OB Erik Pauly kann sich noch gut erinnern: Auch er hat in der Grüninger Halle schon Tischtennis gespielt. Kreistagskollege Patrick Bossert hat ihm diese Erfahrung beschert. "Man muss schon besonders gut sein. Bei einem Schmetterball muss man schnell parieren, denn nach hinten ausweichen kann man nicht", erklärt das Stadtoberhaupt. Es ist schon etwas her, dass Pauly diese Erfahrung gemacht hat. Es muss im ersten Jahr als Bürgermeister gewesen sein.

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Die ersten Planungen für eine neue Grüninger Halle liegen allerdings noch weiter zurück: Es war im Jahr 2001. Nun – 18 Jahre später – ist die Halle für die Grüninger in greifbare Nähe gerückt. Nur gebaut werden muss noch. Aber die Vorfreude ist schon riesen groß. So groß, dass – obwohl es eigentlich nur ein ganz kleiner Spatenstich hätte werden sollen und kaum einer eingeladen war – doch viele Grüninger es sich nicht nehmen ließen, bei diesem historischen Ereignis dabei zu sein, schließlich haben sie in den vergangenen Jahren auch hart für ihre Halle gekämpft. Keine kommunalpolitische Entscheidung hatte in dieser Legislaturperiode so viele Bürger in den Gemeinderat gelockt – und schon gar nicht mit dieser Kontinuität, wie sie die Grüninger an den Tag gelegt haben. Ging es um die ihre Halle, waren sie da und harrten viele Stunden aus.

Jetzt kann es losgehen: Ortschaftsräte, Gemeinderäte und die Verwaltung beim offiziellen Spatenstich. In etwas mehr als einen Jahr soll die Grüninger Halle fertig sein.
Jetzt kann es losgehen: Ortschaftsräte, Gemeinderäte und die Verwaltung beim offiziellen Spatenstich. In etwas mehr als einen Jahr soll die Grüninger Halle fertig sein. | Bild: Jakober, Stephanie

Letztendlich war es dann die Entscheidung im Juli 2017: Eigentlich sah es vor der Sitzung auch nicht gut aus. Hatte die Verwaltung doch vorgeschlagen, dass der Hallenbau aufgrund der Kosten um mindestens vier Jahre geschoben werden soll. "Das war ein Schlag in die Magengrube", erinnert sich Grüningens Ortsvorsteher Hans-Günter Buller, dem so gar nichts die gute Laune beim Spatenstich verderben konnte. Selbst der eilig aufgespannte Regenschirm wurde von ihm abgelehnt – so ein bisschen Wasser von oben macht doch an so einem Tag nichts aus.

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Doch letztendlich war es dann eine Mehrheit, wenn auch eine knappe, die sich dafür ausgesprochen hatte, dass die Stadträte doch zu ihrem Versprechen stehen müssen und die Grüninger ihre Halle bekommen sollen – mit oder ohne Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Und so kommt es nun auch: "Es ist ein glückliches Ende einer langen Geschichte und ein Meilenstein für die örtliche Entwicklung", sagt Buller.

Bild: Architekt Limberger

Mit der neuen Halle sei es dann möglich, endlich "vernünftig Sport zu machen". Das gilt auch für die Fußballer, die aktuell zum Duschen immer vom Sportplatz in die alte Halle pilgern müssen. Doch nicht nur im sportlichen Bereich gibt es Verbesserungen. Die Musiker, die immer auf die Sporthalle der Erich-Kästner-Schule ausweichen, können ihre Konzerte dann im eigenen Ort geben.

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"Ich bin sehr froh, dass die alte Variante nicht mehr im Spiel ist", sagt Architekt Günter Limberger. Denn die Sanierung der alten Halle – einst ein Gymnastikraum, an dem diverse Male herumgeschustert worden ist – hätte mehr als vier Millionen Euro gekostet und wäre dann doch nur eine Behelfslösung geworden. Die Halle, die Limberger nun geplant hat, erhält den "Charakter einer Feldscheune", sodass sie sich auch perfekt für ihren Standort eigne. Den Grüningern sei klar, dass sie keine "Oberluxuslösung" erhalten werden, aber gerade in ihrer Einfachheit wäre die Halle sehr schön.

Bild: Architekt Limberger

"Es war ein langer Anlauf, aber es wird ein tolles Projekt", ist sich Pauly sicher. Und ein aktiver Ort mit aktiven Bürgern brauche einen entsprechenden Rahmen, um sein Engagement ausleben zu können. "Eine Mehrzweckhalle ist das schönste in einem Ort, weil sie die Aktivität der Bürger fördert."

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