Das Erlebnisbad Lauchringen feiert ein kleines Jubiläum. Zwar gibt es das Freibad bereits seit 1974, seine Erweiterung mit neuer Technik, Strömungskanal und Sprudelsitzen begann aber vor ziemlich genau 25 Jahren.

Damaliger Bürgermeister ist der erste auf der Rutschbahn

Bereits 1984 war die „Riesenwasserrutschbahn“ mit 64 Metern Länge gebaut worden. Der damalige Bürgermeister Bertold Schmidt hat es sich damals trotz Hut und Anzug nicht nehmen lassen, als Erster herunterzurutschen. Auf die ersten großen Wasserrutschen folgte bald das Konzept des Erlebnis- und Spaßbades und auch in Lauchringen sollte ein solches entstehen. 1991 begannen die Planungen. Das Konzept sah eine Modernisierung in vier Stufen vor, die jeweils nach der Badesaison beginnen und bis zur nächsten fertiggestellt sein sollten.

Das Nichtschwimmerbecken mit Wasserspielen, Sprudelliegen und Strömungskanal ist bei Besuchern beliebt.
Das Nichtschwimmerbecken mit Wasserspielen, Sprudelliegen und Strömungskanal ist bei Besuchern beliebt. | Bild: Peter Rosa

Im Herbst 1992 wurde mit dem Bau des Pumpen- und Schwallwasserbehälters, der Kinder- und Badelandschaft sowie der Badewasseraufbereitungsanlage begonnen. 1993 wurden die Becken saniert, eine neue Beckenhydraulik eingebaut, die Wasserversorgung angepasst und eine Beregnungsanlage gebaut. 1994 erneuerte man die Garderoben-, Sanitär- und den Kioskbereich. Im Zuge der Verbesserung der Bädertechnik wurde auch die Badewasseraufbereitungsanlage in Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken erneuert.

Modernisierung für rund fünf Millionen Euro

1995 schließlich wurde das Nichtschwimmerbecken mit Wasserspielen, Sprudelsitzen- und Liegen sowie einem Strömungskanal umgestaltet. Abschließend gestaltete man die Spielwiese und baute unter anderem ein Beachvolleyballfeld. Die Kosten für die Modernisierung betrugen umgerechnet rund fünf Millionen Euro – ungefähr das doppelte der ursprünglichen Baukosten des Bades.

Die 64 Meter lange Riesenrutsche ist sogar schon seit 1984 ein großer Spaß. Bild: Peter Rosa
Die 64 Meter lange Riesenrutsche ist sogar schon seit 1984 ein großer Spaß. Bild: Peter Rosa | Bild: Peter Rosa

Guter Start in die Saison 2018

Seit der Eröffnung im Jahre 1974 wurden im Freibad Lauchringen bis heute über 4,5 Millionen Besucher registriert. Die Gemeinde ist als Betreiber des Bades auch vor dem Höhepunkt der diesjährigen Badesaison zufrieden. 37 500 Besucher wurden 2018 bereits gezählt. „Es ist ein super Start in die Saison“, freut sich Franz Tröndle, Rechnungsamtsleiter der Gemeinde Lauchringen. Das letzte Mal habe man 2003 so viele Besucher zu dieser Jahreszeit gehabt. Nur vergangenes Jahr war es mit knapp 40 000 Ende Juni noch ein wenig besser (2017 gesamt: 76 300). „Früher war der Andrang aber größer“, so Tröndle.

Schwimmmeister Wolfgang Kromer hat stets die Sicherheit aller Badegäste im Blick und sorgt vor und nach der Beckenaufsicht für Ordnung und Sauberkeit. Bild: Peter Rosa
Schwimmmeister Wolfgang Kromer hat stets die Sicherheit aller Badegäste im Blick und sorgt vor und nach der Beckenaufsicht für Ordnung und Sauberkeit. Bild: Peter Rosa | Bild: Peter Rosa

Während sich die Besucherzahlen in den vergangenen 15 Jahren zwischen 65 000 und 85 000 Besuchern im Jahr eingependelt haben, waren es in den 70ern gut doppelt so viele, mit knapp 155 000 im Eröffnungsjahr 1974 und über 161 000 im Rekordjahr 1976. Bis Mitte der 80er fielen die Zahlen selten unter 120 000. Eine entscheidende Rolle spielt natürlich das Wetter.

Während der Rekordsommer 2003 mit 136 600 Besuchern einen 20-jährigen Rekord einstellte (1983: 156 700, zweithöchste je gemessene Besucherzahl), stellte das verregnete 2014 mit 49 800 Besuchern einen Negativrekord auf. Ohne Sommerwetter macht eben auch das schönste Erlebnisbad nur bedingt Spaß.

"Der Arbeitstag beginnt um 6 Uhr"

Wolfgang Kromer arbeitet als Schwimmmeister im Lauchringer Freibad. Er wechselt gemeinsam mit dem zweiten Schwimmmeister Jörg Lelonek zwischen den Früh- und Spätschichten. Im Interview gibt er Einblick in die Arbeit eines Schwimmmeisters.

Herr Kromer, in der Regel sieht man Sie auf Ihrem Posten. Was tun Sie vor der Öffnung um 8 Uhr?

Der Arbeitstag beginnt um 6 Uhr morgens. Zunächst setzen wir die Putzmaschine um, vom Schwimmer- ins Nichtschwimmerbecken. Danach kontrollieren wir die Technik und die Wassermesswerte. In dieser Zeit kümmern wir uns auch um kleinere Reparaturen und um Putzarbeiten. Bis die ersten Badegäste kommen, ist das Bad bereit.

Wie geht es dann weiter?

Sobald jemand im Wasser ist, beginnt die Beckenaufsicht. Ich schaue dabei nicht auf die Köpfe über dem Wasser, sondern in das Becken hinein, falls jemand nicht wieder auftaucht. Zu den regelmäßigen Aufgaben während der Beckenaufsicht gehören auch das zur Ordnung wahren, zum Beispiel von „Seitenspringern“ oder „Wasser-Stauern“ auf der Rutsche. Ebenfalls sorgen wir bei kleineren Verletzungen oder Wespenstichen für Pflaster und Eiswürfel. Besonders achten wir auch darauf, dass sich niemand mit Glasflaschen den Becken nähert. Weißglas ist unter Wasser unsichtbar. Sollte hier eines zu Bruch gehen, müsste das Becken geräumt und mittels Reinigungsroboter gründlich gesäubert werden.

Was passiert, wenn ein Gewitter aufzieht?

Wenn ich das Gefühl habe, jetzt geht es los, dann lasse ich das Becken und die Liegewiese räumen. Alle Besucher müssen dann unter dem Dach der Umkleiden in Sicherheit gehen, denn dort gibt es einen Blitzableiter. Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Es schlagen regelmäßig Blitze in der Umgebung ein. Vor vielen Jahren traf einer sogar einen Baum am Plantschbecken.

Gehen Sie nach der Schicht selbst noch baden?

Nein. Besonders nach der Spätschicht heißt es: Büroarbeit. Es müssen Stunden geführt, Abrechnungen gemacht, Bestellungen, zum Beispiel für Chemikalien aufgegeben, kleinere Reparaturen durchgeführt oder die entsprechenden Monteure beauftragt werden.

Gehen Sie selbst gerne ins Schwimmbad?

Für mich ist es der Arbeitsplatz, deshalb mache ich in meiner Freizeit eher einen Bogen drum. Ich bin in meinem Leben vielleicht zehnmal gerutscht und nur wegen der eigenen Kinder. Ich bevorzuge die Ruhe an Badeseen.

Was machen Sie eigentlich im Winter, wenn das Bad geschlossen ist?

Dann gehe ich zusammen mit dem Bad ab Ende September in den Winterschlaf. Bis Mitte November dauern die Wintervorbereitungen. Danach ist meine Urlaubs- und Überstundenabbauzeit. Ab 1. März geht es wieder los. Es werden die Becken abgelassen und gereinigt, Winterschäden beseitigt und das Bad wieder auf Vordermann gebracht, bevor Anfang Mai wieder die ersten Besucher kommen.

Zur Person: Wolfgang Kromer (58) lebt in Lauchringen. Er hat seine Lehre zum Schwimmmeister 1984 in Waldshut und Lauchringen absolviert und arbeitet seitdem im Freibad Lauchringen.