vermutet. | Bild: Henry Rinklin / Technische Betriebe Konstanz

Auch wenn es wahrscheinlich gut gemeint ist, den Müll neben die Container zu stellen, damit er dort am nächsten Morgen eingesammelt werden kann – sinnvoll sei das nicht. Denn hier kommen die Wildtiere ins Spiel, die nachts und in den frühen Morgenstunden in Konstanz aktiv sind.

„Raben, Füchse und Marder riechen das, kommen und ernähren sich von dem Müll, der da rumsteht. Dabei verteilen sie ihn überall auf den Wiesen“, erklärt Henry Rinklin. Und so entsteht das Chaos, das verärgerte Anwohner morgens vorfinden – und das von der Stadtreinigung der TBK beseitigt werden muss.

Sperrige Abfälle sammeln sich rund um die Abfallcontainer.
Sperrige Abfälle sammeln sich rund um die Abfallcontainer. | Bild: Henry Rinklin / Technische Betriebe Konstanz

Rinklin habe sogar schon Motive und Comics auf den Mülleimern angebracht, um die Menschen dazu zu motivieren, ihre Sachen ordnungsgemäß wegzuwerfen – ohne Erfolg. Ein weiteres Problem seien Glasflaschen, die nach der nächtlichen Feierei weggeschmissen werden. Denn die Scherben bergen eine große Verletzungsgefahr.

Henry Rinklin kann nicht nachvollziehen, weshalb die Verursacher des Mülls ihren Abfall nicht einfach wieder mit nach Hause nehmen. „Wenn ich zum Wandern in die Berge gehe, nehme ich meine Wasserflasche ja auch wieder mit runter“, sagt der Leiter der Stadtreinigung. Er appelliert an die Konstanzer, ihren Müll „mit Verstand“ zu entsorgen und gibt Tipps, wie das an öffentlichen Containern gelingt.

Tipps zur Müllentsorgung

  • Sperrigen Abfall, wie Pizzakartons, in kleine Einzelteile zerlegen.
  • Den Einwurf nicht mit Fast Food-Tüten verstopfen.
  • Einwegbecher ineinanderstecken und nicht einzeln einwerfen.
  • Wenn der Container voll ist, den Müll nicht danebenstellen, sondern bis zum nächsten Abfalleimer laufen oder den Müll gegebenenfalls zu Hause entsorgen.
  • Übrigens: Es gibt sogar eine Handy-App, die die Standorte des nächsten Abfallbehälters anzeigt. Die Idee stammt vom einem jungen Mann aus Kreuzlingen (der SÜDKURIER berichtete).
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