Während einerseits mit dramatischen Mindereinnahmen zu rechnen ist, halten die Amtsleiter laut Stadtkämmerin Bettina Huber weitgehend am geplanten Investitionsprogramm fest. Die Folge: Nach Jahren der Konsolidierung müsste 2021 ein Kredit in Höhe von 4,3 Millionen Euro her, um die Aufgaben zu schultern. Wie bereits in den Vorjahren schlagen Bau- und Instandhaltungsvorhaben im Schulbereich am kräftigsten zu Buche. Etliche andere Projekte wie der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Wallbach wurden derweil bereits im Lauf des Jahres verschoben.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation wertete es Cremer-Ricken allerdings als Unding, dass seitens der Verwaltung so wenige Sparvorschläge kommen. Dies gelte besonders im Hinblick auf Bauvorhaben: „Ich halte vor allem die Vielzahl von Bauprojekten für utopisch, denn das Bauamt ist unterbesetzt und kann das gar nicht alles leisten“, so Cremer-Ricken. Ad hoc sehe sie hier erhebliches Einsparpotential, etwa im Umfeld des bereits aufgeschobenen Feuerwehrhauses, wo unter anderem bereits der Bau der künftigen Zufahrtsstraße geplant sei. Etliche weitere Möglichkeiten für gravierende Einsparungen ließen sich problemlos finden. Und sie erwarte eben von den Abteilungen im Rathaus, dass diese gefunden würden, beharrte Cremer-Ricken: „Ansonsten übernehmen wir das für Sie.“ Denn: „Einen Kredit in der geplanten Höhe von 4,3 Millionen Euro wird der Gemeinderat nicht mittragen.“

Tatsächlich rechnen aber auch Bettina Huber und Bürgermeisterstellvertreter Michael Maier, der die Sitzung in Vertretung leitete, mit weiteren Sparvorschlägen seitens der Verwaltung, bis der Gemeinderat sich am 7. Dezember das nächte Mal mit dem Thema Finanzen befassen wird. Zumal: „Auch das Landratsamt ist aus allen Wolken gefallen, als wir die geplante Höhe gemeldet haben.“

Dennoch seien die Herausforderungen für die Stadt gerade im Schulbereich so groß, dass sich eine Kreditaufnahme kaum vermeiden lassen werde, so Huber weiter. Denn dass die zu erwartenden Steuereinnahmen deutlich geringer ausfallen als ursprünglich geplant, sei gehe aus der aktuellen Novembersteuerschätzung klar hervor.

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Allein bei der Gewerbesteuer sei mit Mindereinnahmen von 3,5 Millionen Euro zu rechnen, beim Einkommenssteueranteil mit rund 900.000 Euro. Derweil bleiben die Fixkosten weitgehend gleich. Und es gebe auch noch reichlich Unsicherheit, was die Perspektiven anbelangt: „Vieles wird davon abhängen, ob der Corona-Impfstoff tatsächlich bereits ab Dezember verfügbar ist und somit ab Januar wieder eine Art von Normalbetrieb einkehrt“, sagt Bettina Huber. Insofern könne es sein, dass die jetzigen Berechnungen am Ende noch immer zu optimistisch seien.

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