Leere, Ödnis und ganz viel Nichts – kulturell gesehen war das Frühjahr 2020 eine besonders harte Durststrecke für alle Kulturschaffende und Kulturliebende. Doch es regt sich was, was insbesondere die Theaterfreunde freuen wird: Die Bad Säckinger Festspielgemeinde wird an drei Wochenenden im Oktober die Aufführung des Stückes „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ von Theresia Walser nachholen. Die aufgeschobene, aber nicht aufgehobene Premiere ist für den 9. Oktober terminiert, der Vorverkauf beginnt am heutigen Montag.

Anders, als gewohnt kehrt nun Leben zurück in das Festspielgemeindehaus in der Hildastraße, Ecke Baslerstraße. Statt den mehr als 100 Besuchern bei den üblichen Aufführungen, werden es aber vorerst nur 45 Zuseher sein können. „So können wir den Mindestabstand problemlos einhalten und es muss auch keiner eine Mund-Nasen-Bedeckung an seinem Platz tragen“, erläutert die Vorsitzende Hilde Butz die Maßnahme. Und ohne es zu ahnen, haben sich die Macher des Theaters im vergangenen Jahr das perfekte Stück ausgesucht. „Das Stück, das wir spielen, ist ein Vier-Personen-Stück und die Rollen mögen sich nicht besonders“, verrät Butz. „Ich bin wir ihr, ich liebe Äpfel“ verlangt also von sich aus den Sicherheitsabstand zwischen den Schauspielern.

Sozusagen in allerletzter Sekunde musste die Festspielgemeinde die geplanten Vorführungen Anfang des Jahres absagen. „Wir waren vollkommen spielbereit“, erinnert Butz. Und nicht nur das. Es waren bereits etliche Eintrittskarten verkauft. Nach der bitteren Enttäuschung aufgrund der corona-bedingten Absage, kehrt die Vorfreude jetzt mit aller Wucht zurück. „Wir sind alle ganz heiß darauf zu spielen, weil wir dieses Stück so lieben“, unterstreicht die Vorsitzende. Dem Theaterpublikum scheint es indessen ähnlich zu ergehen. „Wir wollten diejenigen, die sich schon Karten besorgt haben, beim jetzigen Vorverkauf bevorzugen, weshalb wir alle angerufen haben“, berichtet Butz von einem dreitägigen Telefon-Marathon. Das allgemeine Feedback: Überaus positiv. „Die Mehrheit ist froh, dass die Dinge wieder anlaufen“, freut sich Butz über die Wertschätzung aus dem Publikum, „Die Leute sind kulturell ausgehungert und gerade in Krisenzeiten brauchen die Menschen Kultur.“

Dennoch hat die Pandemie die Festspielgemeinde auch längerfristig betroffen. „Normalerweise würden wir jetzt mit den Proben für die Frühjahrs­aufführung beginnen, was aber unter den momentanen Umständen nicht geht“, bedauert Butz. Deshalb wird im kommenden Frühling nochmal das Stück „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ aufgeführt. Eine zweite Chance also für all diejenigen, die bei dem knapp bemessenen Kartenkontingent leer ausgehen.

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