„An einem Jahreskonzert darf man Hochkarätiges erwarten“, erklärte Dirigent Elmar Maier beim Jahreskonzertes des Erzinger Musikvereines und machte damit mehr als deutlich, was er von seinem Orchester verlangt. Auch die Konzertbesucher kamen mit großen Erwartungen, die Stuhlreihen mussten mehrmals nachbestückt werden, so viele fanden den Weg in die Erzinger Gemeindehalle. Und um es gleich vorwegzunehmen: Das Orchester hat geliefert.

Festlicher Auftakt

Wie immer führte Sabrina Albiez den Zuhörern in gekonnter Manier die Inhalte der aufgeführten Werke vor Augen. Mit dem festlichen Auftakt Ludwig van Beethovens „Festmarsch“, arrangiert von Siegmund Goldhammer eröffnete das Orchester den Abend, um gleich zu den großen Glanzlichtern des Konzertes zu kommen. Die bildgewaltige biblische Geschichte, die Ouvertüre „König David“ von Georg Stich, bleibt mit ihren ergreifenden Parts, den beeindruckenden festlichen Fanfaren, mit ihrer großen Klangwelt, die die Geschichte Davids mit großen musikalischen Bildern beschreibt, beim Zuhörer in Erinnerung. Der anfangs eher verhaltene Beifall, der dann aber mächtig anschwoll, ist als Indiz dafür zu werten, wie bewegt und berührt das Publikum über diese Darbietung war.

So eindrucksvoll dieser Beitrag war, der absolute Höhepunkt war zweifellos „Dramatic Tales – Die Sage vom Todten Moos„ von Markus Götz. Erstmalig vor einem Jahr zur 750-Jahrfeier des Wallfahrtsortes aufgeführt, erzählt das großartige Konzertwerk den Überlebenskampf von Mensch und Tier in der kargen, lebensfeindlichen Moorlandschaft mit ihren giftigen Dämpfen und schließlich die wundersame Rettung, die bis heute den Grundstein für den Wallfahrtsort darstellt. Dem fröhlich-freudigen „Jump And Joy“ folgte „Das Abzeichen“ und somit ging es marschmäßig erst einmal in die Pause. Wie üblich widmete sich die zweite Konzerthälfte der Unterhaltungsmusik.

Überraschungs-Hit zum Ende

Hier seien nur die Höhepunkte erwähnt: die Ouvertüre „Teamwork“ von Manfred Schneider, bei dem alle Erzinger Register vom Leder zogen und durchweg glänzten. Die Melodien von Andreas Gabalier gab es für die Freunde der modernen Volksmusik, um dann die Überraschung des Abends „No Roots„ der deutsch-irischen Sängerin Alice Merton, arrangiert von Thiemo Krass, zu präsentieren. Der Ohrwurm, der auf Anhieb die internationalen Charts stürmte vom Musikverein Erzingen zu hören, war ein Erlebnis und löste schiere Begeisterung im Saal aus. Nur schade – die Hoffnung, dass dieser beatstarke Musikhit bei den Zugaben wiederholt werden würde, erfüllte sich nicht.

Drei Zugaben wurden eingefordert und geliefert. Das Resümee des langjährigen Dirigenten: „Die Musiker sind mir treu und brav gefolgt.“ Ein verstecktes, großes Lob, das allgemeine Heiterkeit auslöste.