Frau Schempp, was sind die Hauptthemen für die Schulsozialarbeit in den letzten Jahren?

Ich habe mehrere wichtige Themen. Mit am meisten beschäftigt mich, dass viele Jugendliche ihre Probleme zwar sehen, aber immer weniger in der Lage sind, dafür Lösungsstrategien zu entwickeln.

Was sind andere wichtigen Themen?

Ein Thema ist definitiv die soziale Ausgrenzung, zum Beispiel eines Schülers oder einer Schülerin innerhalb einer Klasse oder in einer Gruppe. Ein großes Thema ist auch die Impulssteuerung, sprich Selbstkontrolle: dass die Schüler lernen zu akzeptieren, dass ihre Bedürfnisse nicht immer sofort erfüllt werden können. Das betrifft alle Klassenstufen, von der Grundschule bis zur zehnten Klasse, unabhängig von der Schulart.

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Wie erleben Sie Schüler in solchen Situationen, wie reagieren die betreffenden Schüler, wenn ihre Bedürfnisse nicht gleich erfüllt werden?

Wir erleben diese Schüler oft mit großer Unruhe, mit nachlassender Konzentration bis hin zu aggressivem Verhalten.

Wie sieht es bei diesen Schülern mit der Empathie aus?

Die Fähigkeit, sich in die Situation anderer Menschen hinzuversetzen, wird immer geringer. Damit sind diejenigen immer weniger in der Lage, Verständnis für andere aufzubringen.

Wo können Sie und ihre Kolleginnen da ansetzen?

Wir machen viel durch Einzelgespräche, durch Sozialtraining in den verschiedenen Klassenstufen sowie durch Gespräche mit den Eltern und mit den Lehrerinnen und Lehrern.

Was bedeutet Sozialtraining?

Im Sozialtraining nehmen wir die Themen der Klasse auf, zum Beispiel durch Rollenspiele, Interaktionsübungen und der gemeinsamen Suche nach Lösungsstrategien.

Fragen: Bernhard Lutz

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