Die offenbar gezielt gegen den Oberbürgermeister-Kandidaten Jürgen Roth (CDU) gestreuten Gerüchte, er habe sich in seiner Eigenschaft als Tuninger Bürgermeister von einem italienischem Geschäftsmann bestechen lassen, zieht weitere Kreise. Gestern meldete sich Roths Konkurrentin um den Oberbürgermeister-Posten, Marina Kloiber-Jung zu Wort und erklärte, sie habe nichts mit der Verbreitung dieser Anschuldigungen zu tun.

In einer kurzen Presseerklärung schreibt die 36-Jährige, die bei der Stadt den Eigenbetrieb Technische Dienste leitet, dazu wörtlich: "Alle mit mir in Verbindung gebrachten Behauptungen möchte ich entschieden zurückweisen. Ich habe mit diesem Sachverhalt absolut nichts zu tun und kenne diesen Vorgang nicht." Und weiter schreibt sie: Ich kenne Herrn Roth nicht, bin ihm bisher nur einige Male bei gemeinsamen Wahlkampf-Veranstaltungen begegnet und habe keine Kenntnis über seine beruflichen Tätigkeiten. Dies kann ich jederzeit eidesstattlich versichern." Soweit die Stellungnahme. Keine Aussage machte sie, ob die Vorwürfe aus ihrem Unterstützerkreis in die Welt gesetzt wurden.

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Jürgen Roth erklärte gestern, er habe noch am vergangenen Freitag, als er sich mit einer Stellungnahme gegen seine "persönliche Diffamierung" an die Öffentlichkeit wandte, Strafanzeige erstattet. "Die mutmaßlichen Verursacher sind mir genannt worden." Jetzt seien die Fachleute der Polizei dabei, ihre Arbeit zu machen. Er sehe nicht ein, auf diese Weise verleumdet zu werden. "Diese Kultur muss aufhören. Dafür ist unser Rechtsstaat gemacht."

Wie am Samstag berichtet, hatte Jürgen Roth sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen, er habe sich 2010 gegen angeblich 5000 Euro von einem italienischen Hauseigentümer in Tuningen bestechen lassen, dass er amtliche Auflagen für dessen umfangreiche Hausumbaupläne außer Kraft setze. Seit 2017 sitzt dieser Mann wegen des Vorwurfs des Drogenhandels in Untersuchungshaft und gilt Ermittlern als mutmaßlicher Mafiaboss. Das Landratsamt als zuständige Baurechtsbehörde verurteilte die Vorwürfe gegen Roth und bestätigte, dass es der Tuninger Bürgermeister gewesen sei, der bei dem Hausbau mehrfach hartnäckig die Einhaltung des Baurechts eingefordert hatte.