Das Ergebnis war eindeutig: 115 Stettener haben sich bei der Bürgerumfrage zu einem alternativen Windkraftanlagen-Standort für das Gewann „Staufenberg“ ausgesprochen. Dies wurde am Montag im Engener Bürgersaal bekanntgegeben. Der Sprecher der Stettener Bürgerinitiative, Michael Mayer, zeigte sich erleichtert: „Unser Dorf ist nicht gespalten, der Dorffrieden bleibt gewahrt“.

Stettener gründen Bürgerinitiative

Für die Windkraftanlagen auf Engener Gebiet soll die Stadt Tengen, die im Gewann „Brand“ drei Anlagen aufstellen will, im Gegenzug auf eines der Windräder verzichten – auf dasjenige, das vom Herzen des Engener Ortsteils deutlich zu sehen wäre.

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Nachdem die Pläne der Nachbargemeinde im vergangenen Jahr bekannt geworden waren, hatten die Stettener dagegen protestiert und die Bürgerinitiative gegründet. In den vergangenen Monaten hatte sich dann die Lösung mit dem alternativen Standort für zumindest eines der Windräder abgezeichnet.

Mögliche Standorte online vorgestellt

Bürgermeister Johannes Moser und Stadtbaumeister Mathias Distler hatten die Pläne und Auswertungen beider Windrad-Standorte Mitte Juni in einer digitalen Bürgerversammlung vorgestellt. In der Bürgerabstimmung sollten die betroffenen Stettener Bürger direkt zu Wort kommen, begründete Johannes Moser die Entscheidung, nur eine Ortsteil-interne Befragung durchzuführen.

Abzüglich der ungültigen Wahlumschläge und Stimmzettel kamen schließlich 130 gültige Stimmzettel zur Auszählung. 14 Stettener Bürger und Bürgerinnen entschieden sich gegen den Alternativstandort, es gab eine Enthaltung. Für „Staufenberg“ stimmten somit 88,5 Prozent der Wähler.

„Die Wahlbeteiligung ist mit 64,1 Prozent im Prinzip ein gutes Ergebnis“, sagte Bürgermeister Moser. Ein Teil der Bewohner von Stetten sei im Pflegeheim und hätte wahrscheinlich gar nicht teilgenommen. Vertreter des Gemeinderats und der Verwaltung zählten in drei Gruppen die Stimmzettel aus. Publikum, auch aus dem betroffenen Ortsteil, war wenig vorhanden.

Genehmigung ist noch nicht sicher

Das sei bei anderen Wahlen allerdings auch nicht anders, betonte Moser: „Das ist ja auch ein Zeichen des Vertrauens“. Er kündigte an, jetzt in die Verhandlungen mit der Stadt Tengen und mit der Firma Solarcomplex für den Projektentwicklungsvertrag für die Windkraftanlagen einzusteigen.

Noch sei es allerdings nicht sicher, ob die Windkraft-Anlagen wirklich kämen. Im kommenden baurechtlichen Verfahren seien noch Hürden zu nehmen: Verschiedene Gutachten und Stellungnahmen von Natur- und Landschaftsschutz werden vor der endgültigen Genehmigung mit einfließen. „Das ist kein Selbstläufer“, so Bürgermeister Johannes Moser.