Der Schwarzwald-Baar-Kreis soll eine „Region der Lebensretter“ werden. Dafür will der DRK-Kreisverband mindestens 2000 ehrenamtliche Ersthelfer finden und technisch ausrüsten.

Gemeinsam leben retten

Ein Mensch erleidet einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Dann hat er enormes Glück, wenn ein Ersthelfer rein zufällig in der Nähe ist und fachgerechte Erste Hilfe leistet. Was wäre, wenn es in einer solchen Situation nicht auf den Zufall ankäme, sondern eine medizinisch vorgebildete, nicht weit vom Patienten entfernte Person alarmiert wird? Das ist seit 2007 keine Utopie mehr, denn Professor Michael Müller, Chefarzt am St. Josef Krankenhaus in Freiburg, hat den Verein „Region der Lebensretter“ gegründet.

„Gemeinsam Leben retten“ laute das Motto, erklärt Judith Joos, Geschäftsführerin des eingetragenen Vereins mit Sitz in Freiburg. Beim DRK-Kreisverband Schwarzwald-Baar rannte sie mit der Anregung, bei dem Verein mitzumachen, offene Türen ein. „Wir sind dabei“, bekundeten Geschäftsführer Stephan Niggemeier und sein Vertreter Daniel Pfaff. Schirmherr der Aktion ist der Arzt Johannes Kohler, Internist und Kardiologe am Schwarzwald-Baar-Klinikum.

Die Idee ist verblüffend einfach. Der Verein hat vor vier Jahren ein App-basiertes System etabliert, mit dem Rettungsleitstellen als Ersthelfer registrierte Personen in unmittelbarer Nähe eines Notfalls über deren Smartphones orten und direkt alarmieren können.

Überlebenschance deutlich erhöht

Diese professionellen Retter können deutlich vor den eigentlichen Rettungskräften beim Patienten sein. Die Überlebenschance von Betroffenen werde so verdoppelt bis vervierfacht, verspricht Judith Joos. Für die Schulung zum Lebensretter kommen medizinisch vorgebildete Personen infrage, zum Beispiel solche, die in Pflege- und vergleichbaren Berufen tätig sind.

Jeder vom Verein registrierte Lebensretter bekommt eine App für sein Smartphone. Wenn die Leitstelle einen Notruf empfängt, läuft wie bisher die Rettungsaktion an. Zusätzlich ortet das System aber noch die fachkundigen Helfer, die sich unweit vom Ort Notfalls befinden, und alarmiert diese. Die App zeigt den Lebensrettern auch in der Nähe befindliche Defibrillatoren an, sodass sie bei ihrem Einsatz rasch an die Geräte herankommen.

So funktioniert der Vereinswettbewerb

Für die Bildung des lebensrettenden Netzwerks fallen Kosten an. Das gilt zum einen für die technische Anbindung der Retter und zum anderen für deren Ausbildung. Außerdem muss auch die Ausrüstung der Ersthelfer finanziert werden. Ziel des in Freiburg gegründeten Vereins ist es, aus ganz Deutschland in Zukunft einmal eine „Region der Lebensretter“ zu machen.

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