Vor unserem ausführlichen Gespräch haben wir Fridi Miller vor der Videokamera einige einleitende Fragen gestellt und ihn gebeten, sich kurz vorzustellen. Das Video können Sie sich hier anschauen.

Video: Jens Fröhlich

Was treibt Sie an, sich hier in Villingen-Schwenningen zu bewerben?

Ich möchte den Bürgern von VS beweisen, dass man mit unkonventionellen Ideen, einem breiten Wissensspektrum, einem großen Netzwerk von Machern und Sozialkompetenz eine gespaltene Doppelstadt zum Wohle aller Menschen voranbringen kann und in kürzester Zeit schwarze Zahlen schreiben kann.

Sie kandidieren gleichzeitig in vielen anderen Städten – warum?

Ich hatte in vielen Städten kandidiert, um Öffentlichkeit zu bekommen für meine Themen: Kinder- und Menschenrechte. In Deutschland existiert der organisierte Kinderhandel, um Profit zu machen. Dieses Thema wird unter den Tisch gekehrt.

Wie viele Kandidaturen sind das aktuell?

Keine mehr, habe die letzten fünf Kandidaturen zu BM-Wahlen diese Woche zurückgezogen, weil ich mich voll und ganz auf VS konzentriere und jeden Termin wahrnehme! Nur noch eine Bewerbung ist offen. Die als Schöffin beim Jugendgericht.

Warum sollte man Sie ernst nehmen? Vor noch nicht allzu langer Zeit hatten Sie Bewerbungen für 100 Bürgermeisterwahlen laufen.

Weil ich uneigennützig zum Wohle aller Menschen und vor allem für eine glückliche, unbeschwerte Zukunft unserer Kinder kämpfe, die unser höchstes Gut sind. Die Menschen sollten mal nachdenken, ich habe weit über 20 000 Euro von meinem Ersparten investiert und viel wertvolle Lebenszeit. Was hätte das für einen Sinn, wenn es mir nicht ernst wäre?

Empfinden Sie Ihre Dauerkandidaturen nicht als respektlos gegenüber dem Amt, den Wählern und gegenüber all jenen Kandidaten, die wirklich Bürgermeister sein wollen und die dafür auch die entsprechenden Befähigungen vorweisen können?

Nein, finde ich nicht. Wir leben in einer Demokratie, und jeder sollte die freie Entscheidung über sein Leben haben. Zudem ist es mir ernst mit dem Amt, wie es Helmut Palmer, wir erinnern uns, der „Remstalrebell“ damals auch war. Ich halte Verwaltungserfahrung nicht für eine notwendige Befähigung, es gibt auch sehr viele Polizisten, die Bürgermeister geworden sind.

Werden Sie auch in VS Einspruch gegen das Wahlergebnis erheben, so wie jüngst in Sindelfingen oder Freiburg?

Ich werde mir das überlegen. Wenn ich Dinge feststelle, die nicht korrekt gelaufen sind, ziehe ich das in Betracht. Ich schreibe meine Einsprüche und Klagen zu 90 Prozent selbst, habe mir im Zuge meines Kampfes für die Kinderrechte und gegen das korrupte System, selbst Jura beigebracht.

Ist es richtig, dass die Staatsanwaltschaft gegen Sie ermittelt wegen Angriffen auf einen Kommunalpolitiker?

Ja, aber sie ermittelt auch gegen diesen Bürgermeister, der mich angezeigt hat, und gegen den Rest der kriminellen Vereinigung. Außerdem sollte man meinen, wir leben in einem Rechtsstaat „in dubio pro reo“. Zudem sollten sich meine Kritiker mal Gedanken machen, warum ich noch auf freiem Fuß bin und nicht im Knast oder in der Klappse, wenn ich doch scheinbar so „krank“ oder „gefährlich“ bin.

Mal Hand aufs Herz, Sie könnten doch mit Ihrem Leben etwas Sinnvolleres anfangen – oder?

Nein, das ist für mich eine Lebensaufgabe – ich setze mich für die Kinder- und Menschenrechte ein, und das macht mich glücklich, denn Kinder sind unsere Zukunft.

Nennen Sie drei Örtlichkeiten in Villingen-Schwenningen, die Sie gerne ändern würden, und begründen Sie das jeweils kurz bitte.

Das Gelände der alten Tonhalle. Ich würde da einen Rummelplatz für die Übergangszeit gut finden, die Herren Roth und Röber dürfen ja auch ihre überdimensionalen Plakattafeln dort aufstellen, warum verwehrt man den Bürgern von VS Spaß?

Die Ehemalige Fortuna Brauerei gegenüber dem Südkurier würde ich sofort zum Jugendtreff, den Jugendliche in Eigenregie führen dürfen, umfunktionieren, das notwendige Mobiliar ist noch vorhanden.

Das Areal zwischen Villingen und Schwenningen, hier gab es ja mal einen Freizeitpark.

Visionen habe ich genug, für ein liebenswertes, buntes VS. Man könnte Komplexe schaffen, ähnlich wie die Therme Erding oder das Miramar bei Weinheim, mit Hotels und Parkhäusern angebunden. Oder eine Dampfbahn durch einen ganzen Park fahren lassen. Alles Touristenattraktionen, die die Stadt beleben würden, Privatinvestoren gibt es dafür genug. Das Problem ist nur die Stadt/der Gemeinderat, die diesen immer Steine in den Weg legen, mit Auflagen, die nicht sein müssen. Darum springen in VS auch immer so viele Investoren ab.

Was gefällt Ihnen hier am besten?

Dass die Menschen, die ich beim Sammeln meiner Unterstützungsunterschriften beim Lidl am Friedhof kennengelernt habe, durchwegs freundlich waren, die Mitarbeiter auf dem Rathaus mir stets freundlich und kompetent entgegentreten sind und mir alle geforderten Infos innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stellen und die Presse bisher einen sehr fairen Umgang mit mir pflegt.

Was halten Sie von der Idee, eine Seilbahn zwischen Villingen und Schwenningen zu bauen?

Ich bin für die Seilbahn. Das wäre eine Attraktion und würde den Tourismus beleben. Alternativ könnte man eine Schwebebahn bauen, so wie sie der Europa Park auch hat, die dort die einzelnen „Stadtteile/Dörfer“ verbindet.

Wie würden Sie das Problem der fehlenden Kindergartenplätze in Villingen-Schwenningen lösen?

Alternative 1: Großelternprojekt (unentgeltlich): Senioren melden sich, die Kinder gerne betreuen, Eltern melden sich, die ihre Kinder unterbringen müssen. Das ist auch etwas für alleinstehende ältere Menschen. Ich bin beispielsweise davon überzeugt: Kinder können ältere Menschen glücklich machen und umgekehrt

Alternative 2: Private Betreuung/Kindertagespflege gem. SGB VIII (§§ 22,23), Bezahlung über die Eltern, Amt für Jugend und Bildung oder Stadt, bei Kindern unter 3 Jahren beteiligt sich das Land aus Mitteln des Finanzausgleichs.

Alternative 3: Interimslösung: funktioniert nur, sofern Personal vorhanden ist. Modulkita, innerhalb eines Monats realisierbar, Kosten 450 000 Euro, Platz für 80 Kinder.

Wie würden Sie die Position Villingen-Schwenningens als Oberzentrum in der Region stärken?

Wenn ich es geschafft habe, OBin von Villingen-Schwenningen zu werden, wird die (Eigen)-Marke „FRiDi“ noch bekannter werden, als sie sowieso schon ist, Fans aus ganz Deutschland würden anreisen, Hotels, Gaststätten und das Gewerbe würden davon profitieren.

Fragen: Norbert Trippl

Das könnte Sie auch interessieren