Wie es weitergeht mit der Klettgauer Gemeinschaftsschule bewegt viele Bürger und im Besonderen auch die Eltern der Schüler. Die Pläne zur Erweiterung der Gebäude liegen auf dem Tisch, die Kosten für den Schulträger, die Gemeinde, sind mit 5,18 Millionen Euro veranschlagt.

Zu wenige Anmeldungen

Für das kommende Schuljahr sind als neue Fünftklässler nur 13 Schüler angemeldet. Das sind allerdings zu wenige, 16 Anmeldungen werden gebraucht, um eine Klasse einrichten zu können. Mit diesen 13 Anmeldungen für das Schuljahr 2018/2019 startet das sogenannte Hinweisverfahren. Das bedeutet: Sollten an zwei Jahren hintereinander folgenden Schuljahren die Anmeldezahlen unter 16 liegen, dann wird laut Gesetzeslage im allerschlimmsten Fall die Klettgauer Schule abgewickelt. Das heißt: Es werden keine neuen Schüler mehr aufgenommen.

Lösungsversuche

Alle Schüler der laufenden Schulklassen können dann trotzdem noch ihren Hauptschul- oder Realschulabschluss in Klettgau absolvieren. Doch zuvor kann mithilfe des Instruments der „Regionalen Schulentwicklung“ der Schulträger mit den zuständigen Behörden wie Schulamt und Regierungspräsidium Freiburg versuchen, eine Lösung zu finden, will heißen: Sie Schulabwicklung abzuwenden.

Frage nach Investitionen

Aber ohnehin stellt sich die berechtigte Frage, ob die Gemeinde Klettgau angesichts dieser Perspektive noch mehrere Millionen in die Hand nehmen soll, um mit dem Bau loszulegen und zusätzlich das marode Schulgebäude zu sanieren.

Schülerzahlen sichern

Alles hängt von den Schülerzahlen ab, sie zu sichern, muss oberste Priorität sein, um den Schulstandort Klettgau für Schüler ab der fünften Klasse bis zur zehnten Klasse zu halten. Auf Anfrage erklärte der Klettgauer Bürgermeister Ozan Topcuogullari: „Uns geht es darum, die Schülerzahlen zu sichern, dazu Ideen zu entwickeln und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, deshalb suchen wir die Beratung des Schulamts und des Regierungspräsidiums.“ Auch stehe der Gemeinderatsbeschluss zum Erweiterungsbau, notfalls auch ohne Landeszuschüsse. Der Neubau werde in Angriff genommen, wenn die Schülerzahlen stimmen.

Rektorin Gerda Schilling sorgt sich um die Zukunft der Gemeinschaftsschule Klettgau.
Rektorin Gerda Schilling sorgt sich um die Zukunft der Gemeinschaftsschule Klettgau. | Bild: Ursula Freudig

Der Bürgermeister war bereits mit einer Abordnung von Gemeinderäten zu Gesprächen im Stuttgarter Kultusministerium. Zum Inhalt der Gespräche mochte er aber keine Informationen preisgeben. Auch die Gesamtlehrerkonferenz, vom Rathauschef über den Besuch in Stuttgart informiert, erfuhr nicht viel mehr. Rektorin Gerda Schilling berichtet: „Der Bürgermeister informierte uns, dass das Kultusministerium eine Schule der Sekundarstufe I für Klettgau für notwendig erachtet, die Gespräche seien gut verlaufen. Ob die hiesige Schule als Gemeinschaftsschule oder Realschule weitergeführt werde – alles sei offen, mehr haben wir auch nicht erfahren.“