Der TSC Blumberg war der erste Verein in der Stadt, den das Coronavirus ausgebremst hat. Am Sonntag, 8. März, wollte die Abteilung Turnen um ihre Vorsitzende Rita Harnest in der Eichbergsporthalle die Mannschaftsbestenwettkämpfe auf Gau- und auf Bezirksebene ausrichten. Doch der Badische Schwarzwald Turngau machte einen Strich durch die Rechnung. Er sagte den Gau-Wettkampf, bei dem sich rund 300 Nachwuchsturner messen wollten, aus Furcht vor dem Coronavirus ab.

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Wann Indoor wieder um Meisterschaftspunkte und Platzierungen gekämpft werden darf, kann im Augenblick niemand mit Gewissheit sagen. Sicher scheint lediglich, dass dabei zunächst keine Zuschauer den Mannschaften zujubeln dürfen. Doch wenigstens trainiert werden darf jetzt wieder, in Blumberg und den Ortsteilen sind die Sport- und Mehrzweckhallen ab Montag wieder geöffnet. Dabei müssen sich die Vereine beziehungsweise deren Mitglieder an eine ganze Reihe von Regeln halten.

Der Blumberger Handballer Patrick Rothweiler wird in die Zange genommen. Unser Archivbild zeigt ihn im grünen Trikot des TSC Blumberg in einem Pokalspiel gegen Sinzheim.
Der Blumberger Handballer Patrick Rothweiler wird in die Zange genommen. Unser Archivbild zeigt ihn im grünen Trikot des TSC Blumberg in einem Pokalspiel gegen Sinzheim. | Bild: Roger Müller

Wie diese lauten, darüber hat das Rathaus die Vereine informiert. Sportarten, bei denen ein „direkter körperlicher Kontakt erforderlich oder möglich ist, sind weiterhin untersagt“, schreibt die Stadtverwaltung und zählt mit Fußball, Handball oder Basketball drei betroffene Sportarten auf, für die die Turnhalleneingänge geschlossen bleiben (sollen). Allerdings: Die TSC-Handballer gehen davon aus, dass sie den Trainingsbetrieb in den nächsten Tagen wieder aufnehmen dürfen. Das machte Sven Mittelstedt, der Abteilungs-Vize, im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich. Der Deutsche Handballbund (DHB) habe extra ein Konzept für seine Mitgliedsvereine erarbeiten, das Training unter den besonderen Coronavirus-bedingten Hygienevorschriften ermöglicht. Klar sei, so Mittelstedt, dass zum Beispiel kein Abwehrverhalten geübt werden könne, denn Kreisläufer und Abwehrspieler berührten sich in der Kontaktsportart Handball ständig. Doch Konditions- und Koordinatsübungen seien möglich, Wurfübungen ebenfalls.

Einige Fragen gibt es vor Trainingsstart noch zu klären

„Wir sind alle sehr froh, dass es jetzt wieder losgeht. Wir wollen aber auch nichts überstürzen, die Sicherheit der Kinder geht vor“, sagt Mittelstedt. Er hatte sich in dieser Woche mit seinen Vorstandskollegen ganz zeittypisch per Videokonferenz besprochen. Dabei sei beschlossen worden, zunächst die Trainingsstätten in Augenschein zu nehmen, ehe die ersten Trainingseinheiten angesetzt werden. Außerdem gelte es noch, mit der Stadt einige Details zu klären, zum Beispiel, ob die Vereine selbst Desinfektionsmittel mitbringen müssen oder ob die schon vor Ort vorhanden sein werden.

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Entspricht die Stadt dem Wunsch der Handballer nach Trainingsbeginn? Und ist sie vom Konzept des DHB überzeugt? Diese Fragen konnten gestern nicht geklärt werden, das Rathaus hatte über den Brückentag geschlossen. Die TSC-Turner dürften loslegen, sie werden es zunächst aber nicht. Mit einer Ausnahme: Die Hausfrauengruppe trifft sich am Montag zum ersten Mal seit dem Lockdown wieder. Die Kinder-Kurse pausieren weiterhin. „Wie soll ich bei einer Hilfestellung Abstand halten, das geht doch gar nicht“, sagt Rita Harnest. Es sei noch allerlei abzuklären, ehe die Mitglieder über die Wiederaufnahme des Trainings informiert werden.

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Einen sehr starken Eingriff bedeutet die Einschränkung der Zahl der Teilnehmer: Pro Halle beziehungsweise pro Raum sind maximal zehn Personen zugelassen, wobei bei Gruppentraining eine Fläche von mindestens 40 Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen muss, wenn Laufwege zurückgelegt werden. Bei Übungseinheiten am festen Standort, zum Beispiel Gymnastik auf persönlichen Matten, müssen mindestens zehn Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen. Die Sportstätten-Verordnung des Landes kann man indes auch so verstehen, dass bei stationären Übungen mehr als zehn Personen in einer Halle trainieren dürfen – eine konkrete Höchstzahl an Teilnehmern ist in dem entsprechenden Absatz jedenfalls nicht genannt.

Geduscht werden muss zu Hause

Eine ziemliche Erschwernis für Sporttreibende bedeutet die Schließung der Umkleideräume und der Duschen. Das heißt, dass sich die Sportler außerhalb der Halle, in der Regel zu Hause, duschen beziehungsweise umziehen müssen. Allerdings werden Toiletten geöffnet, dürfen aber nur einzeln benutzt werden. Natürlich gelten in allen Hallen die Bestimmungen wie Mindestabstand von 1,50 Metern – während der gesamten Trainingszeit durchgehend einzuhalten – sowie die Regelungen zur Handhygiene und zur Reinigung der Sportgeräte, die nach Benutzung sorgfältig mit handelsüblichen Reinigungsmitteln zu säubern sind. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, verpflichten sich die Vereine gegenüber der Stadt, Teilnehmerlisten mit Name, Vorname, Wohnort, Dauer des Aufenthalts und Telefonnummer zu führen. Die Daten werden nach vier Wochen gelöscht.

Die TSC-Handballabteilung stellt Spieler, die beim VfH Schwenningen in der Bezirksliga mitspielen. Daneben gibt es zwei weitere aktive Mannschaften: Die Herren gehen in der Kreisklasse B auf Torejagd, die Frauen in der Kreisklasse A. Außerdem nehmen fünf Kinder-beziehungsweise Jugendteams (Minis, D-, C-, B- und A-Jugend) am Spielbetrieb teil.

Kontakt: Sven Mittelstedt,
Telefon 0171/2310846