Von Waldhausen hinauf zur Setze und dabei jede Menge Fragen: Mit dem letzten Informationstermin zum anstehenden Bürgerentscheid wurden gestern rund 30 Interessierte rund um den geplanten Windpark informiert. Allerdings gab es auch enttäuschte Gesichter, denn der eine oder andere hatte gedacht, dass sie die einzelnen Standorte der Windkraftanlagen besichtigt würden und man auch einen Eindruck bekomme, wo die Anlagen auf fürstlichem und wo auf städtischem Gelände stehen. In erster Linie ging es aber um die Visualisierungen und auf der Setze war eine Fläche abgesteckt worden, um zu veranschaulichen, wie viel Platz rund um eine einzelne Windkraftanlage frei bleiben würde.

Die Visualisierungen des geplanten Windparks zwischen Waldhausen und Bräunlingen im Vergleich mit der Realität: Der neue Vertrag sieht deutliche Verbesserungen für Waldhausen vor.
Die Visualisierungen des geplanten Windparks zwischen Waldhausen und Bräunlingen im Vergleich mit der Realität: Der neue Vertrag sieht deutliche Verbesserungen für Waldhausen vor. | Bild: Jakober, Stephanie
  • Transportwege: Laut Marco Greci, Projektmanager DGE Wind, sei geplant, die Windkraftanlagen über Döggingen und die Brandhöfe anzuliefern. "Der große Vorteil ist, dass die Wege bereits gut ausgebaut sind." Vier Meter Breite würden benötigt und eine lichte Durchfahrt von sechs Metern. Auch die Stichwege zu den Anlagen wären zum Teil schon vorhanden oder es würden alte Rückegassen genutzt. CDU-Stadtrat Rolf Schütz erkundigte sich, ob mit Spezialgeräten, auf denen die Rotorblätter einzeln und hochkant transportiert werden können, weniger Bäume gefällt werden müssten. Laut Greci sei das so, aber es sei fraglich, ob solche Spezialfahrzeuge in Bräunlingen zum Einsatz kommen würden. "Das ist für mich keine Frage, wenn es eine Möglichkeit gibt, bei der die Abholzung geringer ist", so Schütz. Allerdings sind Schütz und Greci doch recht unterschiedlicher Meinung, wer nun über den Einsatz der Spezialfahrzeuge entscheidet.
  • Windmessungen: Die Windmessungen auf der Setze sind mittlerweile abgeschlossen. Aktuell befinde sich das Messgerät beim Windkraftanlagen-Hersteller Enercon. Dort würde es kalibriert und die Daten würden ausgelesen. Anschließend würde ein externer Gutachter die Daten auswerten. Das Gerät hätte mit fünf Laserstrahlen in unterschiedlichen Höhen gemessen. Möglich wären Messungen bis in eine Höhe von 200 Metern. Die Daten des Messjahres würden mit den Wetterdaten abgeglichen und in Relation zu einem Langzeitbezug gesetzt. Der Eindruck, dass die Windkraftanlagen in der Region ständig stillstehen, würde täuschen. Zum einen gebe es im Sommer weniger Wind als im Winter und tagsüber weniger als nachts. Die Anlage bei Königsfeld laufe 70 Prozent der Zeit. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Daten dann veröffentlicht werden", sagt Bürgermeister Micha Bächle.
  • Fundament: Für das Fundament werde eine Tiefe von 2,50 Meter bis drei Meter benötigt. Im Schwarzwald sei man schnell auf festem Grund, deshalb bräuchte es keine sogenannten Elefantenfüße, die noch tiefer ins Erdreich reichen würden.
Von Waldhausen geht es für die Teilnehmer hinauf zur Setze.
Von Waldhausen geht es für die Teilnehmer hinauf zur Setze. | Bild: Jakober, Stephanie
  • Freifläche: Laut Greci würde rund um eine Windkraftanlage eine Fläche von 24 Meter auf 58 Meter frei bleiben. Dies sei nötig, falls man für Reparaturen wieder einen Kran aufstellen müsste. Wege würden nicht zurückgebaut, allerdings könnte man die lichte Durchfahrt wieder zuwachsen lassen, da diese auch wieder schnell freigeräumt wäre.
  • Brandschutz: Die Brandlast einer Windkraftanlage sei äußerst gering. Allerdings könnte man, wenn es oben brennt, von unten nicht löschen. Mit der Feuerwehr würden entsprechende Pläne ausgearbeitet, die beispielsweise in einem solchen Fall eine weiträumige Absperrung vorsehen würden, damit niemand durch herunterfliegende Teile zu Schaden komme.

Das Bürgerbegehren in Bräunlingen über die Verpachtung der städtischen Flächen findet am 7. Oktober statt.

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