Die Situation in Sachen Borkenkäfer und auf dem Holzmarkt, der Klimawandel und die Neuorganisation des Forstwesens waren am Donnerstag Themen in der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Ibach-Todtmoos-Hotzenwald. Zudem standen Satzungänderungen auf der Tagesordnung.

„Die Probleme erschüttern uns bis ins Mark“, sagte der Leiter des Kreisforstamtes Helge von Gilsa und sprach damit zum einen die Schäden im Wald, zum anderen die Auflösung des Einheitsforstamtes an. Was den Klimawandel betrifft, sei der Landkreis Waldshut der Hotspot im Land. Rund zehn Prozent des Gesamtschadens im Land seien im Landkreis zu verzeichnen. Auf die zu heißen Tage hätten die Wälder bis in tiefe Lagen sehr sensibel reagiert, so von Gilsa.

Realistischerweise sei mit einer Klimaerwärmung von 4,5 Grad zu rechnen, führte die Borkenkäfermanagerin des Landkreises Elena Kummer weiter aus. Zu erwarten seien bislang noch nicht definierte Klimate. Sicher sei jedoch, dass das Klima künftig nicht mehr geeignet sein werde für Fichte und Tanne. Daher gelte es es, auf zukunftsfähige Baumarten und Mischungen zu setzen. Es sei wie bei den Aktien, ergänzte von Gilsa: „Nicht alles auf eine Karte setzten, sondern für eine Mischung sorgern“.

Was den Stand in Sachen Borkenkäfer betrifft, erklärte Elena Kummer, das Jahr 2019 habe die schlimmsten Erwartungen übertroffen. Rund 260.000 Festmeter Holz seien bereits eingeschlagen worden, es stehe aber noch weit mehr Käferholz im Wald. Mit rund einer halben Millionen Käferholz werde landesweit gerechnet, zehn Prozent davon im Landkreis Waldshut, fuhr die Borkenkäfermanagerin fort.

Und: „Der Käfer wird weitermachen“, da ist von Gilsa sicher, für das kommende Jahr wird noch einmal eine Verschärfung der Situation erwartet Die anfallenden Holzmengen seien nur mit klarer Absprache mit den Forstrevierleitern zu bewältigen, es gelte anstehende Maßnahmen zu priorisieren. Wichtig sei ferner, den Winter zu nutzen, um im Wald aufzuräumen, appellierte der Kreisforstamtsleiter an die Waldbesitzer. Was den vom Land aufgelegten Notfallplan Wald betrifft, werden konkrete Maßnahmen Anfang des kommenden Jahres erwartet, so Helge von Gilsa.

Angesichts der angefallenen Holzmengen ist der Holzmarkt fast zum Erliegen gekommen. Daher werde man den Fernabsatz intensivieren, kündigte der Geschäftsführer der Waldgenossenschaft Südschwarzwald Norbert Schwarz an.

Was die zukünftige Privatwaldbetreuung nach der Auflösung des Einheitsforstamtes betrifft, wird die Beratung auch weiter kostenlos sein. Kosten fallen dagegen unter anderem für die Betreuung und Abrechnung von Holzerntemaßnahmen und die Holzauszeichnung an, informierte von Gilsa. Die Abrechnung erfolgt künftig nach Stunden und nicht mehr nach Festmetern. Auch zu der möglichen Förderungen nahm der Leiter des Kreisforstamtes ausführlich Stellung.

Ulrich Faschian, Geschäftsführer der FBG, berichtete von Preiseinbrüchen zwischen 32 und 50 Prozent beim Leitsortiment 2b. Man habe keinen Einfluss darauf, welches Holz abgefahren werde, aufgrund der unsicheren Marktlage könne eine Auszahlung derzeit erst nach Verkauf erfolgen, fuhr er fort.

Die Abstimmung

Die rund 120 Versammelten votierten einstimming für zwei Satzungsänderungen. Das Geschäftsjahr dauert künftig vom 1. Juli bis zum 30. Juni des Folgejahres, zudem wurden die Datenschutzbestimmungen der FBG der Datenschutzgrundverordnung der EU angepasst.