Das in die Kritik geratene neue Sicherheitskonzept für die Schwenninger Kulturnacht, die am 2. Juli stattfindet, wurde von Kulturamtsleiter Andreas Dobmeier am Mittwoch im Gemeinderat vorgestellt und verteidigt. Er stelle klar, dass sich die Stadt alle Mühe gegeben habe, die neuen gesetzlichen Anforderungen umzusetzen.

Geändert hat sich die Rechtslage vor allem infolge der Massenpanik bei der Love-Parade 2010 in Duisburg, als 21 Menschen durch Gedränge in einer Unterführung starben und 541 verletzt wurden. Führende Sicherheitsexperten haben jetzt für die Stadt für die Kulturnacht und die Fasnachtsumzüge ein neues Sicherheitskonzept erstellt.

Einziges Problem bei der Kulturnacht, so Dobmeier, war der Bühnen-Trailer in der Kirchstraße, auf dem wie im vergangenen Jahr die Band "Soulmachine" aus Rottweil im Auftrag des Rotary-Clubs Musik machen sollte. Dieses Fahrzeug muss nun aus der Kirchstraße verschwinden, weil die Experten der Auffassung sind, dass das Publikum der Band die Kirchstraße wie einen "Pfropfen" verstopfe und damit Rettungseinsätze behindere.

Prompt gab es an dieser Entscheidung massive Kritik der Musikband (wir berichteten) und von Bürgern in sozialen Netzwerken. Angesichts dieser Kommentare beklagte Dobmeier bei vielen Bürgern fehlende "Sensibilität für sicherheitsrelevante Fragen". Letztlich aber hafte er persönlich "mit meinem Hintern" oder im Unglücksfall "mit meiner Freiheit" für die Sicherheit der Besucher.

"Die Kulturnacht verliert ihren Charme", beklagte Helga Baur (Grüne). Die Besucher könnten nun nicht mehr flanieren wie bisher. Dies wurde von Oberbürgermeister Kubon zurückgewiesen. Die Menschen könnten sich wie bisher bewegen, nur die Gefahr einer Verstopfung der Kirchstraße habe aufgelöst werden müssen.