Still ist es auf den Bühnen der Kulturstätten in Konstanz geworden. Kein Spiel, kein Tanz, keine Musik. Doch seit letzter Woche können Einrichtungen wie das K9, Kommunales Kunst- und Kulturzentrum, nach fast drei monatiger Corona-Pause wieder öffnen. Allerdings mit neuem Hygiene- und Abstandskonzept.

Reduzierte Zuschauerzahl

Marie Therese Gey vom K9 sagt: „Bei unserem kleinen Raum können wir leider nicht die vom Land erlaubten 100 Personen hinein lassen.“ Nadine Matt ergänzt: „Dann können wir die Mindestabstände nicht gewährleisten.“ Beide sind im K9 für die Organisation und die Planung des Programms zuständig.

Marie Therese Gey, Verantwortliche für das Programm, sagt: „Wir können maximal 50 Leute reinlassen.“
Marie Therese Gey, Verantwortliche für das Programm, sagt: „Wir können maximal 50 Leute reinlassen.“ | Bild: Timm Lechler

Deshalb plane man mit einer reduzierten Zuschauerzahl von maximal 50 Personen. Aufgrund des begrenzten Kartenkontingents finden die Konzerte und Veranstaltungen meist an zwei aufeinander folgenden Abenden statt.

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Als weitere Maßnahme wurde das Foyer entstuhlt, Klebestreifen auf dem Boden für ein Einbahnstraßensystem installiert und Desinfektionsmittelspender, sowie Plexiglaswände aufgestellt.

Das Desinfektionsmittel steht für die Besucher des K9 bereit. Außerdem gibt es ein Einbahnstraßensystem, das zur Bar und auf der anderen Seite wieder zurück führt.
Das Desinfektionsmittel steht für die Besucher des K9 bereit. Außerdem gibt es ein Einbahnstraßensystem, das zur Bar und auf der anderen Seite wieder zurück führt. | Bild: Timm Lechler

Im Vorführraum, in dem am Donnerstag und Freitag der Konstanzer Pianist Paul Amrod auftritt, gibt es weniger Tische als sonst, die Plätze sind außerdem festgelegt. Auf der Empore gibt es lediglich vereinzelte Sitzplätze.

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Getränke werden direkt zum Platz gebracht, damit die Menschen sich so wenig wie möglich im Foyer aufhalten müssen. Beim Gang auf die Toilette wird wegen der engen Treppe das Tragen eines Mund-Nasenschutzes empfohlen. Die Laufzeit der Veranstaltungen wurde außerdem reduziert.

Überall wo die Abstände nicht eingehalten werden können, also beispielsweise beim Gang auf die Toilette oder auf die Empore, empfiehlt das Team des K9 das Tragen einer Mund- und Nasenabdeckung.
Überall wo die Abstände nicht eingehalten werden können, also beispielsweise beim Gang auf die Toilette oder auf die Empore, empfiehlt das Team des K9 das Tragen einer Mund- und Nasenabdeckung. | Bild: Timm Lechler

Trotz dieser Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus war das Verlangen zu öffnen bei den Verantwortlichen des K9 groß. Klaus Oechsle, erster Vorsitzender des Vereins, sagt: „Natürlich wollten wir auch aus eigenem Interesse öffnen.

Klaus Oechsle, 1. Vorsitzender des Vereins, sagt: „Die Gäste hatten Entzug von Kultur.“
Klaus Oechsle, 1. Vorsitzender des Vereins, sagt: „Die Gäste hatten Entzug von Kultur.“ | Bild: Timm Lechler

Doch wir haben ebenso das Bedürfnis den Künstlern endlich wieder einen Raum zu geben. Sie sind ja, wie wir, stark von der Corona-Pandemie betroffen. Außerdem hatten auch unsere Gäste Entzug von Kultur, das haben wir an den vielen Mails an uns gesehen.“

K9 ist Teil des „Konstanzer Kultursommers 2020“

Für das vorläufige Programm im Juni wurden vorrangig lokale Künstler herangezogen, die schon öfter im K9 auftraten. Das Programm läuft bis Ende Juli, bevor es in die Sommerferien geht. Das K9 ist außerdem Teil des Konstanzer Kultursommers 2020, bei dem sich mehrere Kulturschaffende und Veranstalter zusammen getan haben, um trotz Corona-Pandemie Kultur nach Konstanz zu bringen.

Untätig ist das Team des K9 aber auch in der Zwangspause nicht gewesen. Es wurde renoviert, gestrichen und am Programm gearbeitet. Am Anfang musste laut Marie-Therese Gey erst einmal alles auf Herbst verschoben werden. Das Programm dort sei jetzt aber erfreulicherweise voll.

„Ich sag es wie es ist...“

Klaus Oechsle, kümmerte sich während dieser Zeit darum, „den Laden wieder über Wasser zu halten.“ Er sagt: „Kultur bringt wenig Geld. Ich sag es wie es ist: Wenn wir eine zweite Welle erleben und der Staat nichts tut, drehen wir hier im K9 den Schlüssel nur noch einmal um. Dann war es das.“

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Doch bis jetzt freue man sich erst einmal auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs, um damit ein kleines Stück zurück in Richtung Normalität zu gehen.