Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen die Tourismusbranche hart. Auch Bad Dürrheim, als eine der größten Tourismus- und Gesundheitsdestinationen der Region, ist unmittelbar und in hohem Ausmaß von der unvorhersehbaren Geschwindigkeit dieser Krise und deren weitreichenden Auswirkungen betroffen. Einrichtungen womöglich bis Mitte Juni geschlossen. In einer schriftlichen Mitteilung gibt die Kur- und Bäder GmbH (KuBä) schlechte Nachrichten bekannt.

Aufgrund der dringenden Empfehlung des Gesundheitsamtes vom 15. März sowie der offiziellen Verordnung der Landesregierung vom 16. März, hat die Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim das Wellness- und Gesundheitszentrum Solemar seit Montag, 16. März, komplett geschlossen. Auch das Kurhaus hat nach erfolgten Absagen aller internen und externen Veranstaltungen sowie den in der Landesverordnung definierten Auflagen für öffentliche Einrichtungen sowie Speisegaststätten bereits geschlossen.

Schließungen bis Mitte Juni möglich

Die Landesregierung hat ein Außerkrafttreten dieser Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus bis zum 15. Juni 2020 vorgesehen. Vorbehaltlich eventueller, momentan nicht einschätzbarer Verkürzungen oder Verlängerungen der Regierungsverordnung, werden die Einrichtungen der Kur- und Bäder GmbH nach heutigem Stand somit bis zu diesem Datum geschlossen bleiben.

Kurzarbeit beantragt

„Aufgrund der behördlichen Anordnungen sowie der wirtschaftlichen Einbrüche im Rahmen dieses unabwendbaren Ereignisses, sahen wir uns, wie viele andere Unternehmen auch, gezwungen, für unsere Mitarbeiter im Zeitraum vom 16. März bis zum 15. Juni 2020 Kurzarbeit anzumelden“, lässt Kurgeschäftsführer Markus Spettel wissen.

Da alle Umsatzbereiche nahezu auf Null heruntergefahren sind, werde die KuBä lediglich noch Notgruppen einrichten, die auch während der Kurzarbeitsphase unabkömmlich sind. Diese Notgruppen müssen gebildet werden zur Sicherstellung des Werkschutzes, Vermeidung von Schadensfällen, zur Aufrechterhaltung notwendiger Betriebsabläufe, insbesondere in den Bereichen Technik, Personal und Buchhaltung, sowie zur Gewährleistung und Aufrechterhaltung der internen und externen Unternehmenskommunikation gegenüber Mitarbeitenden, Einwohnern und Gästen. „Bei aller aktuell dringend gebotenen körperlichen Distanz, heißt es für uns jetzt umso mehr, dafür moralisch und solidarisch eng zusammenzustehen, um diese schwierige Zeit gemeinsam zu bewältigen. Unser erklärtes Ziel ist es, dass jeder einzelne Arbeitsplatz erhalten bleibt“, so Spettel weiter, der außerdem ausdrücklich den Mitarbeitern für deren Verständnis und Mitarbeit dankt.

Auch die Kliniken sind von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Laut einem am 17. März zwischen Bund und Ländern erarbeiteten „Grobkonzept Infrastruktur Krankenhaus“ sollen Reha-Einrichtungen in Deutschland auf-, aus- und umgerüstet werden, um für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe von Corona-Erkrankten zusätzliche Kapazitäten aufzubauen. Dies sei sinnvoll und versetze Deutschland in eine grundsätzlich bessere Position als andere Länder, die nicht über eine breit gefächerte Infrastruktur an Reha-Kliniken verfügen. Dafür sei es aber unabdingbar, dass der finanzielle Schutzschirm, der derzeit für die Krankenhäuser erarbeitet wird, auf die Reha-Kliniken ausgeweitet werde.

Übernachtungsbetriebe geschlossen

Aufgrund des seit Mittwoch dieser Woche geltenden Verbots von gewerblichen Übernachtungsangeboten zu touristischen Zwecken, sind nun auch die Übernachtungsbetriebe in Bad Dürrheim, nach der anfänglichen Stornierungswelle, inzwischen zu großen Teilen geschlossen. Nach derzeitiger Verordnung seien lediglich nur noch notwendige Übernachtungen erlaubt. Die Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette des Ortes seien noch nicht definierbar, werden aber sehr groß sein. „Nach einem erneuten touristischen Rekordjahr im Jahr 2019 und einem ebenso positiven Start Anfang 2020 stehen wir nun vor leeren Häusern und Betten“, so Spettel.

Angesichts der sozialen Verantwortung und des obersten Gebots zum Schutze der Gesundheit aller, seien die getroffenen Entscheidungen richtig. Es gelte nun aber, die wirtschaftlichen Auswirkungen nicht nur abzufedern, sondern in hohem Umfang aufzufangen und den Betrieben die hierfür von der Politik angekündigten Mittel unbürokratisch und schnell bereitzustellen, so Spettel, abschließend an Kampfgeist und Wachsamkeit appellierend.

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