Glaubt man einem bekannten Sprichwort, dann verlassen Ratten nur sinkende Schiffe. Demnach scheint es den Tieren in der Doppelstadt sehr gut zu gehen. Gefühlt häufen sich die Begegnungen zwischen Menschen und Tieren. Von einer Flucht aus VS ist nichts zu spüren.

Das könnte Sie auch interessieren

Sichtungen: Das legt auch der SÜDKURIER-Bericht zu den furchtlosen Ratten nahe, die es sich am Brigachufer in Villingen gemütlich gemacht haben und dort ungeniert zur Mittagszeit zwischen Ruhe suchenden Menschen bewegen.

Video: Fröhlich, Jens

Auch bei der SÜDKURIER-Sommerredaktion wandten sich Bürger mit diesem Thema an uns.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Eisweiher-Anwohner sind die Nager ebenfalls keine Unbekannten. Jetzt meldete sich ein Leser, der von einer Ratten-Sichtung am Busbahnhof berichtet. Der Mann, der nicht genannt werden möchte, erzählt, dass dort am frühen Abend mehrere Tiere ohne Furcht herumgelaufen seien, die zuvor aus den Kanalöffnungen bei den Gleisen schlüpften. „Das hab ich persönlich so noch nie gesehen“, schildert er sein Erlebnis. Besorgt über die potentiellen Krankheitsüberträger stellt er die Frage: „Was gedenkt die Stadtverwaltung dagegen zu tun?“ Der SÜDKURIER hat nachgefragt.

Kein Rattenproblem: Verwaltungssprecherin Madlen Falke bestätigt, dass auch bei der Stadt regelmäßig Meldungen zu Ratten eingehen. Die Meldungen von Bürgern, Gebäudeverwaltungen oder durch Mitarbeiter der Technischen Dienste (TDVS) landen letztlich beim Amt für Grünflächen und Tiefbau. „Es sind jedoch nicht mehr Meldungen, als in der Vergangenheit“, relativiert Falke die Situation. Ratten würde es schon immer in Städten geben. „Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es in VS kein übermäßiges Rattenproblem gibt“, so Falke. Ein vermehrtes Auftreten an bestimmten Orten sei immer mit einem entsprechenden Nahrungsangebot verbunden. Deshalb sei es wichtig, dass Bürger sorgsam mit der Entsorgung von Speiseresten umgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Bekämpfung: Wenn eine Rattensichtung gemeldet wird, dann setzt sich bei der Verwaltung folgender Mechanismus in Gang. TDVS-Mitarbeiter werden umgehend mit dem Ausbringen von Giftködern in der Kanalisation beauftragt. Um den gemeldeten Standort werden ebenfalls großflächig Giftköder ausgelegt. Nach fünf bis sieben Tagen finden Kontrollen statt, ob die Fraßköder angenommen werden und Fraßspuren aufweisen. „Dieser Prozess wiederholt sich, bis keine Fraßspuren mehr ersichtlich sind“, erklärt die Sprecherin.

Unser Symbolbild zeigt, wie ein Mitarbeiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma ein Rattenloch mit einem Giftköder füllt.
Unser Symbolbild zeigt, wie ein Mitarbeiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma ein Rattenloch mit einem Giftköder füllt. | Bild: Michael Hanschke, dpa

Weitere Anzeichen für eine erfolgreiche Bekämpfung seien Kadaver im Abwassernetz und fehlende Tritt- und Kotspuren im Schachtbereich. Im Bereich des Villinger Bahnhofs würden sogar fortlaufend Köder in der Kanalisation ausgebracht.

Das könnte Sie auch interessieren

Im laufenden Jahr wurden Ratten im Villinger Innenstadtbereich, in der Alban-Dold-, Brigach- und Charles-de-Gaulle-, Niedere-, St-Nepomuk- und Weiherstraße sowie im Erikaweg und der Josefsgasse bekämpft. In Schwenningen gab es Einsätze in der Reute-, Neckar-, Weiden- und Werastraße.

Das könnte Sie auch interessieren

Was dauerhaft hilft: Die Bekämpfung von Ratten in der Kanalisation ist laut Falke nur die halbe Miete. Das Nahrungsangebot für die Tiere im Bereich des Bahnhofes sei sehr groß, wie auch an anderen belebten Plätzen, wo sich viele Menschen aufhalten. Sie appelliert daher an die Bürger, auf Sauberkeit zu achten, Speisereste ordentlich zu entsorgen. Auch Gelbe Säcke locken Ratten an, wenn darin Lebensmittelreste enthalten sind und diese lange Zeit vor der Abfuhr auf die Straße gestellt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Das Füttern von Enten und Tauben wirkt ebenfalls anziehend, da meist etwas übrig bleibt. In VS ist das Füttern von Wildtieren verboten.

Das könnte Sie auch interessieren

Ratten: Ratten: Ratten sind eine Nagetiergattung mit rund 65 Arten aus der Gruppe der Altweltmäuse. Vor allem die Haus- und Wanderratten haben sich als Kulturfolger an die Nähe zum Menschen angepasst und sich weltweit verbreitet. Sie sind Allesfresser, werden aber auch, anders als Menschen, von Stoffen wie Pelze, Seife, Papier oder Bienenwachs satt. Ihre Bekämpfung ist schwierig, da sie schnell lernen, tödliche Köder zu verschmähen. Daher kommen häufig Gifte zum Einsatz, die verzögert wirken. Ratten können direkt oder indirekt 70 unterschiedliche Krankheitserreger auf Menschen übertragen.

Das könnte Sie auch interessieren