Konstanz Wir zeigen den aktuellen Entwurf: So soll das neue Schwaketenbad außen und innen aussehen

Eineinhalb Jahre noch, dann soll das Konstanzer Schwaketenbad wieder aufgebaut sein. Das versprechen die Geschäftsführer der Bädergesellschaft Konstanz. Allerdings wird der Wiederaufbau, nach jetziger Kalkulation, um eine Million Euro teurer.

Es ist die gute Nachricht für alle Schwaketenbadfreunde. Der Neubau liegt im Zeitplan. Im Oktober 2019 öffneten die Türen, erklärt Norbert Reuter, Geschäftsführer der Bädergesellschaft. Bereits im Herbst dieses Jahres soll der Rohbau stehen.

Reuter und sein Geschäftsführerkollege Robert Grammelspacher müssen allerdings einen Wermutstropfen hinnehmen. Nach jetziger Berechnung stiegen die Kosten um eine Million Euro, sagten sie während der Pressekonferenz zum zurückliegenden Bäderjahr.

Das geplante Schwaketenbad von innen: Zu sehen ist in dem Modell der Architekten oben die Gastronomie mit bewirteten Flächen links vom Gebäude und SB-Bereich rechts vom Gebäude; rechts unten auf dem Bild die Umkleidekabinen, links der Zugang zum Bad.
Das geplante Schwaketenbad von innen: Zu sehen ist in dem Modell der Architekten oben die Gastronomie mit bewirteten Flächen links vom Gebäude und SB-Bereich rechts vom Gebäude; rechts unten auf dem Bild die Umkleidekabinen, links der Zugang zum Bad. | Bild: Bädergesellschaft Konstanz/Behnisch Architekten

Eröffnung im Oktober 2019

Die Konstanzer können es kaum erwarten, bis ihr Schwaketenbad nach dem großen Brand wieder steht. Eineinhalb Jahre lang müssen sie sich noch gedulden. 28,4 Millionen Euro, diese Summe gaben Grammelspacher und Reuter lange als Investitionssumme aus. Sie müssen sie, zumindest vorläufig, um 2,1 Prozent nach oben korrigieren, was die Geschäftsführer auf gestiegene Preise in der Baubranche zurückführen.

Je nach weiterer Entwicklung gibt es Überlegungen, die Steigerung wieder reinzuholen. "Unser Ziel ist, ein Schwaketenbad zu bauen, in dem das Gesamtpaket stimmt", betonte Robert Grammelspacher. Die Bädergesellschaft steht nach wie vor im Austausch mit all jenen, die Wasserflächen dringend und verlässlich benötigen: Schwimmvereine, DLRG, Hochschulsport und Schulen. Erst kürzlich habe es wieder ein Treffen gegeben, sagte Robert Grammelspacher.

Oben links ist in diesem Modell der Architekten ein Teil der neuen Rutsche zu sehen, die über den Außenbereich führt. Das Quadrat stellt das Kursbecken dar, darunter das Hauptbecken. Oben rechts das zusätzliche 25-Meter-Becken, am rechten Bildrand sind die Umkleidekabinen.
Oben links ist in diesem Modell der Architekten ein Teil der neuen Rutsche zu sehen, die über den Außenbereich führt. Das Quadrat stellt das Kursbecken dar, darunter das Hauptbecken. Oben rechts das zusätzliche 25-Meter-Becken, am rechten Bildrand sind die Umkleidekabinen. | Bild: Bädergesellschaft Konstanz/Behnisch Architekten

Brand im Juli 2015

Das Schwaketenbad ist im Juli 2015 abgebrannt. Von der Einrichtung, in der viele Generationen von Konstanzer das Schwimmen gelernt haben, ist nicht viel übrig geblieben. Eine markante rote Tür, die nahezu unversehrt blieb, sollte erst in den Neubau integriert werden. Doch dies hat sich als nicht praktikabel ergeben. Derzeit ist von einem Neubau an selbiger Stelle noch wenig zu sehen, weil die Fachfirmen noch mit Arbeiten im Untergrund beschäftigt sind. Dabei sind sie laut BGK-Geschäftsführung auf Mauern gestoßen – keine historischen, sondern um Kranfundamente aus den 1980er Jahren. Einen großen Teil der Bausumme übernimmt die Versicherung. Sie ersetzt den Wert des abgebrannten Schwaketenbads.

Weil das wachsende Konstanz großen Bedarf an Wasserflächen hat, haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, ein zweites 25-Meter-Becken zu errichten. Bis der Wiederaufbau beendet ist, gibt es einen Ersatz: Über dem Außenbecken der Bodenseetherme ist eine Traglufthalle gestülpt. Die Bädergesellschaft will die Halle nach der Eröffnung des Neubaus verkaufen.

Flaggschiff ist die Therme

Der Neubau des Schwaketenbads steht derzeit sehr im Vordergrund bei der Bädergesellschaft Konstanz (BGK) – ohne dabei ihre weiteren Angebot zu vernachlässigen, wie das Flaggschiff im Unternehmen, die Bodenseetherme. Nach dem Besucherrekord im Jahr 2016 ist die Zahl mit fast 436 000 Euro nahezu konstant geblieben. Einen Rekord verzeichnet Robert Grammelspacher dennoch: "Wir hatten 2017 den besucherstärksten Dezember seit Eröffnung der Therme. Und dieser Trend setzt sich bereits erkennbar fort." Auch der Januar und Februar habe die Besucher mehr denn je in die Therme gezogen. "Das gibt uns einen gewissen Rückhalt für den Rest des Jahres", sagte Grammelspacher.

Die Bädergesellschaft weiß, wie abhängig ihr Erfolg vom Wetter ist. Das hat sich im vergangenen Jahr deutlich gezeigt. Lief es bis Juni ganz gut, hat die Zeit danach die Bilanz der Frei- und Strandbäder verregnet. "Im September hatten wir einen Totalausfall", erinnerte sich Robert Grammelpacher. Beispiel: In den ersten elf Septembertagen kamen 600 Gäste ins Freibad der Therme. In den Jahren zuvor waren es etwa 5000. In der Gesamtsumme bedeutet das für alle BGK-Bäder rund 930 000 Besucher, ein Minus von etwa 55 000.

Am neuen Außenwhirlpool: die Geschäftsführer Norbert Reuter (links) und Robert Grammelspacher.
Am neuen Außenwhirlpool: die Geschäftsführer Norbert Reuter (links) und Robert Grammelspacher. | Bild: Philipp Zieger

Jährlich 900 000 Euro Investitionen

Damit es nicht zum Stillstand kommt und die Konstanzer Bäder attraktiv bleiben, investiert das Unternehmen jährlich etwa 900 000 Euro. Im bevorstehenden Jahr fließt Geld insbesondere in die Technik; fürs Hörnle und das Thermefreibad sind neue Flöße in Arbeit. Im Strandbad Litzelstetten gibt es einen neuen Boden im Becken, nachdem dessen Zustand im vergangenen Jahr für Probleme sorgte. Gut angenommen würden die neu errichtete Kinderplanschzone im Rheinstrandbad und der Außenwhirlpool der Therme, sagte Geschäftsführer Norbert Reuter.

Besucher

  • Zahlen: Die Bodenseetherme zählte 2017 bei 435 879 Besuchern ein Minus von ein Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2016. Das Hallenbad am Seerhein blieb mit 28 836 Gästen (ohne Schulen, Vereine und Uni) nahezu konstant. 465 314 Menschen vergnügten sich in den Strandbädern Horn, Dingelsdorf, Litzelstetten, Wallhausen und Rheinstrandbad, 2016 waren es 517 596. Am Hörnle waren 227 000 Gäste (2016: 272 000), in Dingelsdorf 65 300 (66 000), Litzelstetten 33 000 (34 200), Wallhausen 108 600 (112 500) und im Rheinstrandbad 31 414 Besucher (32 896).
  • Eintrittspreise: Eine weitere gute Nachricht für Badbesucher – die Preise bleiben laut den Geschäftsführern der Bädergesellschaft, Norbert Reuter und Robert Grammelspacher, konstant. Wie viele andere Unternehmen, tut sich auch die Bädergesesellschaft in der Gewinnung von Fachkräften schwer. So hat sie einen Ausbildungsplatz zum Fachangestellten für Bäderbetriebe unbesetzt. Ein Beruf, der mehr sei als lediglich die Aufsicht vom Beckenrand aus. Der Mitarbeiter müsse die Technik etwa in der Therme überwachen.
  • Führung: Wer die Technik in der Bodenseetherme kennenlernen will, hat dazu am Freitag, 16. März, um 17 Uhr die Möglichkeit. Die Bädergesellschaft lädt zur kostenfreien Führung ein. Wer will, kann den Abend für 7,50 Euro im Thermalbad ausklingen lassen.

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