Luigi Pantisano kann sich bei der Wahl zum Oberbürgermeister einer gewichtigen Stimme endgültig sicher sein. Mitglieder der Freien Grünen Liste (FGL) und des Konstanzer Kreisverbands von Bündnis 90/ Die Grünen sprechen sich „mit überwältigender Mehrheit“ für den 41-Jährigen aus, teilen die Gruppierungen mit. In einem der Corona-Krise geschuldeten Briefwahlverfahren soll Pantisano 80 Prozent der Stimmen der Parteimitglieder erhalten haben, Felix Müller erhielt 20 Prozent.

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Der derzeitige Stuttgarter Stadtrat sagt gegenüber dem SÜDKURIER: „Ich freue mich sehr über die hohe Zustimmung. Sie bestätigt mich in meinem Willen, Oberbürgermeister von Konstanz zu werden und zeigt mir, dass es eine reelle Chance auf einen Amtswechsel gibt.“

Warum stimmten die Grünen für Luigi Pantisano?

Laut Mitteilung der Grünen sei das „klar sozial-ökologische Profil“ von Luigi Pantisano ausschlaggebend für das klare Votum gewesen. Von ihm erhoffe man sich, dass die Stadt bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden könne und sich zudem auf eine hohe Lebensqualität für alle Bürger ausrichte. Erreicht werden solle dies laut der Grünen durch mehr Ruhe, Verbesserungen im Radverkehr, weniger Müll und mehr bezahlbaren Wohnraum.

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Wie sind die Reaktionen des grünen Lagers im Gemeinderat?

Die Fraktionssprecherin der FGL im Gemeinderat, Anne Mühlhäußer, hat ebenfalls für den früheren Quartiersmanager des Gebiets Berchen/ Öhmdwiesen gestimmt. „Ich persönlich unterstütze Luigi Pantisano aus vollstem Herzen“, sagt sie. Sie sei überzeugt, dass der für ein sozial-ökologisches Parteibündnis amtierende Stuttgarter Stadtrat auch „das Thema Klimaschutz bestens vorantreiben wird“.

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Dies ist der Schwerpunkt von Felix Müller, der auf Unterstützung der Aktivisten von Fridays for Future bauen kann. Dass auch er sich bei den Grünen bewarb, sei gut gewesen, meint Mühlhäußer, so habe es eine echte Wahl gegeben. „Schade und nicht zielführend wäre aus meiner Sicht, wenn sich die Kandidaten links der Mitte gegenseitig die Stimmen wegnehmen würden“, meint Mühlhäußer.

Wie verhalten sich andere Fraktionen links der Mitte?

Das Plazet der Linken in Konstanz hatte Luigi Pantisano bereits länger. „Im nächsten Schritt will ich mich dem Junge Forum Konstanz in irgendeiner derzeit möglichen Form persönlich vorstellen.“ Dessen Fraktionschef Matthias Schäfer sagt, man wolle weiter abwarten, welche Bewerber ihren Hut in den Ring werfen. „Das spricht absolut nicht gegen Luigi Pantisano,“ sagt er.

Durch die Corona-Krise sei ein für Ende März anberaumter Termin zum Thema OB-Wahl verschoben worden. Angesichts einer möglichen Änderung des Wahltermins sei aber auch „keine übereilte Entscheidung“ notwendig, so Schäfer.

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Betreibt Luigi Pantisano nun durch mehr Präsenz in Konstanz Wahlkampf?

Eilig hat es auch Pantisano nicht. Jedenfalls, was einen Umzug nach Konstanz angeht. Nach wie vor lebt und arbeitet er in Stuttgart und wird dort auch seinen Wohnsitz behalten. Pantisano räumt ein, dass irgendwann der Zeitpunkt im Wahlkampf kommen müsse, an dem er dauerhaft in der Stadt präsent ist.

„Spätestens zwei Monate vor dem Wahltermin – wann auch immer der nun sein wird – werde ich nach Konstanz ziehen, um mich dort voll dem Wahlkampf widmen zu können“, sagt der 41-Jährige. Ein Rückzieher wegen der Corona-Krise sei nie infrage gekommen – durch die Unterstützung der Grünen nun noch viel weniger.