Gut anderthalb Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine verlassen noch immer zahlreiche Menschen ihr Heimatland. Inzwischen sind über eine Million ukrainische Kriegsflüchtlinge in Deutschland angelangt und täglich kommen weitere hinzu. Die Stadt Blumberg hat daher nach wie vor eine Aufnahmeverpflichtung gegenüber dem Schwarzwald-Baar-Kreis, auch wenn die Kommunen bislang keine finanzielle Entlastung für diese Aufgabe erhalten haben.

„Die Ukrainer kommen meist als Familie“, erläutert die Blumberger Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy. Daher habe die Stadt für sie bislang immer private Wohnungen zur Unterbringung angemietet, sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen. Insgesamt zahle die Stadt Blumberg bislang die Miete für 15 von Geflüchteten bezogene Wohnungen. Daneben haben einige ukrainische Flüchtlinge aber auch selbst Wohnraum angemietet. So fanden seit dem vergangenen Jahr bereits über 90 ukrainische Staatsbürger in Blumberg eine Bleibe, wie Nicole Schautzgy berichtet.

Aufgrund der Aufnahmeverpflichtung muss die Stadt noch mehr Personen akzeptieren. Aktuell sind dies 49 weitere ukrainische Kriegsflüchtlinge. Die Stadt Blumberg will daher in den nächsten Wochen weitere Wohnungen mieten.

Der Bedarf an Wohnraum zur Unterbringung sei nach wie vor vorhanden, so Schautzgy. Die Stadt ist daher bemüht, freien Wohnraum zu finden. Über diesbezügliche Hinweise sei man jederzeit dankbar, hieß es. Wer entsprechende Angebote hat, kann sich an Kerstin Binninger wenden (Telefon 07702 51108). Sie unterstützt die Hauptamtsleiterin seit vergangenem Jahr beim Thema Flüchtlinge aus der Ukraine.

Diese Arbeit sei eine sehr umfassende und arbeitsintensive Aufgabe, weshalb die Stadtverwaltung extra eine zusätzliche halbe Stelle hierfür geschaffen habe, wie Nicole Schautzgy erklärt.

Doch die Flüchtlinge aus der Ukraine sind nicht die einzigen, die nach Blumberg kommen. Auch aus anderen Nationen gibt es immer wieder Personen, die ebenfalls aufzunehmen sind. Diese werden in der Regel in der ehemaligen Adler-Post in Zollhaus untergebracht. Dort leben aktuell 23 Personen aus insgesamt sechs Nationen: Afghanen, Iraker, Türken, Tunesier, Marokkaner und Pakistani. Für weitere zehn Personen besteht dort aktuell eine Aufnahmeverpflichtung. Bei Bedarf ist dort auch Platz zur Unterbringung von Obdachlosen.

Der ehemalige ehrenamtliche Flüchtlings-Helferkreis besteht nicht mehr, auch wenn vereinzelt noch Personen über vornehmlich private Kontakte betreut werden. Dafür gibt es das Integrationsmanagement über den Landkreis, das in Person von Irmtraud Kromer die Städte Blumberg, Hüfingen, Bräunlingen und Brigachtal unterstützt. Sie kümmert sich bei Bedarf auch um die Anliegen der Flüchtlinge in der Adler-Post, die sich aber weitestgehend auch selbst helfen würden, so Nicole Schautzgy.