Die Gemeinschaftsschule in Erzingen soll in eine Realschule umgewandelt werden. Voraussetzung ist, dass die Klettgauer Eltern für das Schuljahr 2019/2020 mindestens 40 Fünftklässler anmelden. In einer Informationsveranstaltung, die mit rund 300 Besuchern auf großes Bürger-Interesse stieß, stellten Bürgermeister Ozan Topuogullari, als Vertreter des staatlichen Schulamtes Lörrach dessen Leiter Dr. Hans-Joachim Friedemann und Schulrat Dr. Helios Scherer sowie die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (CDU) die Pläne zur Rettung des Schulstandortes vor.

Aufgrund der zum wiederholten Mal viel zu geringen Anmeldezahlen – für das jetzt begonnene Schuljahr waren es gerade Mal zehn Fünftklässler – erhält die Gemeinde eine letzte Galgenfrist: sollte im kommenden Jahr die Anmeldezahl für die fünfte Klasse erneut unter 16 liegen, dann wird die Gemeinschaftsschule abgewickelt. Der Schulstandort Klettgau wäre dann Geschichte. Um dies abzuwenden, wird jetzt die Notbremse gezogen, um mit einer Realschule, an der der Hauptschul- und Realschulabschluss absolviert werden kann, den Schulstandort Klettgau zu retten.

"Die meisten Klettgauer Schüler wechseln nach der Grundschule auf die umliegenden Realschulen", führte Bürgermeister Topcuogullari aus. Die Realschule (Sekundarstufe 1), sei die bevorzugte Schulform: "Sie besitzt eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Gemeinschaftsschule ist hingegen nicht gewünscht", glaubt der Bürgermeister. Der Gemeinderat befürworte geschlossen den Bruch mit der Vergangenheit und stehe hinter einer Realschule Klettgau, denn das Potential sei vorhanden.

"Wir werden das Beste aus beiden Welten zusammenbringen. Es muss die Schule sein, die die Bürger wollen. Die Schule ist der entscheidende Faktor für eine Gemeinde, von entscheidender Bedeutung für ihre Beziehungskultur", betonte Schulamtsleiter Hans-Joachim Friedemann.

Die Umwidmung zur "Realschule neuen Typs" (siehe Info-Kasten), in welcher sowohl der Hauptschulabschluss als auch die Mittlere Reife absolviert werden kann, ist allerdings nur möglich, wenn im Frühjahr 2019 mindestens 40 Anmeldungen vorliegen. "Die Zweizügigkeit ist Voraussetzung für eine Realschule, nur dann gibt es eine Bewilligung des Kultusministeriums", unterstrich Schulrat Helios Scherer.

Alle Podiumsvertreter wurden deshalb nicht müde, eindringlich an die Besucher zu appellieren, ihre Kinder im kommenden Schuljahr in der neuen "Klettgau-Schule" anzumelden. "Sagen Sie "Ja" zum Schulstandort Klettgau, machen Sie mit", betonte die Landtagsabgeordnete Hartmann-Müller.

"Alle Systeme müssen nun in Vorleistung gehen, um das Ziel der Genehmigung für die Realschule in Klettgau zu erhalten", erklärte Schulrat Scherer. In diesem Zusammenhang versicherte Bürgermeister Topcuogullari, dass mit dem Erweiterungsbau noch vor den Anmeldefristen der weiterführenden Schule begonnen werde. "Wir werden eine Realschule nach allerhöchstem Standard bauen."

Bis dahin soll mit öffentlichen Dialogrunden rund um die erforderlichen Baumaßnahmen den Schülertransport und Workshops zum Schulkonzept der Weg zur Realschule Klettgau bereitet werden. An der neuen Realschule, wenn sie dann zustande kommt, können alle derzeitigen GMS-Schüler nach dem bisherigen Konzept ihren Schulabschluss absolvieren.

Die Bürger nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu stellen und Einschätzungen hinsichtlich der Schulsituation zu geben. Wir werden über die Diskussion noch ausführlich berichten.