Kinder bis sechs Jahre hatten besonders viel Spaß beim Teddybärentag der Liliput-Eisenbahn in Hasel. Der Betreiber der Bahn, die gleich neben der Erdmannshöhle liegt, hat sich kürzlich für die Kleinen etwas Besonderes ausgedacht: Jedes Kind, das mit einem Plüsch-Teddybär zur Eisenbahn kam, durfte kostenlos fahren. Die kleinen Eisenbahnbegeisterten durften sodann auf dem märchenhaft hergerichteten Grundstück mehrere Runden auf der Liliput-Eisenbahn mitfahren – so lange, wie es die Eltern erlaubten.

Mehrmonatige Eigenarbeit

Josef Schumacher, ein Rentner und Tüftler, hat die Mini-Eisenbahn in mehrmonatiger Eigenarbeit erstellt. Im Juni 2012 wurde der Rundkurs erstmalig eröffnet. Die kleine Lok mit den angehängten Güterwaggons, die als Sitzbank für die jungen Fahrgäste dienen, sind in der Baugröße F-3 Feldfahrzeuge errichtet. Im Vergleich zu einer großen Eisenbahn der Deutschen Bahn ist dieser Fuhrpark im Maßstab 1:3 gebaut worden. Mit einer Gesamtlänge von derzeit 260 Metern wurde die Strecke dem Gelände angepasst.

Probleme

In den vergangenen Jahren gab es einige Hindernisse zu überwinden: Die Schienen der ersten Strecke sind abgesackt, der ursprüngliche Untergrund – von Maulwürfen und Wühlmäusen untergraben – hatte nachgegeben. Die Schienen mussten besser unterbaut werden. Dazu hat Eigentümer Schumacher rund 2,4 Tonnen Kies im Eimer gesiebt, um den Ton vom Gestein abzuwaschen. Außerdem plant Schumacher, einen Teich anzulegen, den sich im Rohbau befindlichen Tunnel fertigzustellen und Gleise auszubauen.

Pläne

Ein Bahnhofsgebäude, eine Güterhalle und ein Lokschuppen stehen ebenfalls zum finalen Ausbau bereit. Je ein originales Vor- und Hauptsignal, das Schumacher von der Deutschen Bahn bekommen hat, sollen in Betrieb genommen werden. Wichtig sei auch, eine Videoüberwachung auf dem Gelände zu installieren, da Sachbeschädigung selbst vor eingezäunten Grundstücken nicht mehr halt macht.

Der Bahnbetrieb

Lokführer ist Philipp Kröning aus Schönau, der die neunte Klasse besucht. Er sagt: „Ich komme gerne immer samstags und helfe bei der allgemeinen Instandsetzung, beim Rasenmähen oder beim Unkraut jäten.“ Das Gelände wird an rund 40 Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das bisherige Team besteht aus fünf Erwachsenen und einem Schüler. Geplant ist, so bald als möglich einen Förderverein zu gründen, der die gesamte Betriebsführung in Eigenregie übernehmen soll.

Fit für die Zukunft

Schuhmacher, der mittlerweile 76 Jahre alt ist, möchte vorausschauend die Eisenbahn und das Gelände in guten Händen wissen. Tatkräftige Menschen aller Altersklassen und Berufe, die sich aktiv am Aufbau sowie an der Entwicklung der Liliput-Eisenbahn beteiligen möchten, sind eingeladen, sich vor Ort ein Bild zu machen.