Mathias Gasser ist ratlos. Abermals sieht sich der Hausmeister der Donaueschinger Realschule mit unnötigen Zerstörungen konfrontiert. Im Eingangsbereich befinden sich mehrere Scheiben, die vor der Witterung schützen sollen. Eine davon ist eingeschlagen – schon wieder. Dazu sei ein ordentlicher Kraftaufwand notwendig, es handele sich immerhin eine Scheibe mit Drahtgeflecht.

Nach zwei Wochen wieder kaputt

Ganze zwei Wochen hat sie gehalten. In den Sommerferien wurde sie bereits zerstört, die Reparatur dauerte. Die Scheiben mussten bestellt werden, Handwerker mussten sie einbauen. Insgesamt ein Kostenfaktor von etwa 600 Euro. Unnötige Ausgaben.

„Mir war klar, dass der Pausenhof am Wochenende sicher wieder zugemüllt sein würde und ich aufräumen muss“, sagt Gasser. In der Stadt war Herbstfest. Immer wenn ein großes Fest stattfindet, oder irgendeine Veranstaltung, passiert auch etwas an der Realschule. Leere Schnapsflaschen, Müll – im schlimmsten Fall wird wieder etwas zerstört.

Oktober 2018: Die Holzbänke und -tische sind aus ihren Verankerungen gerissen. Nicht das erste Mal.
Oktober 2018: Die Holzbänke und -tische sind aus ihren Verankerungen gerissen. Nicht das erste Mal. | Bild: Mathias Gasser

Gasser arbeitet seit Anfang 2018 an der Schule. Seitdem hatte er es schon mehrfach mit Vandalismus zu tun. Anfangs meldete er die Vorfälle auch noch nicht an die Polizei. „Wenn etwa die Holzbänke aus ihrer Verankerung geholt wurden, dann hab ich es einfach selbst wieder gerichtet“, erklärt er. Mittlerweile ist das jedoch anders. Wenn etwas passiert, dann werde es auch zur Anzeige gebracht.

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Graffiti an die Wand gesprüht

Erstmals geschah das, als eine Wand an der Schule mit einem Graffiti beschmiert worden war. Maler müssen geholt werden, die die Schmierereien beseitigen. Alles ist überstrichen. Das hält dann etwa ein halbes Jahr, schließlich prangt erneut ein Graffiti an der Wand. Ein Schriftzug, der die Polizei verspottet. „Der Maler ist mit zwei Mann beschäftigt. Das kostet“, so der Hausmeister. Gasser habe auch schon an das Aufstellen von Videokameras zur Überwachung gedacht. Eine Sache, die jedoch rechtlich nicht ganz einfach ist (siehe unten).

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Meist bekomme Gasser vom Abendhausmeister Bescheid, der die Zerstörungen sieht. So auch, als abermals die Holzbänke und -tische im Juni aus ihrer Verankerung zwischen den Pflastersteinen gerissen werden. „Der Abendhausmeister kommt gegen 16 Uhr und bleibt dann etwa bis 22 Uhr. Wenn etwas passiert, dann ist es allerdings meist nach 24 Uhr.“

Aber was dagegen unternehmen?

Die Polizei hat bereits ihre Kontrollen auf dem Schulhof erhöht und auch der Ordnungsdienst der Stadt schaut hier regelmäßig vorbei. „Mir ist klar, dass die Polizei nicht immer hier sein kann.“ Auch auf einen potenziellen Ermittlungserfolg setzt Gasser keine allzu großen Hoffnungen. Aus diesem Grund wurden auch Schilder aufgestellt: Außerhalb der Unterrichtszeiten ist der Pausenhof nur begrenzt für Kinder unter 14 Jahren nutzbar. Das Gelände ist eben nicht nur Schulhof, sondern auch öffentlicher Spielplatz. „Allerdings nicht, um Gelage abzuhalten“, so Gasser.

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Schilder regeln an der Schule die Nutzung des Pausenhofs. Der kann außerhalb der Unterrichtszeiten von Kindern unter 14 Jahren benutzt werden.
Schilder regeln an der Schule die Nutzung des Pausenhofs. Der kann außerhalb der Unterrichtszeiten von Kindern unter 14 Jahren benutzt werden. | Bild: Simon, Guy

Dabei ist der Hausmeister durchaus kulant. Wenn jemand den Schulhof als Abkürzung nimmt, oder auch, wenn jemand seine Mittagspause dort verbringt und etwas isst: „Die werfen ihren Müll dann weg und es ist überhaupt kein Problem.“

Im Winter ruhiger

Bis die neue Glasscheibe repariert wird, dauert es sich wieder etwas: „Das Material muss bestellt werden, die Maße hat der Handwerker ja noch“, schüttelt Gasser den Kopf. Er hat die Hoffnung, dass die Probleme mit dem Realschulneubau beseitigt werden. Und immerhin beginnt jetzt die Jahreszeit, in der es meist ruhiger zugeht. Wenn es kalt wird, schneit und regnet, dann hält sich nachts meist niemand mehr auf dem Schulhof auf.

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Das sagt die Stadt zu dem Problem

  • Vandalismus: Die Zerstörungen sind ein Problem, mit dem man offensichtlich nicht nur an der Realschule zu kämpfen hat, und generell nicht nur in Donaueschingen. „Bundesweit kommt es immer wieder zu Vandalismus an Schulen. Leider stellt Donaueschingen hierbei keine Ausnahme dar. So ist es in der Vergangenheit – neben der Realschule – auch an anderen städtischen Schulen zu Fällen von Vandalismus gekommen. Von einer Regelmäßigkeit kann aber weder bei der Realschule noch bei anderen städtischen Schulen gesprochen werden“, sagt Beatrix Grüninger, Donaueschinger Rathaussprecherin. Dennoch sei jeder Schadensfall ärgerlich und werde bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
  • Was dagegen tun? Schulleitung und Stadtverwaltung haben die Vorkommnisse an der Realschule weiter im Blick: „Sollten sich die Fälle von Vandalismus hier weiter häufen, müsste gemeinsam überlegt werden, wie weiter vorgegangen wird“, so Grüninger. Neben einem Abendhausmeister, der bereits täglich anwesend sei, werde die Einrichtung zudem seitens der Polizei bereits verstärkt bestreift. Darüber hinaus käme beispielsweise die Beauftragung eines privaten Sicherheitsdienstes mit Kontrollbegehungen in Frage.
  • Kamera-Überwachung? Daran hatte Hausmeister Mathias Gasser bereits gedacht und nachgefragt. Allerdings ist so etwas in rechtlicher Hinsicht nicht ganz einfach. „Der Einsatz von Überwachungskameras auf Schulhöfen außerhalb des Schulbetriebs ist nach dem Landesdatenschutzgesetz zwar rechtlich möglich, jedoch mit sehr hohen Auflagen verbunden“, erklärt Grüninger. Die Voraussetzungen dafür würden bei der Donaueschinger Realschule auf keinen Fall vorliegen. Die Videoüberwachung von Schulhöfen widerspreche zudem dem Prinzip der offenen Schulen, das in Donaueschingen gepflegt werde. Das Prinzip beinhaltet etwa: Keine eingezäunten Schulen, offene Schul- und Pausenhöfe. (guy)