Die Polizei im Landkreis Lörrach meldet für 2018 einen Rückgang der Straftaten um 4,4 Prozent. Insgesamt verzeichnete sie 15 427 Fälle (ohne Delikte gegen das Ausländerrecht). Rückgänge verzeichnete die Polizei beispielsweise im Bereich der Diebstähle und der Straßenkriminalität. Sorgen bereitet hingegen weiterhin die Zahl der Wohnungseinbrüche, die wieder anstieg.

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Die Zahl der Fälle inklusive Delikten, die das Ausländerrecht betreffen (illegale Grenzübertritte, Verstöße gegen das Asylverfahren), liegt bei 18 328. Das sind 3252 Fälle weniger als im Jahr zuvor (minus 15,1 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt bei 69,5 Prozent. Um diese Delikte bereinigt verzeichnet die Statistik 15 427 Fälle und einen Rückgang gegenüber 2017 von 705 Fällen oder 4,4 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 64,1 Prozent und damit exakt auf dem Vorjahreswert.

Sicherheitsoffensive zahlt sich aus

„Da, wo wir Ressourcen haben, können wir auch etwas bewegen“, sagte Berthold Fingerlin, Leiter der Direktion Polizeireviere im Polizeipräsidium Freiburg, bei der Vorstellung der Jahresstatistik. Als Beispiel nannte er die Sicherheitsinitiative in Weil-Friedlingen, die sich unter anderem im Bereich Raub bemerkbar macht, wo die Zahl mit 53 Delikten das zweite Jahr in Folge niedrig ist.

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Und auch in der Gesamtentwicklung der Straftaten. Zwar liegt Weil am Rhein nach Lörrach (4292 Fälle) mit 3292 Fällen nach wie vor auf Platz zwei im Landkreis, hat aber rund 700 Fälle weniger als im Vorjahr, während die Zahl in Lörrach nahezu gleich geblieben ist. Am wenigsten Arbeit hatte die Polizei in Böllen, wo die Statistik nur einen Fall verzeichnet. Von den 6573 Tatverdächtigen, die die Polizei insgesamt ermittelte, waren 2608 Nichtdeutsche, 407 weniger als im Vorjahr. Unter ihnen waren 555 Geflüchtete. Nach Staatsangehörigkeit sortiert liegen bei den ausländischen Tatverdächtigen die Italiener (306) vor den Türken (262) und den Schweizern (247). Die Zahl deutscher Täter sank von 2335 auf 2054.

Mehr Straftaten gegen das Leben

Straftaten gegen das Leben gab es sieben, drei mehr als im Vorjahr. „Alle konnten aufgeklärt werden“, sagte Florian Doppler, Leiter des Kriminalkommissariats Lörrach. Im einzelnen waren es ein versuchter Mord, ein versuchter Totschlag und fünf fahrlässige Tötungen, zum Beispiel bei Unfällen. Einen Anstieg von 171 auf 214 Fällen gab es bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Dass diese auch im Vorjahr schon anstiegen, liegt vor allem daran, dass seit zwei Jahren auch sexuelle Belästigungen mit einfließen. Diese wurden in 39 Fällen angezeigt. Die Statistik listet 19 Vergewaltigungen auf. Im Bereich des sexuellen Missbrauchs sind 30 Fälle von Exhibitionismus verzeichnet und 42 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern. Hier geht die Polizei von einer höheren Sensibilität und einer höheren Bereitschaft, Anzeige zu erstatten, aus.

Bodycams für alle Streifen

Die Rauschgiftkriminalität ging um 15 Prozent auf 1575 Straftaten zurück. Die Gewaltkriminalität ging leicht zurück, die Zahl sank von 399 auf 393 Fälle. Davon waren 319 gefährliche oder schwere Körperverletzungen. 117 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte wurden erfasst. Da nun alle Streifen mit Bodycams ausgestattet sind, geht Fingerlin davon aus, dass diese Zahl sinken werde.

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Die Straßenkriminalität sank von 2841 auf 2788 Fälle. Diese erfasst alle Delikte im öffentlichen Raum und ist für die Polizei wichtig, da sie großen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen habe, erklärte Berthold Fingerlin. Bei 1172 dieser Delikte handelte es sich um Sachbeschädigungen, 1404 waren Diebstähle. Die Zahl der Diebstähle ist seit 2015 deutlich rückläufig, 2018 waren es noch 4473 – die niedrigste Zahl seit zehn Jahren.

Wieder mehr Einbrüche

Entgegen dem Landestrend (minus 15,5 Prozent) stieg die Zahl der Einbrüche im Landkreis Lörrach von 298 auf 378 an. Wohnungseinbrüche sind schon seit 2014 ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit im Kreis, 2017 konnte die Zahl gesenkt werden. Aber seit Sommer 2018 hätten sich die Einbrecher der Polizeiarbeit angepasst, sagte Florian Dopplerr. Die professionellen Einbruchsbanden seien höchst mobil, erklärte Berthold Fingerlin. So kann es sein, dass sie an einem Tag in Lörrach zuschlagen und am nächsten in Emmendingen. Er hofft, dass eine Ermittlungsgruppe mit der französischen Polizei gegründet werden könne, denn die Täter wohnen oft in Frankreich.