• Lorenz Keller vom Weingut LCK in Erzingen betont: „Wenn man aus dem Fenster schaut und die Waldränder im Klettgau betrachtet, dann sieht doch jeder, dass der Klimawandel große Herausforderungen mit sich bringt. Die Konsequenzen haben wir in den Jahren 2016 und 2017 mit Ertragseinbußen durch den Spätfrost im Klettgau stärker erleben müssen als andere Weinbauregionen. Der Klimawandel ist mit ein Grund für die ökologische Ausrichtung unseres Betriebs. Weil uns Permafrost, Umweltmigration, Wetter-Extreme, energetischer Wahnsinn und viele andere Themen um den Klimawandel sehr beschäftigen, versuchen wir unsere Zukunft und unseren Betrieb ständig nachhaltig zu verbessern. Das sollten aber alle, mit den ihnen gegebenen Möglichkeiten, auch tun.“
Lorenz Keller, Weingut LCK, Erzingen.
Lorenz Keller, Weingut LCK, Erzingen. | Bild: Thomas Güntert
  • Christian Gromann vom gleichnamigen Bio-Weingut in Rechberg unterstreicht: „Bereits vor zehn Jahren habe ich erkannt, dass es immer wärmer wird und die Rebsorten Syrah und Merlot angepflanzt, als sie bei uns noch fast keiner kannte. Durch den Klimawandel kommen diese südländische Rebsorten jetzt erst richtig zur Entfaltung, wobei mir auch die Erfahrungen der letzten zehn Jahre zu Gute kommen. Die andere Seite des Klimawandels sind natürlich die Wetterextreme. Durch die milden Winter treiben die Reben früher aus und es besteht zunehmend Gefahr durch Frühfröste. Auch da habe ich schon meine negativen Erfahrungen gemacht.“
Christian Gromann, Bio-Weingut Gromann, Rechberg.
Christian Gromann, Bio-Weingut Gromann, Rechberg. | Bild: Thomas Güntert
  • Berthold Clauß Lottstetten-Nack beurteilt die Situation weniger dramatisch: „Ich sehe das nicht so dramatisch mit dem Klimawandel. Die Wetterwechsel kommen heute aber vermutlich schneller wie früher. Aus Erzählungen weiß ich, dass es in den 1940-er Jahren heißere Sommer gab. Zudem ist es noch nicht so lange her, als die Trauben die Zeit und die Sonnenstunden brauchten, um vollständig auszureifen. Es gibt zwar weniger Nebel und mehr Wetterextreme, doch unsere traditionellen Rebsorten Müller-Thurgau und Spätburgunder kommen mit dem Klima immer noch gut zu Gange.“
Berthold Clauß, Weingut, Clauß, Nack.
Berthold Clauß, Weingut, Clauß, Nack. | Bild: Thomas Güntert
  • Georg Netzhammer vom Weingut Engelhof in Hohentengen spürt deutliche Veränderungen: „Wir haben mit unseren fünfjährigen Aufzeichnungen festgestellt, dass die Traubenlese heute im Vergleich zu den 1980-er Jahren 12 Tage früher ist. Damals hat man die Trauben Anfang Oktober geholt und heute schon Mitte September. Vor 30 Jahren hätten wir auch nie gedacht, dass bei uns einmal Sorten wie Chardonnay und Cabernet reif werden. Mittlerweile konnten wir gerade mit diesen Rebsorten große Erfolge erzielen. Der Weinbau profitiert durch die südländischen Verhältnisse vom Klimawandel. Allerdings nur, wenn keine Wetter-Extreme auftreten.“
Georg Netzhammer, Weingut Engelhof, Hohentengen.
Georg Netzhammer, Weingut Engelhof, Hohentengen. | Bild: Thomas Güntert