Die Wutachflühen stellen die untere Wutachschlucht dar. Der vom alemannischen Wort „fluh“ gleich Felsen oder Felswand abgeleitete Name charakterisiert diesen Teil der Schlucht mit seinen steilen, fast weißen Felshängen aus Muschelkalk. Seit 1979 sind die Flühen erklärtes Naturschutzgebiet. 1908 wurden sie durch den Schwarzwaldverein erschlossen. Die beschriebene Rundwanderung lässt die beiden Naturphänomene Wasser und Fels hautnah erleben.

Türkenbundlilien findet man auf die Tour zuhauf.
Türkenbundlilien findet man auf die Tour zuhauf. | Bild: Jutta Binner-Schwarz

Die Tour startet am Wanderparkplatz „Wutachflühen“ bei Fützen. Zunächst geht es auf dem Wellblechsträßle etwa 200m Richtung Achdorf, bis der Einstieg zum „Unteren Flüheweg“ auftaucht. Es ist dies auch die Schlechtwetter-Variante des Genießerpfads „Sauschwänzle-Weg“. Auf schmalem Pfad ins Tal hört man schon bald das Rauschen der Wutach. Zwei Mühlsteine am Weg bezeugen, dass hier einst eine Mühle stand. Es war die Moggerenmühle, die 1891 einem Hochwasser zum Opfer fiel.

Relikte der verschwundenen Moggerenmühle.
Relikte der verschwundenen Moggerenmühle. | Bild: Jutta Binner-Schwarz
  • Der Schluchtwald: Sie ist sehr artenreich. Im Frühjahr sind die Hänge übersät mit Märzenbechern im Wechsel mit Bärlauch. Seidelbast, Schlüsselblumen, Leberblümchen und Immergrün lassen das Herz jedes Pflanzenliebhabers höher schlagen. Im Sommer findet man Wurmfarn, Geißblatt, Knoblauchrauke, Glockenblumen, Skabiosen und sogar den gelben Fingerhut.
Wasserfall in den Wutach-Flühen
Wasserfall in den Wutach-Flühen | Bild: Jutta Binner-Schwarz
  • Die Wutachbrücke (Standortwegweiser: Bei der Eisenbahnbrücke ) erreicht man nach etwa einer Stunde Gehzeit. Hier lohnt es sich, zum Wasser abzusteigen und auf der Fußgängerbrücke zu verweilen. Eine Tafel gibt Informationen zum Bau der Brücke. Auf den Spuren der schwarz-roten Raute und des Schluchtensteig-Zeichens geht es links hinauf auf den „Oberen Flüheweg“. Dieser Weg ist schmal und erfordert absolute Trittsicherheit. An den Hängen fällt der seltene Hirschzungenfarn ins Auge. Im Juni darf man sich über unzählige Exemplare der Türkenbundlilie freuen.
  • In Stein gehauene Tiergestalt: Bald blickt man ins Gesicht einer tierischen Steinskulptur, „Wächter der Wutachflühen“, genannt. Immer auf dem Pfad bleibend, berühren wir an manchen Stellen ganz nah die Felswände und treffen auf einen markanten Felsklotz, den „Lunzistein“. Um ihn rankt sich die Sage von zwei rivalisierenden Männern um die Gunst eines Edelfräuleins, die an diesem Felsen ihr blutiges Ende gefunden haben soll.
Wächter-Skluptur am Eingang zu den Flühen.
Wächter-Skluptur am Eingang zu den Flühen. | Bild: Jutta Binner-Schwarz
  • Tiere vor Ort: In den Spalten der Felsen fühlen sich Falken, Mäusebussarde und sogar Dohlen wohl. Die fast ausgestorbene Mopsfledermaus überwintert in den Tunneln der Bahn. Bei feuchtem Wetter benutzt schon mal ein Feuersalamander den Wanderweg.

Start/Endpunkt: Wanderparkplatz „Wutachflühen“ bei Fützen. Die Gehzeit beträgt drei Stunden. Die Wutachflühen sollten nur bei trockenem Wetter begangen werden.-Die Wanderung eignet sich besonders bei heißem Wetter, der Auenwald bietet ausreichend Schatten. Einkehrmöglichkeiten bestehen in der Umgebung: „Scheffellinde“ in Achdorf, Gasthaus „Wutachschlucht“ (Weiler) beim Bahnhof Blumegg-Lausheim.

  • Wasserfall: Beim Standort „Bei der Muttergottes“ führt die schwarz-rote Raute durch den Sturzdobel mit einem kleinen Wasserfall. Wenig später biegt man bei einer Abzweigung rechts ab und nimmt den Aufgang zum Parkplatz. Auf zwei gesicherten Aussichtsplattformen kann man dem Lauf der Wutach folgen und erreicht wieder den Ausgangspunkt.