Blumbergs Schulsozialarbeiterin Heike Schempp hört vor Weihnachten viele Jugendliche, die nicht nur mit der Familie feiern wollen. Es ist nur ein Beispiel, aber es ist bezeichnend: Für den 15-jährigen Klaus (der Name ist erfunden), zählen plötzlich Gleichaltrige mehr als seine Familienangehörigen. Die jüngere und ältere Schwester findet er nur doof, und was seine Eltern sagen, nimmt er nicht so an. Dass die Eltern ihm vorschreiben, um welche Uhrzeit er abends zuhause sein soll, kann er nicht verstehen, zumal einige seiner Freunde länger draußen bleiben dürfen oder Spaß in einem Club haben.

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Ganz besonders nervt Klaus die Diskussion vor Weihnachten. Der 15-Jährige würde sich an Heiligabend nach der Bescherung lieber mit Freunden treffen statt den ganzen Abend mit seiner Familie zu verbringen. Sei es bei einem gemeinsamen Essen, bei geselligem Zusammensein wie bei Gesellschaftsspielen, oder bei einem anschließenden Fernsehabend, bei dem aber die Eltern das Programm bestimmen. Heike Schempp weiß: Alles, was mit Pubertät zu tun hat, ist eine Herausforderung für die ganze Familie. Im Prinzip geht es immer um Loslösungsprozesse, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit.

Erwartungen und Bedürfnisse

Wie können betroffene Familien mit der angespannten Situation umgehen? Heike Schempp hält es für wichtig, wenn alle Beteiligten in der Familie, Kinder, Eltern und Großeltern, einfach ihre Erwartungen und Bedürfnisse aussprechen und klären, was möglich ist. Eines sei dabei klar, macht sie deutlich: Da seien Regeln und Absprachen hilfreich. Wenn dies gelinge, erhöhe sich die Möglichkeit, dass alle gemeinsam an Weihnachten zufrieden sein könnten. Heike Schempp selbst verbringt Weihnachten mit ihrer Familie und nimmt sich eine freie, besinnliche Zeit: "Da kann ich Kraft sammeln."

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