Die Stadt Bad Säckingen hat eine lange und spannende Geschichte. Diese ist jetzt in einer rund einjährigen Überarbeitung durch Schlossverwalterin Stefanie Brand mit Unterstützung von Stadtarchivarin Eveline Klein im Hochrheinmuseum Schloss Schönau neu konzipiert und eingerichtet worden. Zwar hat es immer schon eine Ausstellung zu diesem Thema gegeben, doch ist sie, bedingt durch die Bekanntheit des Trompetermuseums, ein wenig untergegangen.

Das soll sich nun ändern. „Ich würde mich freuen, wenn uns recht viele Bad Säckinger im Schloss besuchen würden, um mehr über die Bad Säckinger Geschichte vom Mittelalter an bis zur Neuzeit zu erfahren“, hofft Stefanie Brand. Aber auch für die Schulklassen ist ein Besuch im Trompeterschloss interessant. Dazu ist jetzt vom Tourismus- und Kulturamt eine Schlossrallye erarbeitet worden, mit der die Kinder ab dem Grundschulalter das Schloss spielerisch erkunden, Fragen beantworten und am Ende einen Schatz erhalten können. Neben vielen bekannten Exponaten gibt es auch vieles, das bisher noch nicht ausgestellt war. Dabei handelt es sich zum Teil um Leihgaben vom Württembergischen Landesmuseum Stuttgart, von der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde sowie von Privatleuten.

Das Wappen der Familie Bally war im Schloss bisher noch nicht zu sehen.
Das Wappen der Familie Bally war im Schloss bisher noch nicht zu sehen. | Bild: Susanne Eschbach

Als sich die Stadt Bad Säckingen vor mehr als einem Jahr dazu entschlossen hat, wieder Wechselausstellungen im Hochrheinmuseum zu zeigen, musste einiges umgeräumt werden. Bisher waren im zweiten Obergeschoss das Stiftszimmer mit Exponaten aus dem Besitz der letzten Säckinger Fürstäbtissin, Maria Anna von Hornstein-Göffingen sowie ein Bürgerzimmer mit der Geschichte aus der Zeit der Textilindustrie untergebracht. Beide Räume wurden jetzt zugunsten der Wechselausstellungen aufgelöst. „Doch die Sachen waren viel zu schade um sie einfach im Lager verschwinden zu lassen“, war die Schlossverwalterin der Meinung. Gemeinsam mit der Stadtarchivarin und dem Tourismus- und Kulturamt wurde deshalb ein neues Konzept entwickelt.

Eine alte Stechuhr aus der Zeit der Säckinger Textilindustrie hat ebenfalls ihren Platz in der Dauerausstellung gefunden.
Eine alte Stechuhr aus der Zeit der Säckinger Textilindustrie hat ebenfalls ihren Platz in der Dauerausstellung gefunden. | Bild: Susanne Eschbach

Das frühere Trauzimmer im Erdgeschoss des Schlosses sowie ein weiterer Raum sind freigeräumt und die Bad Säckinger Stadtgeschichte in vier Themenbereiche aufgeteilt worden. Der erste Themenbereich erzählt die Geschichte von Säckingen, als die Stadt noch eine Insel war. Dem Heiligen Fridolin ist der zweite Themenbereich gewidmet. Das Damenstift mit der letzten Fürstäbtissin und welche Bedeutung das Stift für die Entwicklung der Stadt hatte, ist ein weiterer Bereich. Im vierten Themenbereich geht es dann in die jüngere Geschichte von Bad Säckingen. Dort wird ausführlich die Zeit der Textilindustrie erzählt.

Informativ, auch ohne Führung

Neben den Themenbereichen ist die Ausstellung jetzt auch so konzipiert, dass die Besucher auch außerhalb der Führungen alles über die Geschichte erfahren können. „Das war bisher leider nicht so“, bedauert Stefanie Brand. Alle gezeigten Exponate sind nicht nur inventarisiert worden. Stadtarchivarin Eveline Klein hat auch alles geprüft und die Texte für die Erklärungstafeln geschrieben.